Museum Lüneburg

Das neue Museum ist seit dem 1. März 2015 eröffnet

Die Ebstorfer Weltkarte. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Drei Jahre waren es vom Spatenstich für die Erweiterung bis zur Eröffnung – nun war es soweit: Das neue Museum Lüneburg an der Willy-Brandt-Straße hat feierlich seine Pforten geöffnet. Nach dem großen Festakt am 1. März 2015 luden Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder und ihr Team zur Eröffnungswoche ein. Alle Lüneburger und Gäste hatten bei freiem Eintritt die Gelegenheit, das völlig umgebaute, erweiterte und neu konzipierte Haus ausführlich kennen zu lernen. Das neue Museum ist eines der größten Bauprojekte Lüneburgs seit den 1960er-Jahren. Es präsentiert die Stadt- und  Regionalgeschichte von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert mit Wandbildern, Texten und rund 1300 Exponaten in Vitrinen und Räumen.

Vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Museum, ebenso wie aus den Bereichen Bau und Kultur der Hansestadt Lüneburg fast rund um die Uhr gearbeitet, damit das Haus nun Lüneburgs Geschichte und das Zusammenspiel von Natur- und Kulturgeschichte ganz neu präsentiert. Oberbürgermeister Ulrich Mädge dankt allen Akteuren ganz herzlich: „Bildung und Kultur gehören zusammen und ich freue mich schon darauf, Schulklassen durch das Museum laufen zu sehen. Dieses Projekt ist eine Investition in unsere Zukunft.“

Zur Eröffnung begrüßte die Hansestadt unter anderem Niedersachsens Kulturministerin, Gabriele Heinen-Kljajić. Sie sagte: „Mit dem Museum wird die Stadt Lüneburg um einen Ort der kulturellen Begegnung reicher. Hier ist es auf beeindruckende Art gelungen, die Museumslandschaft neu zu ordnen und fit für die Zukunft zu machen. Dazu gratuliere ich herzlich.“

Hervorgegangen ist das neue Haus aus dem Museum für das Fürstentum Lüneburg, dem Naturmuseum und der Lüneburger Stadtarchäologie. Das Ausstellungskonzept im Museum Lüneburg verbindet die vormals in verschiedenen Häusern getrennten Bereiche Natur, Kultur und Archäologie unter einem Dach, ganz modern und mit modernen Medien. Sieben Abteilungen beleuchten in wechselnden historischen Zusammenhängen die Rolle des Menschen als Nutzer und Gestalter der Umwelt. Dabei umfassen die kulturhistorischen Sammlungen früheste archäologische Spuren des Menschen bis zur Kunst der Gegenwart. Die Bestände der naturkundlichen Sammlungen verfügen über zoologische, botanische und geologische Objekte, die vor allem die heimische Natur abbilden. Und die Sammlungen der Stadtarchäologie dokumentieren die materielle Kultur und Lebenswelt des Mittelalters und der Neuzeit in Lüneburg. Das interdisziplinäre Ausstellungskonzept bringt die drei Sammlungsbestände zusammen und verzahnt sie miteinander. Erstmals wird in Lüneburg auch die Zeit des Nationalsozialismus abgebildet.

In der Dauerausstellung zeigt das Museum einzigartige Exponate, darunter die Reproduktion der Ebstorfer Weltkarte, die Lunasäule, das Pferdeskelett aus Rullstorf, einen Einbaum aus dem späten Mittelalter und besondere Funde der Stadtarchäologie.

So interdisziplinär, wie das Haus angelegt ist, freut sich Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder besonders auch auf die künftig noch intensivere Zusammenarbeit mit ganz verschiedenen Kultureinrichtungen aus Stadt und Region. „Wir haben damit bereits in der Bauphase begonnen, es wurden Lesungen, Vorträge oder auch eine große Modenschau ins Haus geholt. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft gehen und setzen hier allesamt auf ein möglichst offenes Konzept, das hoffentlich Anklang findet.“ Immerhin bietet das neue Haus auf insgesamt 3150 Quadratmetern Raum dafür – plus: eine ganz neue Perspektive auf die Innenstadt dank der großen Terrasse mit Café direkt an der Ilmenau.

Das Büro Heidenreich & Springer Architekten aus Berlin hat den Erweiterungsbau realisiert, das Büro Ikon aus Hannover gestaltete die Dauerausstellung.

Die Baukosten in Höhe von rund 11 Mio. Euro tragen die Hansestadt Lüneburg und der Landkreis Lüneburg mit Hilfe von Fördermitteln der EU (EFRE) und einer Reihe von Stiftungen, darunter die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover. Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas sagt: „Ich freue mich sehr, dass der ambitionierte Plan eines Museumsneubaus, in dem sich verschiedene Sammlungen vereinen, nun so einen guten Abschluss findet. Die Klosterkammer ist hierbei in zweierlei Hinsicht beteiligt: Auf der einen Seite unterstützen wir das Vorhaben mit einer Fördersumme von 300.000 Euro, auf der anderen Seite sind wir Leihgeber von neun Exponaten. Ich bin mir sicher, dass der Neubau, aber vor allem die Kunstgegenstände, viele neugierige und interessierte Besucher anlocken werden.“

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat gemeinsam mit der Sparkasse Lüneburg die Neukonzeption der Museumsausstellung ermöglicht. Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die die Neugestaltung von Beginn an inhaltlich begleitet hat, erläutert: „Die Gestaltung folgt neuen Konzepten und wurde in enger Abstimmung zwischen Architekten und Gestaltern entwickelt. Durch dieses Zusammenwirken ist eine interdisziplinäre Ausstellung entstanden, die Lust auf das Museum und seine Inhalte macht.“