Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Feierliche Wiedereröffnung der Synagogen-Gedenkstätte am 9. November (26.10.2018)

(sp) Lüneburg. Es ist ein historischer Schritt  für Lüneburg an einem historischen Datum: Am Freitag, 9. November 2018, wird 80 Jahre nach der Pogromnacht die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge Lüneburg wiedereröffnet. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, bei der feierlichen Eröffnung ab 11 Uhr an der Ecke Reichenbachstraße/Am Schifferwall dabei zu sein.

Mit der erweiterten Gedenkstätte, die an der Stelle der 1938 von den Nationalsozialisten zwangsverkauften und später abgerissenen Synagoge steht, ist damit nun ein zentraler Gedenkort für die jüdische Lüneburger Geschichte geschaffen. Bisher erinnerte nur eine einzelne Stele an die ehemalige Synagoge. Die Erweiterung des Gedenkortes wurde nach einem Entwurf des Architekten Carl-Peter von Mansberg erbaut, verantwortlich für die Umsetzung des Bauvorhabens war die Hansestadt Lüneburg. Auf vier Bronzetafeln, die in der Gedenkstätte angebracht sind, wird an die Opfer des Holocaust und an die 100 jüdischen Familien erinnert, die seit der Einweihung der alten Synagoge im Jahr 1894 in Lüneburg gelebt haben. Die Familiengeschichten und Hintergründe wurden aufwendig von der Geschichtswerkstatt Lüneburg recherchiert. Die in der Zeit der NS-Diktatur abgerissene Lüneburger Synagoge im Jahr 1895 (Quelle: Stadtarchiv Lüneburg, Fotograf Eduard Lühr).

Die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung beginnen um 11 Uhr mit Grußworten von Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Pastor i.R. Hans-Wilfried Haase von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. (GCJZ) sowie eines jüdischen Nachfahren. Anschließend wird Rabbiner Jona Simon aus Oldenburg die Stele enthüllen und ein Gebet sprechen. Begleitet wird die Veranstaltung von der Musikschule Lüneburg. Superintendentin Christine Schmid vom Kirchenkreis Lüneburg gibt abschließend Worte zum Weg. 

Während der Feierlichkeiten wird der Bereich rund um die Gedenkstätte von 10 Uhr bis ca. 13 Uhr aufgrund der erwarteten hohen Besucherzahl großräumig für den Autoverkehr gesperrt:

- Die Straßen Am Schifferwall und Reichenbachstraße werden voll gesperrt.

- Die Bockelmannstraße ist bis Lise-Meitner-Straße normal befahrbar, danach stadteinwärts in Richtung Am Schifferwall gesperrt. Das Parkhaus am Kino ist weiterhin erreichbar.

Autofahrer werden gebeten, den Bereich während der Veranstaltung möglichst weiträumig zu umfahren. Umleitungen werden ausgeschildert.

Im Anschluss an die Feierstunde wird im Museum Lüneburg an der Willy-Brandt-Straße 1 der Architekt Carl-Peter von Mansberg anhand seines Modells die Ideen und Architektur der erneuerten Gedenkstätte erläutern. Außerdem wird die Historikerin Anneke de Rudder zur Geschichte der Synagoge und der jüdischen Gemeinde in Lüneburg vortragen.

Danach bietet die Geschichtswerkstatt   einen Stadtrundgang zum Thema „Jüdisches Leben in Lüneburg“ an. Beginn ist um 14 Uhr, Treffpunkt ist am Museum Lüneburg.

Zum Abschluss des Programms findet ab 15 Uhr in der St. Nicolai eine Gedenkfeier statt, die von den Schülerinnen und Schülern der Herderschule gemeinsam mit Pastor Eckhard Oldenburg und Pastor Renald Morié gestaltet wird. Die Schülerinnen und Schüler werfen dabei einen Blick zurück auf das Jahr 1939 und nehmen Bezug zu heute. Anschließend gibt es bei einem gemeinsamen Ausklang in der St. Nicolai Gelegenheit für Gespräche.