Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Neues Bildungsprojekt in Lüneburg: „Rucksackmütter“ stärken andere Mütter mit Migrationshintergrund (11.12.2018)

Sie tragen sinnbildlich einen Rucksack mit sich - gefüllt mit Lebens-erfahrungen, Kompetenzen und mit vielen Bildungsmaterialien in verschiedenen Sprachen. So ausgerüstet gehen die sogenannten „Rucksackmütter“ in die Kindergärten, um dort andere Mütter mit Migrationshintergrund zu unterstützen. „Indem wir die Eltern stärken und anleiten, stärken wir die Kinder“, erklärt Heike Zabel. Zabel ist Koordinatorin des Bildungs- und Integrationsprojektes „Rucksack“, das die Hansestadt Lüneburg seit einem Jahr an den Standorten Kita Kaltenmoor, Awo Kita Kaltenmoor und im Stadtteilhaus Salino anbietet. „Ziel ist es, Eltern und Kindern mithilfe der Rucksackmütter den Einstieg ins deutsche Bildungssystem zu erleichtern“, so Zabel. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Sie tragen sinnbildlich einen Rucksack mit sich - gefüllt mit Lebens-erfahrungen, Kompetenzen und mit vielen Bildungsmaterialien in verschiedenen Sprachen. So ausgerüstet gehen die sogenannten „Rucksackmütter“ in die Kindergärten, um dort andere Mütter mit Migrationshintergrund zu unterstützen. „Indem wir die Eltern stärken und anleiten, stärken wir die Kinder“, erklärt Heike Zabel. Zabel ist Koordinatorin des Bildungs- und Integrationsprojektes „Rucksack“, das die Hansestadt Lüneburg seit einem Jahr an den Standorten Kita Kaltenmoor, Awo Kita Kaltenmoor und im Stadtteilhaus Salino anbietet. „Ziel ist es, Eltern und Kindern mithilfe der Rucksackmütter den Einstieg ins deutsche Bildungssystem zu erleichtern“, so Zabel.

Ein Jahr nach dem Projektstart zogen die Beteiligten jetzt im Rahmen einer Zertifizierungsfeier im Salino eine erste Bilanz. Rucksackmutter Duygu Özbisikletci erinnert sich an ihre Nervosität vor dem ersten Elterntreffen im Salino. Sie sei unsicher gewesen, ob das Angebot von Müttern überhaupt angenommen wird. „Und plötzlich standen da 13 Mütter, die teilnehmen wollten“, erzählt Özbisikletci und strahlt. Gemeinsam habe man gebastelt, Lieder gesungen, gereimt und Lernmaterialien für Kinder durchgesprochen – auf Deutsch und manchmal auch mit Händen und Füßen. Die Atmosphäre untereinander sei von Anfang an sehr vertrauensvoll gewesen. „Wir haben zusammen gelernt, gelacht und manchmal auch geweint“, erzählt Özbisikletci. Die Lüneburgerin ist eine von fünf ausgebildeten Elternbegleiterinnen in der Hansestadt, die seit einem Jahr als Rucksackmutter in den Kitas arbeiten. Für einige von ihnen ist ihr Einsatz als Elternbegleiterin zugleich der Einstieg ins Berufsleben. Aktuell werden zwei weitere Mütter ausgebildet, die dann ab 2019 neue Rucksackgruppen in den Kitas Kreideberg und St. Michaelis leiten.

„Eine beachtliche Entwicklung“, freut sich Thomas Wiebe, Leiter des Bereiches Bildung und Betreuung bei der Hansestadt. „28 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Lüneburg haben einen Migrationshintergrund und viele von ihnen wachsen mehrsprachig auf“, macht Wiebe die Bedeutung des Bildungs- und Integrationsprogrammes deutlich, das auch maßgeblich zur Sprachförderung beiträgt.

Aus den teilnehmenden Kindertagesstätten ist die Rückmeldung ebenfalls durchweg positiv. „Das Rucksackprojekt ist eine Riesenbereicherung für uns und unsere Eltern“, sagt Hülya Yildiz, Leiterin der städtischen Kita Kaltenmoor. Gesichert ist das Projekt vorerst bis zum Jahr 2020 – so lange läuft das Bundesprojekt „Kita-Einstieg – Frühe Bildung: Gleiche Chancen“, in dessen Rahmen das Programm Rucksack realisiert wird.

Fotos: Hansestadt Lüneburg
BU: Erfahrene Rucksackmütter und angehende Rucksackmütter bei den Feierlichkeiten im Salino anlässlich des ersten erfolgreichen "Rucksackjahres" in Lüneburg: (v.l.) Lüneburgs Rucksackbeauftragte Heike Zabel, Sabine Perten, Leiterin des Programms Kita-Einstieg, Kathrin Hussein (Rucksackmutter ab 2019), Duygu Özbisikletci, Ghazale Ramadan, Leila Sello, Samia El Molla, Miriam Sello mit Tochter Jasmin und Leila Alloh (Rucksackmutter ab 2019).