Aktuelles

Großbrand im Heiligengeiststift

Meldung von Montag, 15. April 2019, 15:20 Uhr:

Nach wie vor gesperrt bleiben muss die Ritterstraße, da die Sicherungskonstruktion des Giebels bis über die Fahrbahn reicht.(Foto: Hansestadt Lüneburg) (sp) Lüneburg. Nach dem Großbrand im Heiligengeiststift in der Lüneburger Altstadt trifft sich Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke heute (Montag, 15. April 2019) mit den Mietern des Stifts, um sie über den aktuellen Sachstand zu informieren und gemeinsam zu besprechen, wie es weitergeht. „Wir werden alle Mieter bei der Suche nach Ersatzwohnraum so gut es geht unterstützen“, so Steinrücke. Nach erster Einschätzung rechnet die Stadt damit, dass die Wohnungen nicht vor frühestens Ende 2021 wieder bezogen werden können. „Wir appellieren daher an die Vermieter in Lüneburg, sich unbedingt zu melden, wenn sie uns vorübergehend Wohnungen oder Ferienwohnungen zur Verfügungen stellen können.“ Ansprechpartnerin ist hier Almut Groth vom Senioren- und Pflegestützpunkt (04131-3093717). Insgesamt haben 13 Menschen im Heiligengeiststift gelebt. Im Sinne des Stiftungszweckes sind es Menschen, die älter als 60 Jahre sind und nicht viel Geld zur Verfügung haben.  

Schulbetrieb kaum beeinträchtigt
Nicht in Gefahr ist der Schulbetrieb an der Grundschule Heiligengeist. Die Brandschutzwand zwischen den beiden Gebäudeteilen hat glücklicherweise weitestgehend standgehalten. In Mitleidenschaft gezogen wurden durch Löschwasser lediglich das Lehrerzimmer und ein angrenzender Lehrmittel- und Ruheraum. Hier ist geplant, eine Staubschutzwand zu ziehen und die Sanierungen parallel zum Schulbetrieb vorzunehmen. Bevor die Schule nach den Osterferien wieder startet, wird allerdings ein Schadstoffgutachter alle Räume untersuchen. Da die Messungen und die Auswertung einige Tage in Anspruch nehmen, kann es sein, dass nicht alle Räume zum Schulstart nach den Ferien sofort wieder freigegeben sind. Welche Auswirkungen das möglicherweise für den Unterricht hat, darüber wird die Stadt rechtzeitig informieren.

Schadensausmaß und Wiederaufbau
Das abgebrannte Wohngebäude selbst ist nach wie vor versiegelt und darf nicht betreten werden. Sobald hier die Freigabe durch die Kriminalpolizei erfolgt ist, werden sich Statiker und Gutachter gemeinsam mit der Gebäudeversicherung ein genaueres Bild vom Ausmaß der Schäden  machen können. Erst danach werden das weitere Vorgehen sowie ein Zeitplan besprochen werden können. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich um einen Schaden in Millionenhöhe handelt und die Planungen sowie der Wiederaufbau mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.

Sperrung Ritterstraße bleibt bestehen
Nach wie vor gesperrt bleiben muss die Ritterstraße. Zwar ist der einsturzgefährdete Giebel zur Ritterstraße mittlerweile abgesichert worden. Da die Sicherungskonstruktion des Giebels aber bis über die Fahrbahn reicht, muss diese bis auf weiteres für den kompletten Verkehr gesperrt bleiben.

Seniorenstützpunkt weiterhin erreichbar
Der Senioren- und Pflegestützpunkt REGION Lüneburg, der ebenfalls im Heiligengeiststift untergebracht war, ist telefonisch unter den bekannten Nummern erreichbar. Auch finden nach vorheriger Terminvereinbarung weiterhin Beratungsgespräche in anderen Räumen statt. Wann die Seniorenberaterinnen ihre Büros wieder beziehen können, steht noch nicht fest. Die Stadt sucht derzeit für Veranstaltungen und Angebote der Einrichtung nach alternativen Räumlichkeiten.

Rückblick: Großeinsatz am Freitag
Der Brand im Heiligengeiststift war am Freitagnachmittag im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes ausgebrochen. Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei waren mit mehr als 150 Einsatzkräften aus Stadt und Landkreis vor Ort. Alle Bewohner konnten mit nur leichten Verletzungen rechtzeitig aus dem Gebäude befreit werden, Sie sind vorübergehend im "Wohnpark An der Saline" oder bei Freunden und Verwandten untergekommen. 

 

Meldung von Freitag, 12. April, 17:40 Uhr

Die Feuerwehr hatte den Brand gegen 17:15 Uhr unter Kontrolle. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Großbrand im Heiligengeiststift in der Lüneburger Altstadt: Am Freitagnachmittag, 12. April 2019, sind das erste Obergeschoss und der Dachstuhl eines Seitenteils des historischen Gebäudes komplett ausgebrannt. Sechs Bewohner und zwei Mitarbeiter konnten mit Leitern rechtzeitig gerettet werden – sie alle wurden leicht verletzt.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge machte sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß des Feuers. „Ein Brand in der Altstadt ist immer ein Albtraum. Wir haben Glück, dass alle Personen im Gebäude gerettet wurden und dass die Feuerwehr ein Übergreifen auf die Schule verhindern konnte“, so Mädge. „Ein Kompliment an unsere Feuerwehr, die hier tolle Arbeit geleistet hat.“

Der Dachstuhl des Heiligengeiststifts brannte aus. Foto: Hansestadt LüneburgDie Feuerwehr war mit vier Löschzügen angerückt. Gegen 17.15 Uhr brachte sie das Feuer unter Kontrolle. Alle Bewohner des Stiftes werden in anderen Einrichtungen der Stadt untergebracht.

Das Gebiet rund um den Lambertiplatz, die Heiligengeiststraße und die Ritterstraße musste während der Löscharbeiten für den Verkehr gesperrt werden. Die Ritterstraße muss noch länger gesperrt bleiben, weil die Sicherungsarbeiten am Giebel noch andauern.

Gebäude soll wieder aufgebaut werden
„Natürlich wird die Stiftung das Gebäude wieder aufbauen. Auch die Wohnungen dort werden wieder eingerichtet“, betonte Oberbürgermeister Ulrich Mädge am Tag nach dem Brand. Das werde aber auch mit Blick auf den Denkmalschutz bestimmt eineinhalb Jahre dauern.

In der nächsten Woche finden die ersten Gespräche mit der Versicherung statt. Die Hansestadt will sich außerdem zügig darum kümmern, dass die in der Schule betroffenen Räume so schnell wie möglich saniert werden. Zwar hat die Brandschutzmauer zur Schule weitestgehend gehalten, aber das angrenzende Lehrerzimmer und ein Lehrmittelraum sind durch das Löschwasser beschädigt worden.