Glockenspiel auf dem Rathausturm

Das Glockenspiel

Dreimal täglich erklingen auf dem Rathausturm die Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz. Foto: Hansestadt LüneburgEs ist eine feste Lüneburger Tradition seit 1956: Ganz oben auf dem Rathausturm erklingen dreimal täglich die 41 Glocken aus Meißener Porzellan. Die Spielzeiten sind jeweils um 8, 12 und 18 Uhr. Nur in der Wintersaison ist nichts zu hören. Dann versetzt die Hansestadt ihre Glocken in einen Winterschlaf, weil Kälte und Frost dem kostbaren Porzellan zusetzen. Vor allem beim Anschlagen der Glocken könnte es dann passieren, dass sie springen. Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen angestiegen sind, können die Glocken wieder ihren alltäglichen Dienst tun, zur Stunde schlagen und drei Mal am Tag die Lüneburger und die Besucher der Stadt mit den Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800) verwöhnen.

Unterschiedliche Melodien in den Jahreszeiten
Grundsätzlich erklingen zu den Jahreszeiten unterschiedliche Melodien. Im Frühjahr werden in der Reihenfolge gespielt: „An die Natur“, „Es war ein Schäfer und seine Schäferin“ und das berühmte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ mit dem Text des Gedichts von Matthias Claudius.

Im Sommer ist dann zuerst der „Heureigen“, dann „Der Landmann“ und wieder das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ zu hören.

Im Herbst wird zuerst das Erntelied „Bauernmarsch“, daraufhin der „Erntetanz“ aus der Oper „Das Erntefest“ und zuletzt wieder das Abendlied gespielt.

Errichtung zum 1000-jährigen Stadtjubiläum
Das Glockenspiel ist 1956 auf dem Rathausturm installiert worden. Foto: Hansestadt LüneburgDie 41 Glocken samt Glockenstuhl stammen aus dem Jahre 1956, dem Jahr als Lüneburg 1000-jähriges Jubiläum feierte. Zahlreiche Lüneburger Einrichtungen beteiligten sich damals an der Errichtung des Spiels und schufen mit den Glocken aus dem besonderen Porzellan eine Seltenheit in Deutschland.

Im Frühjahr 2016 ist der Glockenstuhl zuletzt modernisiert worden, weil die Witterung der Anschlagtechnik zu schaffen machte. Zum Teil hatte sich Rost gebildet oder die Teile sind einfach verschlissen. Damals sind die Anschlagklöppel und die Anspieltechnik überarbeitet worden. Auch die Holzkonstruktion des Stuhls war in die Jahre gekommen, so dass ein neuer Stuhl aus robustem Eichenholz montiert worden ist.

 

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Hansestadt Lüneburg

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