Ratsbücherei Lüneburg

Historischer Altbestand

SachsenspiegelDie Ratsbücherei der Hansestadt Lüneburg ist über 600 Jahre alt und zählt damit heute zu den ältesten Stadtbibliotheken Deutschlands. Ihre Ursprünge gehen auf die Bibliothek des Rates zurück („des rades liberie“), deren Standort im Rathaus war. Nach Einführung der Reformation und Auflösung des Franziskanerklosters am Marienplatz wurde sie 1555 mit der Klosterbibliothek vereinigt und im Gebäude des Klosters am Marienplatz untergebracht.

Der Altbestand setzt sich daher aus den Klosterhandschriften, die überwiegend  theologischer Natur sind, sowie den Beständen des Rates, die zum großen Teil juristische Texte (Sachsenspiegel, Schwabenspiegel) beinhalten, zusammen.

Jahrhundertelang war die Bibliothek jedoch auch Sammelpunkt für weitere Bibliotheken der Stadt und konnte ihre Bestände durch Schenkungen Lüneburger Patrizier, Ärzte und Apotheker vermehren. Heute besitzt die Ratsbücherei Lüneburg 796 Handschriften, 1131 Inkunabeln und rund 20.000 Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Eine Besonderheit innerhalb dieses historischen Bestandes bilden die Musikalien, darunter zwei mittelalterliche Musikhandschriften, zahlreiche Manuskripte und Drucke von Werken des 16. bis 20. Jahrhunderts (z.B. des Lüneburger Komponisten J.A.P. Schulz), Erstausgaben von Bach, Mozart oder Schumann sowie Autografen Matthias Weckmanns oder des Lüneburger Organisten Georg Böhm.

Eine einzigartige Kostbarkeit stellen die weltweit bekannten „Lüneburger Orgeltabulaturen“ dar. Als wichtigste, teilweise einzige Quelle für die Werke Franz Tunders, Heinrich Scheidemanns u.a. sind sie seit Jahrzehnten immer wieder Gegenstand der internationalen Musikforschung.

Einsicht in Titel des Altbestandes ist grundsätzlich während der Öffnungszeiten und nach Voranmeldung möglich.

Führungen mit Einblick in den historischen Altbestand führen wir auf Anfrage für Gruppen durch.

Ansprechpartner

Hansestadt Lüneburg

Leiter Stadtarchiv Dr. Thomas Lux +49 4131 309-3223 E-Mail senden