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Regenwasser

Förderprogramm zur Regenwassernutzung

Die Hansestadt Lüneburg fördert die Regenwassernutzung zum Bewässern von Gärten. Foto: Pixabay/annawaldlHobby-Gärtnerinnen und -Gärtner spüren es deutlich: Seit Jahren werden die Sommer immer trockener. Wenn es regnet, kann der Boden gerade nach einer längeren Trockenperiode kaum Wasser aufnehmen kann. Es hilft also alles nichts: Die Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner müssen regelmäßig zur Gießkanne greifen. Dabei gilt es, mit der Ressource Wasser sparsam umzugehen und Grundwasser nicht zu verschwenden.

Im Klimaschutzplans 2030 gibt es darum im Sinne der Klimaanpassung einen Steckbrief zum wassersparenden Verhalten. Was das konkret heißt: Neben der Aufklärung über wassersparendes Verhalten bringt die Hansestadt Lüneburg ein neues Förderprogramm heraus, das Privatpersonen ermutigt, Regenwasser in Zisternen zu sammeln und dieses für die Gartenbewässerung zu nutzen. Eine neue Zisterne zwischen 2,5 und 5 m³ bezuschusst die Hansestadt Lüneburg mit 300 Euro; 400 Euro gibt es für eine Zisterne mit einem Volumen von mehr als 5 m³. Gestaltungsvorgaben gibt es keine, die Zisterne kann sowohl unter- als auch oberirdisch installiert werden. Im Jahr 2021 stehen für das Förderprogramm 15.000 Euro zur Verfügung.

Förderantrag
Den Förderantrag können Sie per E-Mail an umwelt@stadt.lueneburg.de senden oder per Post an

Hansestadt Lüneburg
Bereich Umwelt
Postfach 2540
21315 Lüneburg



Förderprogramm für eine Regenwassernutzung in der Hansestadt Lüneburg vom 1. August 2021

1. Ziel der Förderung

Ziel dieser Förderrichtlinie ist, die Nutzung von Grundwasser zur Bewässerung von Gärten zu verringern. Mittels der Verwendung von gesammeltem Regenwasser sollen die Ressourcen an qualitativ hochwertigem Wasser geschützt werden. Regenwassernutzungsanlagen im Sinne dieser Richtlinie sind Regenwasserspeicher (Zisternen), die von überbauten und befestigten Grundstücksflächen ablaufendes Regenwasser sammeln und dieses zum Zwecke der Gartenbewässerung zur Verfügung stellen.

2. Gegenstand der Förderung
Gegenstand der Förderung sind die erstmalige Einrichtung festinstallierter Zisternen zur Nutzung des Regenwassers zur Gartenbewässerung, eine komplette Erneuerung oder eine wesentliche Erweiterung bestehender Anlagen. Eine wesentliche Erweiterung liegt bei einer deutlichen Erhöhung des Speichervolumens der Anlage vor. Davon kann ausgegangen werden, wenn das Speichervolumen um mehr als 50 Prozent, mindestens jedoch um 2,5 m³ erhöht wird.
Für jedes Grundstück wird nur eine Anlage gefördert.
Die Errichtung neuer Zu- und Abläufe zu und von Zisternen sowie von Anlagenteilen zur Förderung oder zum Filtern des Regenwassers sind nicht förderfähig. Ebenfalls nicht förderfähig sind bloße Unterhaltungs-, Instandhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen von vorhandenen oder neuen Anlagen.

3. Antragsberechtigte und Antragsverfahren
3.1 Antragsberechtigt sind private Grund- und Gebäudeeigentümer oder sonstige dinglich Verfügungsberechtigte sowie Pächter oder Mieter. Mieter oder Pächter benötigen die schriftliche Genehmigung des Eigentümers oder des Erbbaurechtsnehmers zu der Errichtung und dem Betrieb der Anlage.
Die Antragstellung erfolgt in schriftlicher Form oder digital bei der
Hansestadt Lüneburg
Bereich Umwelt
Postfach 2540
21315 Lüneburg
Per Mail: umwelt@stadt.lueneburg.de

3.2 Dem Antrag sind beizufügen:

  • das ausgefüllte Formblatt
  • ein Eigentumsnachweis bzw. eine Einverständniserklärung des Eigentümers oder des Erbbaurechtsnehmers,
  • ein Grundstückslageplan im Maßstab 1:500 mit skizzenmäßiger Eintragung der Anlage mit Zu- und Abläufen,
  • eine Baubeschreibung der Anlage (Größe, Material des Behälters und der Zu- und Überlaufleitungen, Einbautiefe, Zugänglichkeit für Reinigungen, Art der Wasserförderung).

4. Art und Höhe der Förderung
Die Fördermittel werden als einmalige, nicht rückzahlbare Zuschüsse ausgereicht.
Die Höhe der Förderung beträgt für Speicher bei einem Nutzinhalt

  • kleiner als 2,5 m3: kein Zuschuss,
  • 2,5 m3 bis 5,0 m3: 300,- € Zuschuss,
  • größer als 5,0 m3: 400,- € Zuschuss.

5. Zuwendungsvoraussetzungen
5.1 Eine Förderung kann ausschließlich für Maßnahmen im Gebiet der Hansestadt Lüneburg beantragt werden.
5.2 Mit dem Bau darf erst nach Ausstellung des Förderbescheides durch die Hansestadt Lüneburg begonnen werden.
5.3 Eine Zuwendung wird nur für funktionstüchtige Anlagen gewährt, für die keine rechtliche Verpflichtung zur Errichtung besteht (z. B. durch Bebauungsplan, Entwässerungsgenehmigung).
5.4 Unbelastetes Niederschlagswasser von Überläufen aus Wasserspeichern ist der Versickerung zuzuführen, wenn behördliche Vorschriften (bspw. Anschlusszwang) dem nicht entgegenstehen und die Boden- und Grundwasserverhältnisse dieses ermöglichen. Für die Ableitung von Überschusswasser in die öffentliche Kanalisation ist eine Genehmigung gemäß der Abwasserbeseitigungssatzung der Hansestadt Lüneburg erforderlich.
5.5 Erforderliche Zustimmungen und Genehmigungen nach anderen Rechtsvorschriften sind durch den Förderantrag nicht berührt (z. B. Baugenehmigung, Freistellung). Die Anträge dafür müssen gesondert gestellt werden.

6. Vergabe der Mittel
Auf die Mittel dieses Förderprogramms besteht kein Rechtsanspruch. Sofern die vorhandenen Mittel nicht für alle Bauvorhaben ausreichen, erfolgt die Vergabe nach der Reihenfolge der Antragstellung.

7. Auszahlung der Fördermittel
Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt nach Fertigstellung der Anlage und Abnahme durch die Hansestadt Lüneburg bzw. einer von ihr beauftragten Stelle.

8. Inkrafttreten
Dieses Förderprogramm tritt am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft.

Lüneburg, 1. August 2021

Mädge