Kampfmittel

Blindgänger: So können Grundstückseigentümer vorsorgen

Die Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen Lüneburg bis heute. Die Hansestadt selbst hat zuletzt bis Frühjahr 2018 alle bis dato bekannten Blindgängerverdachtspunkte auf städtischem Grund gezielt untersucht und die dabei gefundenen Blindgänger vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärfen lassen.

Aber auch andere Grundstückseigentümer, ob öffentlich oder privat, sind bei der Bewältigung der Altlasten gefordert und können sich hierzu bei der Hansestadt beraten lassen. Denn niemand kann wollen, dass bei eigentlich kleinen Arbeiten, etwa um den Garten umzugestalten o.ä., das Graben in tieferen Schichten zufällig zu einem Blindgänger führt.

Die Hansestadt möchte es Grundstückseigentümern leicht machen vorzusorgen und bietet darum eine zentrale Info-Telefonnummer und auf dieser Seite einige Antworten auf gängige Fragen.

(Redaktioneller Hinweis: Die Seite ist im Juni 2018 aktualisiert worden. Im ersten Aufschlag befanden sich hier die Informationen rund um die gezielte Untersuchung von Blindgängerverdachtspunkten durch die Hansestadt. Diese Aufgabe ist inzwischen abgearbeitet, siehe oben.)

Tipp
Wer auf seinem Grundstück ins Erdreich eingreifen oder kleinere, auch genehmigungsfreie Umbauten vornehmen möchte, bei denen es mehr als einige Spatenstiche in die Tiefe geht, sollte sich vorab bei der Hansestadt über sein Grundstück informieren.

Warum sollten Eigentümer Auskünfte zu einem möglichen Kampfmittelverdacht auf ihrem Grundstück einholen?

Erfahrungswerte und Untersuchungen vergangener Jahre legen die Einschätzung nahe, dass von einem Bombenblindgänger, der in einiger Tiefe sicher im Erdreich liegt, im Normalfall keine akute Gefährdung ausgeht. Glaubt man den Fachleuten, steigt allerdings das Gefährdungspotenzial von nicht detonierten Bomben im Laufe der Zeit zum Beispiel durch Korrosionsschäden (Rost). Die Bergung bzw. Entschärfung wird dann zunehmend schwieriger. Insofern ist es besser, jetzt zu handeln und ein Stück mehr Sicherheit für die eigene Immobilie, aber auch für sich und nachfolgende Generationen zu schaffen.

Wo sieht die Stadt Risiken für weitere Blindgänger?

Die vorhandenen Unterlagen, zum Beispiel auch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen, bieten nach Einschätzungen der Verwaltungeine gute Erkenntnislage für die Hansestadt Lüneburg. So gelten nahezu 90 Prozent des Stadtgebietes als Flächen, auf denen es derzeit keinen Anlass gibt, Blindgänger zu vermuten. Dazu zählen auch die Flächen, die bereits sondiert sind.

Es gibt aber auch Flächen, auf denen ein Restrisiko nicht auszuschließen ist. Dazu zählen per se (ehemals) militärisch genutzte Flächen sowie die Teile des Stadtgebietes, in denen es nachweisbar Luftangriffe gegeben hat. Sofern diese Flächen nicht schon weiter untersucht worden sind, etwa bei Bauvorhaben, gelten sie als so genannte Kampfmittelverdachtsflächen.

Wie erfahre ich, ob es auf meinem Grundstück womöglich auch einen alten Blindgänger gibt und was kann ich tun?

Grundsätzlich ist der Umgang mit Verdachtsflächen in der Hansestadt Lüneburg in den letzten Jahren immer weiter systematisiert worden. So wird bei jedem Bauantrag und bei jeder Bauleitplanung automatisch der für Gefahrenabwehr zuständige Bereich Ordnung der Hansestadt Lüneburg mit befragt, ob es dort einen Verdacht gibt.

Über das zentrale Info-Telefon können Grundstückseigentümer anfragen, wie es sich für ihr Grundstück verhält und erhalten möglichst kurzfristig Informationen, ob zum Beispiel eine Sondierung zu empfehlen ist oder ob die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins von Kampfmitteln auf dem Grundstück als gering zu bewerten ist. Bei genehmigungsbedürftigen Bauvorhaben macht die Hansestadt eine Sondierung im Bereich des Baufeldes inklusive Sicherheitszuschlag zur Auflage.

Wer trägt die Kosten für die Sondierungen?

Der jeweilige Grundstückseigentümer. Denn jeder Mensch ist für sein Eigentum verantwortlich und auch dafür, dass von diesem Eigentum keine Gefahr ausgeht.

Die Kosten können sehr unterschiedlich hoch sein. Im Durchschnitt hat die Hansestadt für die Sondierungen auf ihren eigenen Grundstücken rund 10.000 Euro veranschlagt. Die Kosten für die Entschärfung, Bergung und Entsorgung eines Blindgängers durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen trägt das Land.

Info-Telefon
Grundstückseigentümer im Lüneburger Stadtgebiet, die sich über eine mögliche Kampfmittelbelastung ihres Grundstückes informieren wollen, können sich an die zentrale städtische Rufnummer wenden: Telefon 04131 309-4400
Unter dieser Nummer können sich gern auch Zeitzeugen melden, die Hinweise auf weitere mögliche Blindgänger-Fundorte haben.

Ansprechpartner

Hansestadt Lüneburg

Info-Telefon zur Kampfmittelbelastung von Grundstücken +49 4131 309-4400