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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

75 Jahre Frieden: Gemeinsam gedenken in Zeiten von Corona (06.05.2020)

(sp) Lüneburg. Es ist ein besonderer Jahrestag: Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. „Auch wenn wir in diesem Jahr den Gedenktag anders als geplant begehen, ist dies ein wichtiges Datum für unsere Lüneburger Erinnerungskultur. Denn Krieg, Gewalt und Verfolgung fanden nicht weit weg statt, sondern auch inmitten unserer Stadt. Dieser Gedenktag erinnert uns an die unzähligen Opfer ebenso wie an unsere demokratische Verantwortung, solches Leid in Zukunft zu verhindern“, so Oberbürgermeister Ulrich Mädge.
 
Rund um diesen Gedenktag hatten sowohl die Hansestadt als auch viele Lüneburger Kulturschaffende und Institutionen eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen geplant. „Das ist natürlich schade. Der Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist für uns als Hansestadt sehr wichtig, gerade auch in Hinblick auf die aktuellen Projekte zur Lüneburger Erinnerungskultur und die historische Bedeutung der Region Lüneburg. Denn ganz hier in der Nähe auf dem Timeloberg bei Wendisch-Evern fand am 4.  Mai 1945 die Teilkapitualition der Wehrmacht statt und läutete damit das Ende des Zweiten Weltkrieges ein“, erklärt Katrin Schmäl, Kulturreferentin der Hansestadt Lüneburg.

Eine Broschüre der Hansestadt mit den gebündelten Veranstaltungen rund um den Gedenktag war bereits druckreif. Beteiligt hatten sich Akteure der Erinnerungskultur und der kulturellen Bildung wie das Museum Lüneburg, das Ostpreußische Landesmuseum, das Nordost-Institut, die VHS REGION Lüneburg und der Volksbund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Weitere Beiträge kamen von Kulturschaffenden vom Theater und dem Berufsbund bildender Künstler (BKK), dem Scala Programmkino sowie von der Initiativgruppe Timeloberg und dem Lichtkünstler Wolfgang Graemer. „Auch wenn vieles nun nicht wie geplant stattfinden kann, so hat sich doch wieder gezeigt, wie engagiert und vielfältig die Lüneburger Kulturlandschaft ist. Wir freuen uns über alle Angebote, die trotz der aktuellen Situation in anderen Form oder digital stattfinden können“, betont Schmäl.

Ein besonderes Video-Projekt zum Gedenktag haben das Museum und Theater Lüneburg auf die Beine gestellt. Dieses wird als Ersatz für die ursprünglich geplante Gedenkveranstaltung ab dem 8. Mai um 19 Uhr auf den digitalen Kanälen von Hansestadt, Museum und Theater zu sehen sein. Neben einem Grußwort des Oberbürgermeisters Ulrich Mädge zum Gedenktag werden darin Zeitzeugenberichte, Exponate des Museums Lüneburg sowie Musik aus der damaligen Zeit gezeigt.

Die VHS REGION Lüneburg und die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg senden am Mittwoch, 6. Mai um 18 Uhr den 32-minütige Film „Unnütze Esser“ über die Kinder-Euthanasie« im Nationalsozialismus am Beispiel der Kinderfachabteilung Lüneburg live über die Internetseite www.vhs.lueneburg.de/film-lueneburg-1945. Anschließend findet via Livestream eine Diskussionsrunde zu den Themen Psychiatrie, Jugendfürsorge und Behindertenarbeit nach 1945 unter Leitung von Dr. Carola Rudnick statt.

Das Kulturreferat der Hansestadt hofft, dass möglichst viele weitere Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden können. So kann voraussichtlich die Ausstellung des BKK „Damals-Heute-Morgen“ Ende November des Jahres starten. Für weitere ursprünglich geplante Vorträge, Geschichts- und Kunstausstellungen, Diskussionensrunden, Workshops oder auch geplante Theaterstücke suchen Hansestadt sowie Veranstalter aktuell nach alternativen Terminen und Möglichkeiten, berichtet Katrin Schmäl: „Wir sind mit den Akteuren in Kontakt und informieren über die Kanäle der Hansestadt Lüneburg dazu, wann wir geplanten Veranstaltungen und Projekte zu einem späteren Zeitpunkt durchführen können.“