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Abschied nach fast 50 Jahren – Lüneburgs Kita-Betreuerin Liselotte Großert geht in den Ruhestand (18.03.2020)

Liselotte Großert geht nach 47 Dienstjahren in den Ruhestand. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Krippen gab es in Lüneburg gar keine, Kindergartenplätze waren in der Regel Halbtagsplätze und Erzieher gab es im Überfluss, als Liselotte Großert in den 1970er-Jahren die Verantwortung für den Bereich der Kleinkindbetreuung in Lüneburg übernahm. „Das waren ganz andere Zeiten“, blickt Großert zurück, die sich nun nach 47 Dienstjahren bei der Hansestadt Lüneburg in den Ruhestand verabschiedet.

Direkt nach ihrer Ausbildung als Verwaltungslehrling fing Großert im Bereich Kindertagesstätten an. „Ich hätte mir auch was ganz Anderes vorstellen können, aber es gab kaum freie Stellen und damit wenig Auswahl“, erinnert sie sich. Doch aus einem Zufall wurde Leidenschaft. „Es war total vielfältig und immer spannend“, sagt Großert. Bis 2008 blieb sie im Bereich Kindertagesstätten allein verantwortlich für alle Aufgaben rund um das Thema Kinderbeteuerung. „Langweilig wurde das nie“, betont Großert, die viele Umbrüche und Entwicklungen miterlebt hat.

So nahm in den 80er Jahren der Bedarf an Kindertagesplätzen immer weiter zu. Er wurden immer neue Kitas gebaut und mehr Personal eingestellt. „Nach der Wende kamen sehr viele Erzieherinnen aus der ehemaligen DDR zu uns“, erinnert sich Großert. Einen Einschnitt bedeutete in den 80er-Jahren auch die Umstellung von festen Elternbeiträgen hin zu nach Verdienst gestaffelten Beiträgen. „Da gab es damals große Proteste“, sagt Großert.  

Als eine der intensivsten Zeiten aber erinnert sich die Lüneburgerin an die Streikwelle von 2015. „Da herrschte wirklich wochenlang Ausnahmezustand.“ Jeden Morgen habe man neu schauen müssen: Wer arbeitet, wer muss betreut werden, wie gelingt die Notbetreuung. „Der Unmut der Eltern war verständlicherweise groß. Aber wir haben dann immer wieder darauf hingewiesen, dass es ein Streikrecht gibt, das wir nicht unterbinden können.“

Um 14 städtische Einrichtungen kümmerte sich die Kitafachfrau zuletzt. „Als ich anfing, waren es sechs Einrichtungen und in Lüneburg gab es insgesamt rund 600 Plätze.“ Heute gibt es in der Hansestadt 3536 Plätze, 1434 davon entfallen auf städtische Kitas. „Das ist eine unglaubliche Entwicklung“, bilanziert Liselotte Großert. Größte Herausforderung heute sei die Gewinnung von Erzieherinnen und Erzieher. „Wir wollen unseren guten Betreuungsschlüssel aufrechterhalten, haben aber immer wieder mit vakanten Stellen zu kämpfen“, so Großert. Zu Ende März verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Ihre Kollegen hat sie bereits eingearbeitet.

Foto: Hansestadt Lüneburg