Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

AGL baut neue Rechen- und Pumpenanlage fürs Lüneburger Klärwerk (08.11.2019)

Auf dem Gelände der AGL entsteht zurzeit eine neue Rechen- und Pumpenanlage. Neben AGL-Geschäftsführer Lars Strehse und Torsten Bolick, Bereichsleiter für die Kläranlage, zu der der Neubau gehört, begrüßen auch Umweltdezernent Markus Moßmann und Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Minks (v.r.n.l.) die Investition. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Das Lüneburger Kanalnetz ist eines der ältesten in Europa, es entstand ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Rund 100 Jahre später, nämlich ab 1957, nahm die Lüneburger Kläranlage an der Bockelmannstraße ihren Betrieb auf. Keine Frage, dass die Geschichte von Kanälen und Abwasserreinigung in Lüneburg auch eine der fortlaufenden Investitionen und Erweiterungen ist - und diese wird aktuell um Kapitel reicher: Auf dem Gelände der AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH) an der Bockelmannstraße entsteht ein neues Rechen- und Pumpwerk. Mit einer Investition in Höhe von rund 9,5 Mio. Euro schlägt die AGL damit einen Bogen in die Zukunft.

Das Pumpwerk und die Rechenanlage sind Teil der ersten, also der mechanischen Stufe der Reinigung des Abwasser. Immerhin 24 Mio. Liter Abwasser durchlaufen bei Trockenwetter täglich die Lüneburger Kläranlage – im Jahr rund 9 Mio. Kubikmeter. Das Abwasser aus Lüneburg und umliegenden Samtgemeinden gelangt über verschiedene, bis zu 5 m tiefe Abwasserkanäle zur Kläranlage. Bislang, so erläutert AGL-Geschäftsführer Lars Strehse, werde "das Abwasser in der jetzt betriebenen Rechenanlage von groben Verunreinigungen bis zu 6 mm Größe befreit und anschließend über ein Pumpwerk zum Sandfang gefördert. Doch die vorhandene Rechenanlage ist über 20 Jahre alt und inzwischen durch die hohe mechanische Beanspruchung sehr stark verschlissen." Im Vergleich verschiedener Varianten habe sich "ein Neubau der Rechenanlage mit leistungsfähigem Schneckenpumpwerk als wirtschaftlichste und nachhaltige Lösung herausgestellt". Die neue Anlage entsteht nun im Südosten der Kläranlage in unmittelbarer Nähe der nachfolgenden Reinigungsstufen.

Über ein Pumpwerk mit drei "Schnecken", so etwas wie Förderschrauben, wird das Abwasser vom Kanal bzw. Zulauf zunächst 8 Meter hoch transportiert und fließt dann im freien Gefälle durch die nachfolgenden Anlagenteile. Anders als beim Vorgänger-Modell kann in der neuen Rechenanlage oberirdisch gerecht werden. "Energieeffizient und verschleißarm", wie Strehse hervorhebt. Weitere Vorteile: Die Rechen sind enger, können Teilchen bis zu 3 mm Größe herausrechen. Auch weniger Geruch und ein leichteres Arbeiten für die AGL-Crew verspricht die neue Anlage.

Auch noch wichtig im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben: Da die neue Anlage auf einem andern Teil des AGL-Geländes entsteht, muss natürlich auch das Abwasser einen etwas anderen Weg nehmen. Zu diesem Zweck werden auch vier der so genannten Zulaufsammler verlegt.  AGL-Chef Strehse erläutert: "Zum überwiegenden Teil werden die neuen Kanäle im geschlossenen Rohrvortrieb ohne Beeinträchtigung der Oberfläche durch den Untergrund gepresst. So wird z.B. der Sportplatz des ESV komplett unterfahren, sodass der Sportbetrieb nur unwesentlich beeinträchtigt wird."

Geplant wurde der Neubau von der PFI Planungsgemeinschaft GmbH & Co. KG aus Hannover und der Niederlassung Hamburg. Die Gesellschaft ist auch mit der Bauleitung und Bauüberwachung beauftragt.

Insgesamt investiert die AGL rund 9,5 Mio. Euro aus dem eigenen Etat in den Neubau der Anlagen.

Abwassergebühren
Bereits im Dezember 2018 hatte der Rat eine zweistufige Gebührenerhöhung für die Schmutzwasserbeseitigung beschlossen: Zum Januar 2019 wurde die Gebühr um 15 Cent von zuvor 1,30 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser auf 1,45 Euro pro Kubikmeter erhöht. Ab Anfang 2020 folgt eine Preissteigerung von 20 Cent pro entsorgtem Kubikmeter Schmutzwasser auf 1,65 Euro. Damit liegt die Hansestadt im Vergleich zu ähnlich großen Städten in Niedersachsen bei den Gebühren für Schmutzwasser immer noch im unteren Bereich.