Ansprechpartner & mehr

Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

AGL erhält Förderung aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Optimierung der biologischen Reinigungsstufe in der Kläranlage (08.01.2020)

Die Kläranlage der AGL. Unten rechts ist das Belebungsbecken zu sehen. Foto: AGLDie Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) plant für 2020 die Optimierung der biologischen Reinigungsstufe in der Kläranlage an der Bockelmannstraße. Insgesamt sind dafür rund 1,6 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen.

Vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit kam jetzt die Zusage, dass das Projekt mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative mit bis zu 200.000 Euro gefördert wird. "Das sind tolle Neuigkeiten", freut sich AGL-Geschäftsführer Lars Strehse.

Im Kläranlagenbetrieb werden große Mengen an Stromenergie für die Belüftung der biologischen Reinigungsstufe benötigt. Das Belebungsbecken, mit seinem Belüftungssystemen und der Drucklufterzeugung, ist der größte Energieverbraucher des Betriebes. Das Belüftungssystem im Becken wird optimiert, so dass der Luftbedarf um bis zu ca. 20 Prozent reduziert werden soll. Damit einhergehend sollen die über 20 Jahre alten Drucklufterzeuger gegen modernere, im Energieverbrauch optimierte Aggregate ausgetauscht werden.

Woher kommt der Strom zum Betrieb der Anlagen?
Die AGL erzeugt den Strom im eigenem Blockheizkraftwerk (BHKW) auf ihrer Großkläranlage an der Bockelmannstraße und zwar völlig klimaneutral - als positiver Nebeneffekt der Abwasserbehandlung. Die AGL betreibt die Großkläranlage Lüneburg in der Jahresbilanz seit vielen Jahren energieautark. Damit ist die Kläranlage schon heute eine der energetisch effektivsten Anlagen bundesweit. Dieses ist auch ein Grund dafür, dass die Abwassergebühren in Lüneburg im Vergleich zu anderen Städten bundesweit mit zu den günstigsten Gebühren zählen. Die Kläranlage Lüneburg betreibt im Prozess der Abwasserreinigung und Schlammbehandlung eine industrielle Faulanlage. Mit dem dort anfallenden Faulgas wird das betriebseigene BHKW betrieben. Mit diesem BHKW konnte in den vergangenen 15 Jahren nicht nur der Jahreswärme- und Strombedarf der Kläranlage an sich, sondern die gesamte Betriebsstätte an der Bockelmannstraße in Lüneburg gedeckt werden.

Der Kläranlage wurden in 2018 rund 8,9 Mio. Kubikmeter häusliches Abwasser von rund 150.000 Einwohnern der Hansestadt Lüneburg und den an das Abwassernetz der AGL angeschlossenen Nachbargemeinden sowie industrielles Abwasser zugeführt. In 2018 wurden vom BHKW 5,5 Mio. Kilowattstunden an Wärmeenergie und 5,6 Mio. Kilowattstunden an Stromenergie produziert, wobei davon 0,5 Mio. Kilowattstunden an Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wurden. Somit kann der technische Kläranlagenbetrieb und die energetische Bewirtschaftung der AGL-Betriebsstätten an der Bockelmannstraße als klimaneutral in Bezug auf die CO2-Bilanz angesehen werden, da Faulgas (auch Klärgas genannt) energetisch genutzt wird. Das Faulgas wird überwiegend aus organischen Stoffen menschlichen Ursprungs gewonnen, so dass zur Energieerzeugung bilanziell keine fossilen Brennstoffe eingesetzt werden müssen und auch kein Landverbrauch zur Energieproduktion wie etwa bei dem Betrieb von Biogasanlagen, Windkraft oder Wasserkraftanlagen erforderlich stattfindet. Der mit dem Kläranlagenbetrieb produzierte Strom wird zudem bereits auch für die Ladung von eigenen E-Fahrzeugen eingesetzt.

Für Fragen steht Ihnen AGL-Geschäftsführer Lars Strehse zur Verfügung: Telefon: 04131 8569-0.