Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Das mittelalterliche Musikleben der Hansestädte in der lüneburgischen Klangart (12.09.2019)

(sp) Lüneburg. Musik gehört heute für viele Menschen zum Alltag: Sie hören verschiedene Lieder bei der Arbeit, unterwegs in den Kopfhörern oder im Konzert. Auch einige Jahrhunderte zuvor konnten die Lüneburger Musik genießen, aber natürlich in ganz anderer Klangart. Neue Einblicke in historischen Sound und Erlebnisse mit dieser alten Musik der Hansestädte bieten die Ratsbücherei und das Stadtarchiv der Hansestadt Lüneburg in Kooperation mit der Universität Zürich. Die Reihe kultureller Veranstaltungen findet vom 15. September bis zum 2. November 2019 im Kloster Lüne statt.

In einer Ausstellung, die von einem Workshop und einem Konzert begleitet wird, lernen die Besucher die typischen, alltäglichen musikalischen Traditionen kennen. Manche von ihnen leben bis heute weiter, zum Beispiel zählt der Turmbläser von St. Johannis dazu. Dr. Thomas Lux, Leiter der Ratsbücherei und des Archivs, sagt: „Die Städte des Hanseraumes haben sich immer durch starke Musikförderung ausgezeichnet. Das ist einer der Gründe, warum sich zahlreiche begabte Musiker entwickelten und Stücke schrieben, die bis heute als virtuos gelten.“ Die Noten dazu befinden sich heutzutage in der Ratsbücherei Lüneburg und vermitteln stellvertretend ein Bild der ehemaligen Musik der Hansestädte.

Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Glocken, Orgel, spelelude: Klangwelten in der Hansestadt“ beginnt mit der Eröffnung der Ausstellung. Am Sonntag, 15. September 2019, um 17 Uhr im Museum für sakrale Textilkunst, im Kloster Lüne können die Besucher originale Quellen für kirchliche Musik aus den mittelalterlichen Lüneburg betrachten. Musiker Michael Eberle umrahmt die Eröffnung musikalisch auf der Laute. In den weiteren Tagen bis zum 2. November können die Besucher alle Exponate zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums ansehen, und zwar jeweils von Dienstag bis Samstag von 10.30 bis 12.30 Uhr vormittags und von 14.30 bis 17 Uhr nachmittags sowie sonn- und feiertags von 11.30 bis 13 Uhr vormittags und von 14.30 bis 17 Uhr nachmittags.  

Am Wochenende vom 19. bis 20. Oktober bietet Musikwissenschaftlerin Angelika Moths aus Hamburg im Kloster einen Schnupperkurs in Gregorianik an. Jeder kann dort gerne seine Kräfte im einstimmigen, liturgischen Gesang probieren. Vorwissen ist nicht notwendig: Angelika Moths arbeitet mit Handzeichen und mit Hilfe von Vor- und Nachsingen, so kann jede und jeder die „mittelalterliche“ Methode des Singens ausprobieren. Der Workshop geht am Samstag und Sonntag jeweils von 10.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr und ist kostenpflichtig. Für Informationen und Anmeldung (bis 1. Oktober)  die Kursleiterin kontaktieren unter cembalo@angelikamoths.de.

Eine Woche später, am Samstag, 26. Oktober, setzt ein Orgelkonzert das Programm fort. Um 18 Uhr stellt Organist Harald Wießner in der Klosterkirche Lüne Werke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts vor, die in den „Lüneburger Orgeltabulaturen“ überliefert sind.