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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Der Glockenklang vom Lüneburger Rathausturm ist zurück – aufwendige Reparatur ist abgeschlossen (21.10.2021)

HANSESTADT LÜNEBURG. – Lange war es still auf dem Lüneburger Rathaus-Glockenstuhl. Gestern (20. Oktober 2021) erklangen dann tagsüber erstmals wieder vereinzelt Glockentöne. Henrik Rühr, Mitarbeiter der Hansestadt im Fachbereich Gebäudewirtschaft, und Ansgar Stolzenburg, Kirchentechniker der Firma Korfhage aus Melle, stellten gemeinsam die Schlaghämmer der 41 Glocken aus Seit gestern, 20. Oktober 2021, erklingt das Glockenspiel am Lüneburger Rathaus wieder. Henrik Rühr aus dem Fachbereich Gebäudewirtschaft stellte zum Abschluss der aufwendigen Reparatur die Schlaghämmer aller 41 Glocken ein. Foto: Hansestadt LüneburgMeißener Porzellan ein. Pünktlich zu 18 Uhr waren dann die letzten Arbeiten erledigt, sodass das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ erklingen konnte.

Die aufwendige und rund 20.000 Euro teure Reparatur des Glockenspiels, das im Jahr 1956 installiert wurde und dreimal täglich Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800) spielt, ist abgeschlossen. „Wir freuen uns, dass die beliebten Klänge nun wieder zu hören sind“, sagt Lena Westermann aus dem Fachbereich Gebäudewirtschaft. „Aufgrund der nachts niedrigen Temperaturen werden wir zunächst nur die Mittags- und die Abendmelodien spielen.“ Wenn es zu kalt ist, könnten die Glocken brechen. Solange die Temperaturen tagsüber fünf Grad nicht unterschreiten, soll das Glockenspiel aber zumindest mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr erklingen.

Dass die feste Lüneburger Tradition mehr als ein Jahr lang pausieren musste, lag daran, dass die Schäden am Glockenspiel größer waren als angenommen. Im Juli 2020 war klar, dass der alte Spieltisch nicht mehr instand zu setzen ist und durch eine elektronische Steuerung ausgetauscht werden muss, damit keine falschen Melodien zur falschen Uhrzeit erklingen. Und auch die Turmuhr beziehungsweise deren Uhrwerk musste repariert werden, weil die Uhr witterungsbedingt mal schneller und mal langsamer gelaufen war. Die neu eingebaute Pendelsteuerung im mechanischen Uhrwerk kann diesen Fehler nun korrigieren.

Die alte Mechanik, die die Uhr antreibt, konnte dabei erhalten bleiben. „Wenn wir die Möglichkeit haben, etwas so Historisches in seiner ursprünglichen Form in Gang zu bringen, sollten wir das auch tun“, sagt Lena Westermann und fügt hinzu: „Das passt einfach zum Charme unseres Rathauses.“ Zudem erhält die Steuerung ein Funkmodul, sodass die Umstellung auf Sommer- beziehungsweise Winterzeit nun automatisch erfolgt.

Während die Steuerung der Turmuhr mechanisch bleibt, hatte das Glockenspiel bereits zuvor eine elektronische Steuerung: 41 rote Drucktasten, verteilt auf zwei Reihen. Diese sind nach der Reparatur überflüssig und werden durch einen Schaltschrank sowie ein Touchpad ersetzt, über das die Glocken angeschlagen werden. „Aber die alte Steuerung verbleibt als Zeitzeuge hier“, betont Westermann. Gleiches gilt auch schon für das alte Bandspielgerät und den alten Glockenspieltisch.

Zum Glockenspiel: Die 41 Glocken samt Glockenstuhl stammen aus dem Jahre 1956, dem Jahr als Lüneburg 1000-jähriges Jubiläum feierte. Zahlreiche Lüneburger Einrichtungen beteiligten sich damals an der Errichtung des Spiels und schufen mit den Glocken aus dem besonderen Porzellan eine Seltenheit in Deutschland. Grundsätzlich erklingen zu den Jahreszeiten unterschiedliche Melodien aus der Feder des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800). Weitere Informationen sind hier zu finden.