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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Ergänzung für die Info-Tafel zum 110er-Denkmal – Klagen beigelegt (16.09.2020)

(sp) Lüneburg. Die Informationstafel für das Denkmal der 110. Infanterie-Division, Am Springintgut in Lüneburg, wird ergänzt, um so die Verantwortung der Division am Völkermord an den Juden festzuhalten. Das ist das Ergebnis einer Einigung zwischen Klägern und der Hansestadt Lüneburg am Mittwoch (16. September 2020) vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg. Mit dieser Entscheidung wurden vier Klageverfahren von beiden Parteien übereinstimmend für erledigt erklärt, jede Partei trägt die eigenen Kosten. Die Verwaltung wird die beabsichtigte Änderung auf der Informationstafel in der nächsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Kultur und Partnerschaft thematisieren.

Um folgende Ergänzung geht es (hier ein Auszug aus dem Originaltext auf der Tafel – gefettet die heute vor Gericht vereinbarte Ergänzung):

„Die 110. Inf. Div hat sich neben Kampfhandlungen im Frühjahr 1944 mit anderen Einheiten der Wehrmacht an grausamen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit u.a. bei Osaritschi (Weißrussland) und damit am Völkermord (Shoah) während der Zeit 1941 bis 1944 in der Sowjetunion beteiligt.“

Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagte zum heutigen Ausgang vor dem Verwaltungsgericht:

Wir werden den Wunsch nach der Ergänzung gern berücksichtigen, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausschussmitglieder dieses anders sehen. Es eint den Ansatz sowohl von Rat und Verwaltung als auch vor mir ganz persönlich, dass wir uns an vielen Orten in dieser Stadt und mit vielen Aktionen für eine lebendige Erinnerungskultur einsetzen, mit der wir gerade auch die jüngeren Generationen weiterhin erreichen wollen.

Die Hansestadt beteiligt sich seit vielen Jahren organisatorisch, personell und finanziell an etlichen Projekten für eine angemessene Erinnerungskultur in Bezug auf die Verbrechen der Nazi-Diktatur und deren Aufarbeitung. Beispielhaft sind die Pflege des Jüdischen Friedhofes, die Umgestaltung des Friedhofs Tiergarten, die Gedenkstätte für die ehemalige Synagoge, die Empfänge für Überlebende des Holocaust und ihre Nachfahren oder auch der Arbeitskreis Erinnerungskultur zu nennen

Eine Verhüllung des Denkmals sehen wir als nicht zielführend an. Die Änderung der Klage, weg von der Verhüllung, hin zu einer Ergänzung der Informationen, hat es uns leicht gemacht, unsererseits einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten. Wir freuen uns über den Konsens mit den Klägern.“