Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Europa mit Seele, Herz und Blumen – Festveranstaltung zum Geburtstag der Deutsch-Estnischen Gesellschaft (23.03.2019)

Tartus OB, Urmas Klaas, hielt einen Festvortrag über die Werte Europas. Fotos: Hansestadt Lüneburg, 23. März 2019(sp) Lüneburg. Feierlich und im besten Sinne ein bisschen blumig wurde es heute (Sonnabend, 23. März 2019) im Lüneburger Rathaus: Die Deutsch-Estnische Gesellschaft zu Lüneburg e.V. (DEG) beging ihr 20-jähriges Bestehen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge, selbst Gründungsmitglied der DEG, begrüßte im Huldigungssaal neben Vorstand und Mitgliedern sowie zahlreichen Gästen aus Lüneburg und Tartu auch Konsulin Annika Luiga von der Estnischen Botschaft in Berlin sowie Tartus Oberbürgermeister, Urmas Klaas. Klaas hielt den Festvortrag über „Städtepartnerschaften ­– Bausteine für das Zusammenwachsen in Europa“. Die Hansestädte Lüneburg und Tartu sind seit 1993 Partnerstädte.

Urmas Klaas ging kurz auf die 100-jährige Geschichte Estlands sowie auf die teils deutlich längere Vorgeschichte ein, in der deutsche Kultur und vor allem auch Bürgerinitiativen, die von einem eigenen Land träumten, eine große Rolle spielten. Er würdigte die Städtepartnerschaften, letztlich allesamt in dem Glauben an Europa, an den Erhalt und die Weiterentwicklung europäischer Werte gegründet, als umfassendes, vielfältig geknüpftes Netzwerk. Klaas schlug den Bogen von der Hanse zur EU, von der Historie in die Moderne, wo es eine neue Herausforderung sei, Freundschaften zu pflegen. „Es gibt nichts Einfacheres und Moderneres als gute Beziehungen zu Städten und Bürgern am Computerbildschirm zu finden.“ Doch für echte Freundschaften bräuchte es immer auch persönliche Begegnungen und  „ein Handeln von Herzen“, so Klaas. – Ein Aspekt, der in allen Beiträgen der Vormittags seinen festen Platz hatte ­– Dann verglich Urmas Klaas Europa, in Anlehnung an eine bekannte estnische Erzählung, mit einer Wiese voller Blumen. In der Erzählung würden die Blumen auf der Wiese zertrampelt, weil plötzlich viele, blind für die wunderbaren Blüten um sie herum, einem schillernden Schmetterling nachjagten. „Wir haben ein gutes europäisches Zuhause vor unseren Augen und unter unseren Füßen. Wir sollten uns nicht von Schmetterlingen ablenken lassen, die zum Beispiel Exit heißen, und darüber unsere Freundschaft zertrampeln.“

Die Deutsch-Estnische Gesellschaft zu Lüneburg e.V. (DEG) begiing hr 20-jähriges Bestehen im Huldgungssal im Rathaus Lüneburg. Aktive aus Tartu und Lüneburg von damals und heute tragen sich bei der Feier in das Gästebuch der Stadt ein,  hier (v.l.): Heiko Dörbaum, Dr. Reiner Faulhaber, OB Ulrich Mädge, Karl-Heinz Hebrok, Heiko Frese, Eveli Jürgenson, OB Urmas Klaas, Külli Rüütli. Foto: Hansestadt LüneburgFür Oberbürgermeister Mädge war dieser Teil des Vortrags ein schöner Beleg für das, was er bei seinen Aufenthalten in Tartu wahrnehme: „Es wird dort auch immer etwas für die Seele getan.“ Die große Herzlichkeit sei eine der Wurzeln dieser lebendigen Städteverbindung, so Mädge, ebenso wie die gemeinsame Geschichte, die historischen Verbindungen der Hanse ins Baltikum, das Engagement der Deutschbalten in der Region und nicht zuletzt die vielfältigen kulturellen Gemeinsamkeiten. Eines ihrer Symbole finde sie auch in der Johanniskirche in Tartu, Bürger und Bürgerinnen aus beiden Städten haben sich vielfach für deren Wiederaufbau engagiert. „Wir brauchen solche Symbole als Haltepunkte in der Gemeinschaft.“ Mädge würdigte das Verdienst der DEG und ihrer Mitstreiter an dieser Entwicklung und gratulierte herzlich zum 20-jährigen Bestehen.

Für die Deutsch-Estnische Gesellschaft begrüßte Heiko Frese, 1. Vorsitzender, und forderte im Sinne des Festvortrags sich auch in Zukunft weiter um die Blumen zu kümmern, Europa als Chance zu sehen. Heiko Dörbaum, 2. Vorsitzender, blickte mit einem Bildervortrag und vielen Erinnerungen zurück auf 20 Jahre DEG. Was anfangs mit Hilfstransporten begann, entwickelte sich rasant weiter. Es gab Unterstützung für den Kindergarten Flieder, das Kinderheim Kuckucksnest und ein Altenheim in Tartu. Daneben habe sich die Deutsch-Estnische Gesellschaft auch in die von Karl-Heinz Hebrok zu Beginn allein organisierten Praktikanten-Projekte eingebracht. Insgesamt 25 junge Leute aus Tartu haben so das Berufsleben in Lüneburg kennengelernt. Mehr und mehr entwickelten sich Kontakte auf den Ebenen von Schulen, Sportvereinen, Kunst, Kultur und Wissenschaft  weiter. Eine Festschrift der DEG berichtet alles ausführlich.

Konsulin Annika Luiga wünschte „20 weitere spannende Jahre und alles Gute“. Auch Eveli Jürgenson aus Tartu gratulierte. Sie war zu Beginn der Tätigkeit der DEG als eine der ersten Austausch-Praktikantin in Lüneburg, heute kam sie als Vorsitzende des Tartuer Lüneburg-Verein ins Rathaus.

Keine Festveranstaltung ohne Musik: sie stammte vom Ensemble Crowd & Rüben der Musikschule Lüneburg.