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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Gute Nachrichten für die Innenstadt: Beirat nimmt Arbeit auf, Hansestadt stellt Förderrichtlinien vor (23.04.2021)

HANSESTADT LÜNEBURG. – Es ist eine Runde, die in ihrer Zusammensetzung einmalig ist: Bei der ersten Sitzung des neuen Innenstadt-Beirates (21. April 2021) trafen auf Einladung der Hansestadt Vertreter aller Branchen, die die Lüneburger Innenstadt prägen, aufeinander – und damit auch viele verschiedene Interessenlagen. „Der Auftakt war aus meiner Sicht gut“, zieht Oberbürgermeister Ulrich Mädge ein positives Fazit. Die Verwaltung und der Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH (LMG) hätten ein umfassendes Stimmungsbild erhalten und zugehört, welche Probleme die einzelnen Akteurinnen und Akteure haben. „Der Abend hat gezeigt, dass alle bereit sind, gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, berichtet Mädge. „Jetzt müssen wir miteinander konkrete Projekte für 2021, 2022 und 2023 entwickeln und Aufgaben verteilen.“

Ein nächster Schritt steht Anfang Mai an. Dann wird der neue Innenstadtmanager Christoph Steiner als Kopf eines kleinen Teams ein Ladenlokal in der Kuhstraße beziehen. Es soll Anlaufstelle für alle Akteure in der Innenstadt sein. Schon jetzt, so Mädge, zeige sich, wie sinnvoll es ist, dass in Person von Steiner ein Kommunikationsmensch alle Beteiligten erstmals in verbindliche Gespräche bringt. Die Lüneburg Marketing GmbH wird auf Grundlage angekündigter Landesmittel Projekte erarbeiten. Aus dem EU-Förderprogramm REACT stellt Niedersachsen insgesamt 118 Millionen Euro für Maßnahmen zur Entwicklung von Innenstädten zur Verfügung. Die Hansestadt wird sich bewerben, hofft auf mindestens 1 Mio. Euro.

Parallel dazu wird Frank Rehme eine Bestandsanalyse der Lüneburger Innenstadt erarbeiten und viele beratende Gespräche mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort führen. Rehme gehört zum Unternehmen gmvteam und ist seit vielen Jahren als Innovationsberater im Bereich Handel und Innenstadt aktiv. Sein zweiter Arbeitsschwerpunkt ist die digitale Daseinsvorsorge. So steht für Lüneburg die Entwicklung eines digitalen Leerstandskatasters auf dem Plan. Ziel ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts, wie sich der Handel beziehungsweise die Innenstadt allgemein in Zukunft aufstellen muss. Dabei ist auch die Leuphana Universität mit im Boot.

Eine Schlüsselrolle schreibt Oberbürgermeister Mädge den Immobilieneigentümer/innen beziehungsweise den Themen Miete und Pacht zu. „Hier gibt es die generelle Zusage der Eigentümer, im Einzelfall zu reagieren“, berichtet Mädge. Sein Vorschlag einer Drittelregelung für Miete/Pacht fand Zustimmung. Das heißt: In Einzelfällen könnten Mieter/Pächter entlastet werden, indem sie zwei Jahre lang nur ein Drittel der Kosten selbst zahlen. Ein weiteres Drittel würde die Hansestadt übernehmen. Eigentümer würden auf Zahlung des letzten Drittels verzichten.

Damit der Innenstadtbeirat möglichst handlungsfähig bleibt, wird sich ein Steuerungskreis bilden. Er soll regelmäßig zusammenkommen, um Themen zu besprechen und Entscheidungen zu treffen. Eine Ebene darunter bearbeiten kleinere Arbeitsgruppen einzelne Themen. Eine erste, die AG Kommunikation, entstand gleich am Mittwoch aus der Mitte des Beirats um Thomas Grupe, Medienhaus Lüneburg. Diese AG möchte kurzfristig eine Strategie entwickeln, um klarer und schneller zu kommunizieren, welche Shopping-Möglichkeiten es aktuell trotz Pandemie in der Innenstadt gibt.

Ein positives Zeichen gibt es zudem aus der Politik. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat sich (22. April 2021) positiv zu zwei Förderrichtlinien ausgesprochen.

Was bereits fertig vorliegt, ist die „Förderrichtlinie für Investitionszuschüsse zur Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt“. Eine solche Richtlinie gab es bereits 2007, sie wurde überarbeitet. Die Hansestadt möchte damit Hauseigentümer bei der Umwandlung von Nutzraum zu Wohnraum unterstützen. So könnte hoffentlich die eine oder andere Wohnung zusätzlich entstehen, vor allem aber auch die Innenstadt belebt werden. Förderung von bis zu 10.000 Euro (10 Prozent der Gesamtinvestition) ist möglich, wenn mehrere Bedingungen erfüllt sind, nämlich unter anderem:

  • Umwandlung von Nutzraum zu Wohnraum oder Umsetzung von zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen
  • Vorhaben im engeren Innenstadtgebiet (in den Umrissen zwischen Hinter der Bardowicker Mauer/Baumstraße im Norden, Wallstraße/Kalandstrße im Süden, Salzstraße/Neue Sülze im Westen und Am Stintmarkt/Ilmenaustraße im Osten)
  • Bau hat noch nicht begonnen

Die zweite Richtlinie, die für das gesamte Stadtgebiet gelten soll, ist die „zur Förderung von Gewerbetreibenden zur Erstausstattung oder Grundsanierung von Geschäftsräumen und zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten“. Sie wird im Detail noch erarbeitet.

Ziel ist es, Gewerbetreibende finanziell zu unterstützen, wenn sie unter den durch Corona erschwerten Bedingungen Geschäfte neueröffnen oder umbauen wollen. Schwerpunktmäßig sollen Digitalisierungsprojekte gefördert werden. Details werden bis zum 20. Mai 2021 erarbeitet. Dann sollen beide Richtlinien im Rat verabschiedet werden.