Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Hansestadt bringt ganzheitliches Radverkehrskonzept auf den Weg (18.07.2019)

Radverkehr mitgedacht: Im Rathaus und im Rat der Stadt ist man sich dessen bewusst, dass eine sinnvolle Radverkehrsstrategie einen ganzheitlichen Denkansatz erfordert. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Das Thema Radfahren treibt Lüneburg um. Ein Großteil der Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern an die Hansestadt dreht sich immer wieder um die Wegeführung von Radrouten, um Bedarfsampeln oder um Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Häufig wird dabei kritisiert, die Hansestadt tue zu wenig für Radfahrer. Dabei gibt es mit der „Radverkehrsstrategie 2025“ bereits seit dem vergangenen Jahr eine ganze Mappe von Einzelvorhaben zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur, die die Hansestadt nach und nach umsetzen wird. „Was uns bisher fehlte, ist ein integriertes Konzept, das klare Ziele benennt, die über die Sanierung einzelner Radwegeabschnitte hinausgehen“, erklärt Sebastian Heilmann vom Bereich Nachhaltigkeit und Mobilität. Dieses Konzept liegt nun als Leitbild „Radverkehrspolitik Hansestadt Lüneburg 2030+“ vor.

Drei Oberziele, so Sebastian Heilmann, sind darin formuliert: „Erstens wollen wir 30 Prozent des realen Verkehrsaufkommens auf das Rad verlagern, zweitens soll die Infrastruktur so sicher werden, dass sie schwere Fahrradunfälle vermeiden hilft, und drittens wollen wir durch das Reduzieren von Emissionen für sauberere Luft sorgen.“ Diese Ziele will die Hansestadt durch ganzheitliche Ansätze in der Verkehrsplanung und -steuerung erreichen. So liegt der Fokus in puncto Sicherheit auf den Knotenpunkten, an denen sich Unfälle mit Fahrradbeteiligung häufen. „Fahrradfreundliche Ampelschaltungen werden hier eine zentrale Rolle spielen“, so Sebastian Heilmann, und auch das Thema Fahrradparken soll neu gedacht werden: Bahnhof, Innenstadt, aber auch das Parken in den Quartieren werden in den Blick genommen und ausgebaut. „Gerade auch für Lastenräder und Räder mit Anhängern werden wir zeitnah Parkmöglichkeiten im Innenstadtbereich ausweisen, insbesondere in der Nähe zum Wochenmarkt.“

Befragungen mithilfe von Wegeprotokollen sollen darüber hinaus Aufschluss über das Radfahrverhalten der Lüneburger geben, um künftige Wegstrecken daran auszurichten und zu optimieren oder gegebenenfalls gezielt umzuleiten. „Hierbei könnte beispielsweise eine App hilfreich sein, in die wir bevorzugte Radrouten einspeisen können, Stichwort Umwegefreiheit“, erklärt Sebastian Heilmann. „Ein weiterer Aspekt ist die Verzahnung der verschiedenen Mobilitätsformen. Wir denken da an sogenannte Mobilitätsstationen, die Bus, Rad, Leih- oder Lastenräder und Carsharing an einem Ort bündeln.“ Einige Versuche hierzu gibt es bereits – zum Beispiel in der Thorner Straße, wo eine Carsharing-Station in direkter Nähe der Bushaltestelle eingerichtet worden ist. „Ergänzen wollen wir das perspektivisch auch noch durch eine Stadtrad-Station.“

„Um eine umweltfreundliche Mobilitätskette ohne Unterbrechungen zu schaffen, müssen wir den Radverkehr als zentralen Mobilitätsbaustein begreifen“, sagt Verkehrsplaner Sebastian Heilmann. „Der klassische Blick sah den Radverkehr eher als einen Begleitaspekt der Straßenplanung. Mit dem neuen Strategiepapier zeigen wir, dass wir als Stadtverwaltung umdenken und den größeren Zusammenhang in den Blick nehmen.“ Das gehe nicht von heute auf morgen, deshalb konzentrierten sich die ersten Umsetzungsideen auf das sogenannte Vorrangnetz, das den Innenstadtring sowie die Hauptradrouten in Richtung Stadt umfasst. Hier werden die Hauptachsen Uelzener Straße und Bleckeder Straße völlig neu gedacht und auch die Dahlenburger Landstraße sowie die Hamburger Straße in größeren Abschnitten verändert werden, wo dringender Handlungsbedarf besteht.

„Wir wissen, dass der durchgehende Verkehr relativ sicher ist, Gefahren entstehen meist an Kreuzungen oder Grundstückseinfahrten. Wenn wir also sichere Routen mit möglichst wenigen Unterbrechungen herstellen können, sind wir schon mal ein ganzes Stück weiter. Anfangen wollen wir mit einem Radfahrstreifen in der Uelzener Straße, den wir bereits 2020 realisieren können. Mit dieser großen Fülle an Maßnahmen leiten wir die nächste Stufe der Entwicklung des Radverkehrs in Lüneburg ein“, ist Sebastian Heilmann sich sicher. Unter anderem sind auch jene praktischen Untersuchungen zur Radverkehrsinfrastruktur in die jüngsten Strategien der Hansestadt eingeflossen, die Prof. Dr. Peter Pez vom Institut für Stadt- und Kulturraumforschung der Leuphana Universität im vergangenen Jahr recht prominent angestellt hatte.

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger hat die Hansestadt die Internetseite www.hansestadtlueneburg.de/radverkehr eingerichtet. Hier finden sich weiterführende Informationen sowie die Papiere zur Radverkehrsstrategie 2025 und zum Leitbild Radverkehrspolitik 2030+ zum Nachlesen.