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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Hansestadt ehrt Gabriele Klipstein und Ulrich Koch mit dem Dr.-Hedwig-Meyn-Preis (11.12.2020)

Dem Lyriker Ulrich Koch (links) und der Malerin Gabriele Klipstein (mitte) wurde von Oberbürgermeister Ulrich Mädge gemeinsam mit Ratsfrau Birte Schellmann der Dr.-Hedwig-Meyn-Preis im Lüneburger Rathaus überreicht. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Das Gremium des Dr.-Hedwig-Meyn-Preises hat entschieden: Gleich zwei Lüneburger Kunstschaffende, die Malerin Gabriele Klipstein sowie der Dichter Ulrich Koch, werden in diesem Jahr mit dem Kunstpreis der Hansestadt ausgezeichnet.

Die geplante Feier zur Preisübergabe musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, um die Preisträger dennoch zu würdigen hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Auszeichnung am Donnerstag, 10. Dezember 2020, zusammen mit der Vorsitzenden des Kuratoriums des Dr.-Hedwig-Meyn-Preises, Birte Schellmann, im Rathaus überreicht.

Dabei machte Oberbürgermeister Mädge deutlich: „Dr. Hedwig Meyn war es eine Herzensangelegenheit, dass mit ihrem Vermächtnis Künstlerinnen und Künstler nicht nur finanziell gefördert werden, sondern auch Anerkennung für ihre Arbeit bekommen sollen. Es ist mir daher sowohl im Namen der Hansestadt als auch persönlich wichtig, dass wir zwei besonderen Lüneburger Kunstschaffenden mit diesem Preis unsere Wertschätzung ausdrücken. Gerade jetzt, während dieser Krise, brauchen wir das Verbindende der Kunst, um uns als Gesellschaft nicht zu verlieren, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“

Die Preisträgerin Gabriele Klipstein lebt und arbeitet seit 1988 in Lüneburg. Dem Studium der Malerei folgte neben langjähriger Ausstellungstätigkeiten auch die pädagogische Kunstvermittlung. Seit vielen Jahren gibt sie sowohl in der Kunstschule Ikarus als auch in ihrem Atelier Kurse für Kunstinteressierte jeden Alters. Dabei legt Klipstein Wert auf den sozialen und gesellschaftlicheren Aspekt der Kunst, sowohl im Umgang mit den Kunstschülerinnen und -schülern als auch bei der Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb der Lüneburger Kulturszene. Eine Eigenschaft, die auch Silvia Johannsen in ihrer digital gehaltenen Laudatio auf Gabriele Klipstein deutlich machte: „Kunst ist Sprache, sagt sie, ist ‚Brücke zum Anderen'. Dieser psycho-soziale Aspekt von Kunst wird oft vernachlässigt und ist doch so wichtig. Hier in Lüneburg und überall.“

Die Künstlerin Klipstein dankte der Hansestadt für die Auszeichnung: „In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Kulturszene der Stadt stetig gewachsen und hat hinzugewonnen. Ich bin dankbar, dass ich schon über so viele Jahre die Möglichkeit habe, meinen Beruf als Künstlerin auszuüben. Das ist nur mit der Unterstützung der Gesellschaft und in einer stabilen Demokratie in dieser Weise möglich.“

Mit dem zweiten Preisträger Ulrich Koch wird seit der ersten Verleihung im Jahr 2002 erstmals wieder ein Lyriker mit dem Dr.-Hedwig-Meyn-Preis geehrt. Die Laudatio auf Ulrich Koch hielt eben dieser erste Preisträger, Heinz Kattner, der seiner Freude über die Auszeichnung seines in der Litertaturwelt viel geschätzten Freundes Ausdruck verlieh: „Seit etlichen Jahren kenne und schätze ich den Dichter Ulrich Koch. Er ist ein Autor, der sowohl in der konzentrierten kurzen Form bis zum Aphorismus, im strophischen Gedicht und auch in der langzeiligen zum Poem tendierenden Lyrik seine außerordentliche Sprachkraft entfaltet.“

Inzwischen zehn Gedichtbände hat Koch veröffentlicht, die auch im Feuilleton der überregionalen Tageszeitungen viel Beachtung finden. Sein zuletzt erschienener Gedichtband „Selbst in hoher Auflösung“ stand im Februar 2018 auf der Beststellerliste des SWR. Aufmerksame Leser entdecken in seinen Gedichten typische Landschaftsbilder der Region Lüneburg, die er auf seinem Arbeitsweg nach Hamburg einfängt und bildhaft beschreibt.  

Für den Lyriker Koch hat der Preis eine besondere Bedeutung: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, nicht nur für mich, sondern vor allem auch darüber, dass die Lyrik damit wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt.“

Der Dr.-Hedwig-Meyn-Preis wird seit 2002 an Künstlerinnen und Künstler aus dem Lüneburger Raum verliehen. Dr. Hedwig Meyn war als langjährige Sozialdezernentin in der Nachkriegszeit maßgeblich am Aufbau der Lüneburger Verwaltung beteiligt. In ihrem Testament bestimmte sie, dass mit ihrem Vermächtnis Künstlerinnen und Künstler aus dem Lüneburger Raum ein Preisgeld erhalten, die aus ihrer Sicht bisher zu wenig geehrt werden: Maler, Grafiker, Bildhauer, Architekten, Dichter oder Schriftsteller.