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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Hansestadt gedenkt der Opfer der November-Pogrome (09.11.2020)

Gedachten der Opfer des Nationalsozialismus': (von links) Wilfried Haase (Vorsitzender GCJZ), Maja Schütte-Hoof (Vorstand GCJZ), Bürgermeister Eduard Kolle und Bürgermeisterin Christel John. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht am 9. November 1938 gedenkt die Hansestadt Lüneburg der Opfer des Nationalsozialismus'.

„Aufgrund der Corona-Pandemie können wir in diesem Jahr leider nicht zu den geplanten Gedenkveranstaltungen zusammenkommen. Umso wichtiger ist es, an Tagen wir heute an die dunklen Kapitel der Lüneburger Geschichte zu erinnern und der Opfer zu gedenken. Antisemitische Verschwörungstheorien, die jetzt während Corona wieder aufflammen, bis hin zu Gewalt, wie dem Anschlag auf die Synagoge in Halle vor einem Jahr, zeigen mehr als deutlich: Wir müssen dem Antisemitismus, Rassismus und Extremismus den Nährboden entziehen und als Gesellschaft gemeinsam dagegen aufstehen. Terror und Hass haben viele Gesichter, aber eines ist ihnen gemein: Sie wollen unser friedliches Zusammenleben, unsere Werte und unsere demokratische Gemeinschaft angreifen von innen heraus zerstören. Das dürfen wir nicht zulassen“, macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich und betont: „Ich bin sehr froh, dass wir die Synagogen Gedenkstätte als zentralen Erinnerungs- und Gedenkort in unserer Hansestadt haben. Gleichzeitig ist dies auch ein Lernort für die Zukunft. Ich freue mich daher, dass ich hier häufig auch jüngere Menschen und Schulklassen sehe und dieser Ort gut angenommen wird.“

Bürgermeisterin Christel John und Bürgermeister Eduard Kolle werden dort anlässlich des Gedenktages am Montag, 9. November 2020, gemeinsam mit Vertretern der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Lüneburg e.V. (GCJZ), einen Kranz zum Gedenken an die Lüneburger Holocaust-Opfer niederlegen. Die Namen der Opfer werden zuvor bei einem Gedenkgottesdienst in der St. Nicolai verlesen.

Die ursprünglich geplante Gedenkveranstaltung abzusagen, sei angesichts der Bedeutung des Gedenktages keine leichte Entscheidung gewesen, macht Hans-Wilfried Haase, Vorsitzender der GCJZ, deutlich: „Die brennenden Synagogen von 1938 waren Auftakt eines in der Geschichte beispiellosen Versuchs, das europäische Judentum zu vernichten. Die Erinnerung an diese Geschehnisse hat heute eine neue Dringlichkeit gewonnen. Viele Menschen eint der Wunsch, gerade angesichts bedrückender Nachrichten und Bilder dieser Erinnerung in der Öffentlichkeit Raum zu geben.“

Die Synagogen Gedenkstätte an der Reichenbachstraße / Ecke Am Schifferwall wurde am 9. November 2018, dem 80. Jahrestag der Pogromnacht, an der Stelle der ehemaligen Lüneburger Synagoge eingeweiht. Die Tafeln in der Gedenkstätte erinnern an die jüdischen Familien in Lüneburg aus der Zeit 1894 bis 1945 sowie an die Lüneburger Opfer der Judenvernichtung. 
Wie überall in Deutschland wurden Jüdinnen und Juden in Lüneburg während der NS-Diktatur systematisch ausgegrenzt, verfolgt und schließlich in ihrer Existenz bedroht und vernichtet. Die damaligen Institutionen, Industrie- und Handelskammer, Stadt, Regierungspräsident und Gauleitung, erzwangen von der Jüdischen Gemeinde 1938 den Abbruch der Synagoge und den Verkauf zu einem viel zu niedrigen Preis.