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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Im Dienste des Miteinanders: Historiker Dr. Dieter Rüdebusch mit Verdienstorden geehrt (08.10.2020)

(sp) Lüneburg. Es ist die erste Ordensverleihung im Fürstensaal des Lüneburger Rathauses und damit, wie der Geehrte selbst sagt, eine „besondere Freude für einen Historiker“: Dr. Dieter Rüdebusch hat dort in dieser Woche (5. Oktober 2020) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen vom Bundespräsidenten, von Oberbürgermeister Ulrich Mädge überreicht bekommen. Familie, Angehörige und Wegbegleiter aus Beruf und seinen zahlreichen Ehrenämtern waren als Gäste geladen. Für musikalische Unterhaltung sorgte der Pianist und Kantor der St. Michaelis, Henning Voss, gemeinsam mit seiner Frau Hedwig Voss. Oberbürgermeister Mädge hob in seiner Rede das herausragende kulturelle und ehrenamtliche Engagement des Historikers hervor: „Ich bin beeindruckt, wie vielfältig Sie sich bereits seit über vierzig Jahren für die Kulturpflege in Lüneburg und Niedersachsen engagieren. Sie haben uns dabei geholfen, das kulturelle Leben unserer Hansestadt weiterzudenken, zu fördern und damit unsere Gesellschaft mit zu gestalten.“ Hohe Auszeichnung: Stellvertretend für den Bundespräsidenten überreichte Oberbürgermeister Mädge dem Historiker Dr. Dieter Rüdebusch die Verdienstmedaille im Fürstensaal des Rathauses. Foto: Hansestadt Lüneburg
 
Ehrenamt und Beruf haben sich bei Dr. Dieter Rüdebusch dabei immer ergänzt: Geboren in Delmenhorst führte der Weg den promovierten Historiker schließlich 1980 nach Lüneburg. Zunächst als Dezernent für Gymnasien bei der Bezirksregierung Lüneburg, ab 1981 dann als Leitender Regierungsdirektor. Seiner Heimat bleib er immer verbunden, auch durch sein ehrenamtliches Engagement in der Oldenburgischen Landschaft und im Delmenhorster Heimatverein sowie als Mitglied der historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen e.V. 
 
In Lüneburg hat er die Entwicklung der Museumslandschaft mitgestaltet und sich seit 1981 im Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg e.V. engagiert. Ebenso im Kirchenkreis Lüneburg und in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Darüber hinaus hat er viele Stunden zur Lüneburger Stadtgeschichte recherchiert. Wichtige Veröffentlichungen stammen aus seiner Feder, so unter anderem anlässlich der Wiedereröffnung des „Hauses der Kirche“, des ehemaligen evangelischen Gemeindehauses An den Reeperbahnen, ebenso wie zum 350jährigen Bestehen der Lüneburger Ritterakademie und zum 600jährigen Bestehen der St. Michaelis. 
 
Dr. Gerhard Scharf, wie auch Dr. Rüdebusch ehemaliger Schulleiter, gratulierte zur Auszeichnung und blickte auf gemeinsame beruflichen Begegnungen und Herausforderungen zurück, vom Lehrermangel der 70er Jahre über die Entwicklung der Schulen im Ausland bis hin zur Einführung des berufsbegleitenden Unterrichts. „Dafür brauchte es viel Fingerspitzengefühl. Das hat Dr. Rüdebusch immer bewiesen und sich auf vielfältige Weise für die Entwicklung der Gymnasien verdient gemacht“, betonte Scharf. Verdient gemacht hat sich Dr. Dieter Rüdebusch auch ehrenamtlich im Lüneburger Bürgerverein, der durch den Vorsitzenden Rüdiger Schulz Glückwünsche überbrachte. Auch hier veröffentlicht er regelmäßig Beiträge zu historischen Themen wie über das ehemalige Hut- und Schirmgeschäft Bellmann in der Bäckerstraße.  
 
In seiner Dankesrede blickte Dr. Rüdebusch auch selbst auf besondere historische Ereignisse während seiner Laufbahn zurück: „Eine Sache passt besonders in diese Tage des Erinnerns rund um den Tag der Deutschen Einheit: Damals war eine große Frage, mit der ich mich befasst habe: Können wir die Reifeprüfung der DDR anerkennen?“ Rüdebusch schrieb hierzu einen Bericht – sie wurde anerkannt und trug damit einen wichtigen Teil zum Zusammenwachsen des Bildungssystems nach der Wiedervereinigung bei. Eine weitere Herzensangelegenheit, betonte er, war immer die menschliche und internationale Verständigung. Daher setzte er sich stetig für die Pflege internationaler Kontakte in den Schulen ein.  
 
Was bleibt nach so vielen Erfolgen noch zu wünschen? Diese Frage beantwortete der Geehrte in seinen Abschlussworten selbst: „Ich wurde, als ich in diesen Saal reinkam, gefragt: „Welchen Wunsch haben Sie noch? Meine Antwort ist: Viele.“ Auf der Wunschliste stehen: Weiterhin Kanutouren mit seinen Enkeln zu unternehmen, einmal mit dem Fahrrad durch das verkehrsberuhigte Zentrum von Paris zu fahren und der Besuch noch vieler Kulturveranstaltungen in Lüneburg. Zu guter Letzt dann noch ein besonderer Wunsch, verbunden mit einem Appell des Historikers: „Ich wünsche mir ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Was unterschiedliche Meinungen nicht ausschließt.“