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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Intelligente Wegeplanung statt Trampelpfade: Forschungskonsortium in Lüneburg untersucht Fuß- und Radverkehr (22.10.2020)

Pressemitteilung des active_shortcut-Projektteams

Das Projektteam (v.l.): Thomas Wiebe (Hansestadt Lüneburg, Bereichsleiter Nachhaltigkeit und Mobilität), Andreas Thinius (traxventure research gGmbH, Projektleitung), Mareike Seebeck (Hansestadt Lüneburg, Team Mobilität), Tobias Neumann (Hansestadt Lüneburg, Bauassessor), Apl. Prof. Dr. Peter Pez (Leuphana Universität, Institut für Stadt- und Kulturraumforschung) (nicht im Bild: Dr. Antje Seidel, Leuphana Universität, Institut für Stadt- und Kulturraumforschung). Foto: Hansestadt LüneburgLüneburg. Trampelpfade zieren an vielen Orten das Stadtbild. Mancher bringt vielleicht nur ein paar Sekunden Gewinn, andere sind der Insider-Tipp überhaupt. Trampelpfade entstehen nach strengen psychologischen und physikalischen Mustern – sie sind mathematisch und wissenschaftlich beschreibbar. Die zunehmende Digitalisierung stellt zudem immer mehr Daten über die Beschaffenheit und Nutzung der städtischen Fläche zur Verfügung. Datenbanken kennen nicht nur Katasterdaten, sondern derweil fast jeden Baum. Eine Prognose, wo Trampelpfade und Abkürzungen für den Fuß- und Radverkehr entstehen könnten, liegt folglich auf der Hand.

Bis zum Sommer 2021 werden darum die Hansestadt Lüneburg, die Leuphana Universität und das Start-Up traxventure research in einer Studie Ansätze zur Beschleunigung des Fuß- und Radverkehrs die Verkürzung von Wegerelationen nach dem Trampelfpad-Prinzip entwickeln. Die Studie wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 100.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Mit Hilfe von Stadtdaten, bereitgestellt von der Hansestadt Lüneburg, wird die Fläche des Stadtgebietes nach potentiellen Freiflächen und Wegerelationen untersucht. Im zweiten Schritt werden die mathematischen Muster eines Trampelpfades überlagert, so dass am Ende Position und Verlauf einerAbkürzung per Algorithmus vorhergesagt werden könnten. Dieses Verfahren könnte zukünftig nicht nur den Fuß- und Radverkehr erheblich stärken, sondern weitergedacht bundesweit beachtliche Geldsummen einsparen, da Wege von Anfang dort angelegt werden, wo sie benötigt werden und Kosten für die Restauration von Trampelpfadflächen vermieden werden.

Wissenschaftlich betreut wird das Projekt vom Institut für Stadt- und Kulturraumforschung (IfSK) an der Leuphana Universität. Hierbei wird insbesondere auch die Anbindung an die Lehre angestrebt, um Studierenden innovative Einblicke in zukünftige Stadtplanungskultur zu geben. Für das Winterhalbjahr strebt das Konsortium eine digitale Erhebung des Mobilitätsverhalten an, bei der ebenfalls das Abkürzungsverhalten der Lüneburgerinnen und Lüneburger erhoben werden soll.

Über den mFUND des BMVI
Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.