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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Kanalinspektion mithilfe modernster Technik: AGL stellt bundesweit einzigartiges E-Fahrzeug vor (29.09.2020)

Roland Hoek (Kanalinspekteur; v.l.), Falko Hahn (Abteilungsleiter Kanalbetrieb und Gewässerunterhaltung), Jörg Völker (Kanalinspekteur) und Lars Strehse (AGL-Geschäftsführer) stellen das neue E-Fahrzeug auf dem Lüneburger Marktplatz vor. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Schäden aufspüren, Rissbreiten per Laser messen, Beobachtungen dokumentieren und in einer Datenbank speichern: Mithilfe modernster Video- und Vermessungstechnik können die Kanalinspekteure der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) ab sofort das rund 600-Kilometer-Kanalnetz unter der Hansestadt auf seinen Allgemeinzustand hin überprüfen. Eingebaut ist diese Hightech-Ausrüstung in einen vollelektrischen VW-Crafter, der nun offiziell in Dienst gestellt wurde und die AGL Lüneburg – eine hundertprozentige Tochter der Hansestadt Lüneburg – zum Vorreiter macht.

„Die Kombination aus E-Fahrzeug und akkubetriebenem Kamerasystem ist einzigartig in Deutschland“, erklärt AGL-Geschäftsführer Lars Strehse. „Das neue Fahrzeug wird völlig klimaneutral betrieben.“ Geladen wird es nämlich überwiegend mit Strom, der im eigenen Blockheizkraftwerk der AGL-Kläranlage produziert wird. Hightech von heute trifft damit laut Strehse gewissermaßen auf modernsten Standard von damals: „Wir betreuen mit dem Fahrzeug eines der weltweit ältesten, neuzeitlichen und in Teilen noch gemauerten Kanalnetze von 1854.“

Das technische Innenleben des VW-Crafter stammt von der Firma Rausch GmbH & Co. KG aus Weißensberg bei Lindau. Die Ausrüstung umfasst unter anderem einen hochmodernen EDV-Arbeitsplatz mit vier Monitoren, verschiedene Dreh-Schwenkkopf-Kameras für unterschiedliche Leitungsdurchmesser, ein sogenanntes Satellitensystem zur Reinigung und Untersuchung von Anschlussleitungen aus dem Hauptkanal heraus sowie Sensoren zur automatischen Vermessung und grafischen Darstellung von Leitungsverläufen.

Um die neue Technik fehlerfrei zu bedienen, erhielten die Fahrzeugführer der Kanalinspektion eigens eine Schulung. „Bislang mussten wir, um das Lüneburger Kanalnetz zu untersuchen, immer externe Dienstleistungsunternehmen beauftragen“, sagt Falko Hahn, Leiter Kanalbetrieb und Gewässerunterhaltung bei der AGL. „Nun können wir unseren Fokus selbst noch stärker auf die Zustandserfassung legen.“ Die gesammelten Erkenntnisse fließen in eine Kanaldatenbank ein und dienen als Grundlage für künftige Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten sowie Neubauten.

Rund 340.000 Euro hat die AGL in das Fahrzeug inklusive Spezialausrüstung investiert. Unterstützt wurde die Beschaffung durch Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI). Gemäß der Förderrichtlinie Elektromobilität hat das BMVI die Investitionsmehrkosten im Vergleich zu einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb mit 75 Prozent gefördert – der Zuschuss beträgt rund 30.000 Euro.