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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Leiterin des Deutschen Salzmuseums geht in den Ruhestand – großer Dank für eine „Wahnsinns-Idee“ (12.10.2021)

HANSESTADT LÜNEBURG. – „Die Person, würde ich gerne einmal kennenlernen!“ So konterte, auf ihre typisch lakonische Art, Hilke Lamschus die lobenden Worte, die ihr am Sonnabendvormittag (9. Oktober 2021) im Salzmuseum zuteilwurden. Es war ihreVerabschiedungsfoto vor den historischen Siedepfannen im Deutschen Salzmuseum: Hilke Lamschus, die Leiterin und Mitgründerin des Museum, geht in den Ruhestand. Oberbürgermeister Ulrich Mädge (l.) und Ernst Bögershausen, Vorsitzender des Förderkreises, würdigten ihre jahrzehntelange, engagierte Arbeit. offizielle Abschiedsfeier als Leiterin des Deutschen Salzmuseums, und zuvor hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge sie und ihren Mann als „Glücksfall für Lüneburg“ bezeichnet, als „Macherin“ – „immer engagiert, nach vorne, klare Ansprache und dann ging es los“. Und auch Ernst Bögershausen, Vorsitzender des Förderkreises „Industriedenkmal Saline e.V.“, bekannte, Hilke Lamschus habe ihm mit ihrer Sache quasi „den Kopf verdreht“ mit „Engagement, Offenheit, Zugewandtheit und einer angenehmen Gelassenheit“ beim Einsatz um das Salzmuseum. Beide dankten ausdrücklich Hilke Lamschus und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit.

Das Deutsche Salzmuseum entstand, nachdem die Saline, die Lüneburg einst Reichtum beschert hatte, 1980 mangels Rentabilität schließen musste. Das Ehepaar Lamschus, aber auch die frühere Stadtarchivarin, Dr. Uta Reinhardt, zählten zu den Unermüdlichen, die sich gegen Widerstände und den damaligen Zeitgeist durchsetzen und zumindest einen Teil der alten Saline als Industriedenkmal sichern konnten. Der Förderkreis Industriedenkmal Saline Lüneburg gründete sich, Dr. Christian Lamschus erstellte ein Museumskonzept. Das Museum eröffnete, ein für damalige Verhältnisse neuartiges Museum zum Anfassen. Es wurden vom Salinenmuseum zum Deutschen Salzmuseum und erhielt 1991 den Museumspreis des Europarates.

„Es war eine Wahnsinnsidee“, sagte jetzt Hilke Lamschus im Rückblick. Und doch hätten sich viele Ziele erfüllt: Das Haus sei überregional und auch vor Ort als Teil der Kulturlandschaft anerkannt, zudem Lüneburgs besucherstärkstes Museum. Hilke Lamschus war von Anfang an dabei als Mitgründerin, übernahm 2016 die Leitung, nachdem ihr Mann krankheitsbedingt aussteigen musste. Nun gibt sie das gemeinsame „Kind“ in neue Hände ab. Bis Ende November wird noch aufgeräumt und Urlaub gemacht, zum 1. Dezember startet dann Nachfolgerin Dr. Toby Alexandra Hentschel.

Auch Mädge, der zugleich als Stiftungsratsvorsitzender der Museumsstiftung sprach, wagte den Blick nach vorn: Voraussichtlich ab 2022/2023 soll die Sanierung des Baudenkmals beginnen, die Ausstellung erneuert werden. Das große Ziel bis 2030 („möglichst früher“), sei, das Museum und seine Umgebung neu zu ordnen. Der Bund habe signalisiert, dass die 4,5 Mio. Euro Fördermittel, die dafür zugesagt sind, nicht vorsähen, dass dann weiterhin „ein kleines Museum inmitten eines großen Parkplatzes“ stehe. „Wir sollten es auch langfristig nicht hinnehmen, dass drei Viertel des Industriedenkmals zurzeit nur als Edeka-Markt genutzt werden. Es sollte unser Ziel bleiben das Gebäude zu erwerben, um dann das Deutsche Salzmuseum zu erweitern und weitere Kultureinrichtungen dort anzusiedeln unter dem Stichwort Kultur-Saline“ – so beschreibt Mädge die Vision - und weiter: eine „große Aufgabe für die neue Kollegin im Rathaus“.