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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Partnerstädte Lüneburg und Naruto teilen Freud und Leid virtuell (16.02.2021)

Austausch per Video - Oberbürgermeister Michihiko Izumi (Bildschirm) und Oberbürgermeister Ulrich Mädge (vorn am Tisch) tauschen sich über aktuelle Themen aus. Mit dabei: Dario Streich, Japanologe im Deutschen Haus, für die Übersetzung in Naruto, Lara Pazer (r.) für die Übersetzung in Lüneburg, und Stefanie Kibscholl (l.), Organisatorin für Städtepartnerschaften. Foto: Hansestadt LüneburgHANSESTADT LÜNEBURG. – Mit „nicht echt, nicht in Wirklichkeit vorhanden“ übersetzt das Wörterbuch den Begriff virtuell. Per Video, und doch ganz echt teilten Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Narutos Oberbürgermeister Michihiko Izumi am Montag (15. Februar 2021) ihre Erfahrungen und Gedanken zur Städtepartnerschaft unter Corona-Bedingungen. Schließlich sei es wertvoll, die Dinge von mehreren Seiten aus zu betrachten, hielt Oberbürgermeister Izumi fest.

Gerade einmal 29 Personen haben sich in Naruto (ca. 57.000 Einwohner) seit Beginn der Pandemie infiziert. So ist auch das Alltagsleben kaum beeinträchtigt, Schulen, Arbeitsplätze und Läden sind geöffnet. An das Tragen von Masken sei man in Japan gewohnt. Auch die Geduld sei sicherlich ausgeprägter in Japan, waren die beiden Oberbürgermeister sich einig. Und die Impfstrategie? Seit gestern sei der Impfstoff von Biontech/Pfizer offiziell zugelassen. Erste Priorität habe bei den Impfungen das medizinische Personal, ab April seien alle Personen ab 65 Jahren an der Reihe. Am Reißbrett sei alles durchgeplant, die Praxis stehe noch bevor, resümiert Izumi.

Die kulturellen Unterschiede beim Umgang mit der Pandemie waren nicht das einzige Thema der Videokonferenz. Es ging auch um die Vorbereitungen auf die Olympia-Planungen Tokios für den Sommer und die Schwierigkeit zu entscheiden, ob der internationale Wettbewerb tatsächlich stattfinden soll. Für Planer wie für Sportler/innen hängt so viel dran.

Die Delegationsreisen von und nach Naruto allerdings sind für 2021 abgesagt. „Das wird leider nichts“, bedauert Mädge, und Izumi pflichtet ihm, wie schade! – Doch Videokonferenzen seien eine feine Sache, sind beide sich einig, warum also nicht ein virtuelles Partnerschaftstreffen auf den Weg bringen, vielleicht für dieses Frühjahr schon? So soll es sein!

Stefanie Kibscholl, zuständig für Partnerschaftsangelegenheiten in Lüneburg, und ihre japanische Kollegin, Tomoko Maeda, gehen dazu in Kürze in Gespräche mit den Partnerschaftsgesellschaften vor Ort.

Auch ein trauriges Gesprächsthema gab es: Shigefumi Yano, der frühere Oberbürgermeister Narutos, der unter anderem 1991 in Lüneburg die Kirschbäume am Narutoplatz (Krähornsberg) mitgepflanzt hat, ist kürzlich verstorben. Oberbürgermeister Mädge, der sich an „regelmäßige abendliche Plauderstunden mit ihm bei Besuchen“ gut noch gut erinnert, sprach der Familie und der Stadt sein herzliches Beileid aus.