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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Politikinteressierte Schülerinnen und Schüler besuchen das Lüneburger Rathaus (03.02.2020)

Oberbürgermeister Ulrich Mädge (vorne) stand der Klasse 8c des Oedemer Gymnasiums Rede und Antwort, mit dabei war Politik- und Wirtschaftslehrer Ludger Wessels (hinten). Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Was macht eigentlich ein Bürgermeister? Was arbeiten die Menschen im Rathaus? Wie fühlt es sich an, Politiker zu sein? – Diese und andere Fragen beschäftigten in den vergangenen Tagen nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Schulparlaments der Grundschule im Roten Felde und der Klasse 8c des Gymnasiums Oedeme, sondern auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge sowie Bürgermeister Eduard Kolle. Die beiden hatten sich nämlich bereit erklärt, den jungen Leuten im Lüneburger Rathaus genau zu diesen Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Den Anfang machten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oedeme, die zuvor bereits mehrere Wochen über das Thema Kommunalpolitik im Unterricht diskutiert hatten. Oberbürgermeister Ulrich Mädge nahm die Klasse im Huldigungssaal des Lüneburger Rathauses in Empfang (22. Januar 2020) und gab Auskunft über alles, was die Jugendlichen interessierte. Das waren vor allem Fragen zum Werdegang und zum Arbeitsalltag eines Kommunalpolitikers, aber auch Persönliches. So bekannte Oberbürgermeister Mädge, sein Amt sehr gern auszuüben, wenngleich es mit zehn bis vierzehn Stunden regulärer Arbeitszeit am Tag mitunter sehr anstrengend und belastend auch für die eigene Familie sein könne. „Ich wollte immer gestalten“, so Mädge, und das könne er in seinem Amt, das vom direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern lebe. „Dafür muss man als Oberbürgermeister allerdings auch einstecken können“, so das Stadtoberhaupt.

Auch kritische Fragen etwa zum Klimawandel, zum Thema E-Autos oder zum Lüneburger Sonderlandeplatz packten die Jugendlichen auf den Tisch und bezeugten damit ihr Interesse an aktuellen Diskursen. „Durch den direkten Austausch mit dem Oberbürgermeister bekamen wir eine bessere Vorstellung von der Politik vor Ort“, zeigten sich Sarah und Gideon aus der 8c im Anschluss begeistert.

Machte sich Freunde: Bürgermeister Eduard Kolle begeisterte besonders mit Geschichten aus der Rathaus-Historie. Foto: Hansestadt LüneburgEtwas schwerer hatte es Bürgermeister Eduard Kolle eine Woche später (29. Januar 2020). Die Grundschüler der Schule im Roten Felde sind zwar selbst im Schulparlament aktiv, wie sich jedoch zeigte, ist die große Politik etwas komplexer und gar nicht so einfach zu erklären. Warum können zum Beispiel einige Dinge in Lüneburg entschieden werden, andere aber nur in Hannover oder Berlin? „Das ist so ähnlich wie wenn ihr euch im Schulparlament auf etwas einigt, aber erst euren Schulleiter fragen müsst. Und der muss wiederum die Schulbehörde bei manchen Dingen fragen – jeder ist also für einen bestimmten Bereich zuständig. Das ist manchmal ganz schön kompliziert“, erklärte Bürgermeister Kolle, wog dies aber auch mit lebhaften Erzählungen aus dem Alltag eines ehrenamtlichen Bürgermeisters auf – und erläuterte so, warum es eigentlich vier Bürgermeister in Lüneburg gibt und warum die Ratsmitglieder meist in einer U-Form sitzen.

Die jungen Schülerinnen und Schüler hörten gespannt zu und hatten viele Zwischenfragen. Besonders interessierten sie sich aber für das historische Rathaus mit seinen 800 Jahren. Bürgermeister Kolle lud die Juniorparlamentarier zu einem Rundgang ein und konnte von stolzen Rittern und eitlen Fürsten berichten. Am Ende waren sich alle einig: Gut, dass heute kein Fürst mehr über Lüneburg regiert! Und letztlich unterschieden sich auch Schul- und Stadtparlament nicht wesentlich: „Um die Probleme zu lösen, die alle betreffen, setzen wir uns zusammen und überlegen uns gemeinsam Lösungen dafür“, fasste Bürgermeister Kolle zusammen. „So machen wir das in der Schule auch“, bestätigten die Kinder daraufhin.