Ansprechpartner & mehr

Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Recherchen von Dr. Reinders-Düselder als neue Basis für Diskurs zur Lüneburger Erinnerungskultur (20.07.2021)

HANSESTADT LÜNEBURG. – Es ist noch vieles historisch aufzuarbeiten zur jüngeren Geschichte der Hansestadt Lüneburg, insbesondere über die Zeit des Nationalsozialismus, seine Vorgeschichte und den Umgang damit in der Nachkriegszeit. Hierzu hat Dr. Christoph Reinders-Düselder nun, auch in Hinblick auf den aktuellen Diskurs zur Lüneburger Erinnerungskultur, eine wichtige Grundlage geliefert: Mehr als 200 Datensätze zur Lüneburger Militärgeschichte seit Ende des Ersten Weltkrieges hat der Historiker mit seiner von der Hansestadt beauftragten Forschungsarbeit systematisch erfasst.

„Die umfangreichen Arbeiten von Dr. Reinders-Düselder haben eine wichtige Lücke geschlossen. Dadurch können wir den Prozess der Lüneburger Erinnerungskultur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern auf einer systematischen Grundlage und geschichtswissenschaftlichen Quellenbasis weiterentwickeln“, erklärt Katrin Schmäl, Kulturreferentin der Hansestadt Lüneburg.

Die Datensätze dienen auch als Grundlage für den vom Kulturreferat der Hansestadt geleiteten Arbeitskreis Erinnerungskultur. Hier diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Kultureinrichtungen, der Geschichtsforschung sowie aus Politik und Stadtverwaltung, wie sich das gemeinsame Erinnern und Gedenken in Lüneburg weiterentwickeln soll. Vor allem in Hinblick darauf, dass es nur noch wenige Zeitzeugen der Geschehnisse vor 1945 gibt.

Zu der Debatte möchte Reinders-Düselder mit seiner Recherche konstruktiv beitragen: „Es fehlte bisher an einer wissenschaftlich fundierten, systematischen Darstellung zur Militärgeschichte Lüneburgs seit Ende des Ersten Weltkrieges. Meine Recherche dient dazu, diesen weißen Fleck zu beschreiben und so mit den überlieferten Quellen die Grundlage für eine sachliche Debatte zu liefern.“ Zu dieser Debatte zählt auch der zukünftige Umgang mit den Denkmälern der Stadt und die Überarbeitung der dazugehörigen Texttafeln zu den „Lüneburger Orten gegen das Vergessen“ sowie zum Friedenspfad. Stark diskutierte Themen der vergangenen Jahre waren hierbei unter anderem der Gedenkstein der 110. Infanterie-Division, ebenso wie das Reiterstandbild im Clamart-Park oder das Mahnmal im Tiergarten. Die Recherche bietet nun umfangreiche Quellen zu den Hintergründen der umstrittenen Denkmäler.

Recherchiert hat Reinders-Düselder im Stadtarchiv der Hansestadt Lüneburg und im Archiv der Landeszeitung, ebenso wie im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover, im Bundesarchiv Koblenz/Berlin, im Militärgeschichtlichen Bundesarchiv Freiburg sowie in weiteren Bibliotheken in der Region.

Um die Datensätze für alle Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen, sind die von Reinders-Düselder wissenschaftlich erfassten Datensätze in Kürze an den Rechnern im Lesesaal des Stadtarchives der Hansestadt Lüneburg einsehbar. Aus Sicht von Dr. Christoph Reinders-Düselder ein wichtiger Aspekt: „Die historische Aufarbeitung ist ein Prozess und nie ganz abgeschlossen. Jede Generation muss ihren eigenen Zugang zur Erinnerungskultur finden. Die Recherchen bieten nun ein Fundament dafür.“