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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Schienenausbau: Mädge pflichtet Staatssekretär Ferlemann in Diskussion um Alpha-E bei (02.10.2020)

Schon jetzt gibt es in Lüneburg Bereiche, wo die Gleise unmittelbar an Wohnhäusern vorbei führen. Nicht nur Lüneburgs Oberbürgermeister sieht da in der Realität keinen Platz für die Umsetzung der bisherigen Alpha-E-Planungen in die Praxis und fordert andere Lösungen in den Blick zu nehmen. Foto: Hansestadt Lüneburg (Archiv)(sp) Lüneburg. Die Diskussion um den Schienenausbau in der Region bekommt aktuell neuen Nährstoff. Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU), Bundesverkehrsministerium, wird im Weser-Kurier mit einer Einschätzung zu den bisherigen Ausbauplänen, die „teilweise technisch gar nicht machbar“ seien zitiert mit dem Satz: „Das ist in der Theorie gut gedacht, in der Praxis kriegen wir das nicht hin.“ Und weiter: „Wenn wir nicht durch die Orte kommen, fahren wir eben außen rum.“

Zuvor hatte, der Projektbeirat Alpha-E in einem offenen Brief an Ferlemann appelliert, am Modell Alpha-E festzuhalten, und auch Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete für Celle-Uelzen, hatte sich inhaltlich angeschlossen, so war in der AZ Uelzen zu lesen, Ministerium und Staatssekretär sollten „jetzt klare Kante zeigen“ für eine Zukunft von Alpha-E (AZ Uelzen, 26. Sept. 2020). Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge kommentiert die Diskussion trocken: „Willkommen in der Realität. Auf Dauer ist Faktenverdrängung und der Versuch, Politik über die Köpfe der Menschen in der Lüneburger Region machen zu wollen, zum Scheitern verurteilt.“

Mädge hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Defizite des Dialogforums Schiene Nord und dessen Ergebnisses, Alpha-E, hingewiesen. So ersetze eine Gesprächsrunde wie das Dialogforum keine sauberen rechtlichen Verfahren, es sei so viel Zeit verloren worden, ohne einem Ergebnis entscheidend näher zu kommen. Im Gegenteil, zeigten nun auch schon mehrjährigen Untersuchungen und Gutachten der mit Alpha-E in Verbindung stehenden möglichen Streckenausbauten, dass diese in der Praxis nicht funktionierten, weil sie zu aufwändig und damit zu teuer sein, nicht die erhofften Zeitersparnisse brächten und vor Ort nicht umzusetzen. „Da bin ich ganz bei Herrn Ferlemann.“

Die Hansestadt Lüneburg lehnt Alpha E entschieden ab. Sie hält den zur Diskussion stehenden dreigleisigen, teilweise viergleisigen Ausbau nicht für ausreichend, um  mehr – und vor allem zeitnah – zusätzliche Kapazitäten für Pendler zu schaffen und zugleich dem steigenden Güterverkehr gerecht zu werden.

Hintergrund:
Die Schiene muss gestärkt werden, vor allem auch für Pendler. Die Kapazitäten auf der Strecke Hamburg-Hannover, einer der meistbefahrenen Strecken in Deutschland, müssen ausgebaut werden. Soweit besteht noch breite Einigkeit in der seit 1992 währenden Diskussion um Y-Trasse, Alpha-E und Alternativen. Nur: Welche Lösung gut und tatsächlich vor Ort machbar ist, darüber ringen Deutsche Bahn, Politik in Bund, Land und Kommunen sowie Projektbeirat und Anrainer der verschiedenen Strecken