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Pressemitteilungen der Hansestadt Lüneburg

Waldverjüngung durch Saat: Forstamt plant besondere Pflanzaktion mit Schulklassen (24.06.2020)

Die erste Saat-Pflanzaktion ist im Herbst in der Deutsch Everner Heide geplant. Dort soll ein junger Eichenwald entstehen. Foto: Pixabay(sp) Lüneburg. Die Zukunft des Waldes liegt in seiner natürlichen Verjüngungsfähigkeit – sie ist Grundlage für einen stabilen Wald, der den künftigen Herausforderungen gewachsen ist. Um den Lüneburger Stadtwald für den Klimawandel zu rüsten und zugleich eine nachhaltige Produktion von hochwertigem Holz zu garantieren, setzt auch Stadtförster Per-Ole Wittenburg zunehmend auf eine natürliche Verjüngung im Lüneburger Stadtwald – und zwar durch gezielte Saat mit Hilfe vieler fleißiger Helfer. „Es sind schon mehrfach Schulen auf mich zugekommen mit dem Wunsch, im Wald aktiv zu werden - dies ist eine super Gelegenheit, denn für die Aussaat brauchen wir viele helfende Hände“, betont Wittenburg.

Gegenüber der Pflanzung habe die Saat viele Vorteile, erklärt der Stadtförster. So wachse die Pflanze von Anfang an auf ihrem künftigen Standort, entwickle eine optimale Wurzel und sei dadurch besser an die dortigen Bedingungen gewöhnt. „Mehrjährige Pflanzen aus der Baumschule haben meist einen gut gedüngten Start hinter sich und verfallen nach dem Einpflanzen erst einmal in einen sogenannten Pflanzschock, wenn sie in die teils mageren Verhältnisse umgepflanzt werden“, sagt der Leiter des Stadtforstamtes Lüneburg. Auch seien gedüngte Pflänzchen besonders beliebt bei Rehen, wodurch oft große Verbiss-Schäden entstünden.

Die Saat sei daher eine wichtige und gute Ergänzung zu Aufforstungsmaßnahmen, wie sie auf Forstflächen stattfinden und künftig auch auf ehemaligen Ackerflächen geplant sind im Rahmen des neuen Baumpaten-Projektes der Hansestadt Lüneburg.

Die erste Saat-Pflanzaktion plant Wittenburg im Herbst in der Deutsch Everner Heide, nahe des Dieksbaches. „Hier soll unter einem Kiefernbestand ein junger Eichenwald entstehen“, so der Stadtförster. Das dafür notwendige Saatgut wird vorab in den eigenen Saatgutbeständen des Stadtforstamtes gesammelt und dann gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Schulklassen in den Boden eingebracht. „Das ist wie eine Eigenbluttherapie“, erklärt Wittenburg, der mit Saaten schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat. Der Förster macht aber auch deutlich: „Saaten funktionieren nur unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen.“ So sei eine starke Bodenflora und Konkurrenzvegetation oft ein Ausschlusskriterium. Auch stellten Vögel mitunter ein nicht unwesentliches Problem dar, da sie einen erheblichen Teil der Saat klauen können.
Über die Sammel- und Saat-Termine wird das Forstamt rechtzeitig informieren. Jung und Alt werden dann eingeladen, sich sowohl beim Sammeln des Saatgutes, als auch beim Ausbringen auf der Fläche zu beteiligen.

Beim Thema Pflanzungen hat Wittenburg abschließend noch eine Bitte: Das häufig gut gemeinte Verpflanzen von Bäumen aus dem eigenen Garten in den angrenzenden Wald sei nicht zielführend, selbst dann nicht, wenn es sich um heimische Baumarten handelt. Denn mitunter hätten die Bäume dennoch eine andere Herkunft und verfälschten dadurch die Genetik der heimischen Wälder.