Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

75 Jahre Hitler-Attentat Thema im Rahmen der Lüneburger Erinnerungs- und Gedenkkultur (20.06.2019)

(sp) Lüneburg. Sie wollten Hitler ermorden und den Krieg beenden: Mit einer Bombe versuchte eine Gruppe um den Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944, Hitler auszuschalten. Ihr Umsturzversuch endete mit ihrer Hinrichtung. Am 20. Juli 2019 jährt sich das Attentat zum 75. Mal. Für die Hansestadt Lüneburg ist das ein Anlass, um sich im Rahmen der Lüneburger Erinnerungs- und Gedenkkultur mit den Ereignissen von damals und darüber hinaus mit dem Thema Lüneburg in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Den Auftakt dazu macht ein Workshop-Tag am 2. Juli 2019. Hierbei werden sich Schülerinnen und Schüler der IGS-Kaltenmoor, dem Lüneburger Stadtteil, dessen Straßen die Namen von Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime tragen, dem Attentat und der Lüneburger Geschichte künstlerisch annähern. Gemeinsam mit Niels Schröder, Illustrator und Autor der bald erscheinenden Graphic Novel „20. Juli 1944. Biographie eines Tages“ bringen die Zehnt- und Elftklässler ihre eigenen Ideen zu „75 Jahre 20. Juli 1944“ als Graphic Novel zu Papier.

„Der Workshop soll die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, sich auf eine für sie ungewohnte, künstlerische Art mit der Erinnerungskultur und Lokalgeschichte auseinanderzusetzen“, erklärt Lüneburgs Kulturreferentin Katrin Schmäl, die den Workshop gemeinsam mit dem Geschichtslehrer Dr. Christoph Reinders-Düselder von der IGS Kaltenmoor und dem Museum Lüneburg organisiert. Dort werden am Dienstag, 2. Juli, ab 16 Uhr dann auch die Ergebnisse des Workshops in einer öffentlichen Abschlusspräsentation im Marcus-Heinemann-Saal des Museums zu sehen sein. „Wir freuen uns, wenn hier viele Lüneburger und Lüneburgerinnen kommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen von den künstlerischen Ideen der jungen Menschen“, so Schmäl.

Bereits 2014 hatten sich Schülerinnen und Schüler der IGS Lüneburg mit den Straßennamen im Umkreis ihrer Schule befasst und eine Sonderausstellung erarbeitet, die sich den Biographien der Widerstandskämpfer widmet. Diese Sonderausstellung soll im Juli 2019 erneut im Museum und in der IGS gezeigt werden.
 
Am Jahrestag selbst wird es dann im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung erneut um die Ereignisse des 20. Juli 1944 gehen. Geplant ist, dass in Kaltenmoor, vermutlich in der IGS, Prof. Dr. Heike Düselder einen einführenden Impulsvortrag hält. Anschließend werden Schülerinnen und Schüler aus Kaltenmoor (IGS) Texte und Lebensgeschichten ausgewählter Widerstandskämpfer vorlesen. Auch einige der Graphic-Novel-Kunstwerke aus dem Workshoptag vom 2. Juli können hier erneut bestaunt werden. Vorgestellt wird dann auch eine Neuauflage der Broschüre „Kaltenmoor“ von Henry Thobaben zu den Personen der Kaltenmoorer Straßennamen.