Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Ausbau des Schienennetzes zwischen Uelzen und Lüneburg: Ortsumfahrungen so nicht akzeptabel (24.05.2019)

Gemeinsame Presseinformation der Hansestadt und des Landkreises Lüneburg

Es wird weiter gerungen werden um die Frage, wo die Züge in und um Lüneburg künftig fahren sollen. Hier eine Aufnahme von der Lüneburger Bahnstrecke. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp/lk) Lüneburg. Bei einem Treffen in Hannover haben am Dienstag, 21. Mai 2019, Gutachter von Bahn und Bund erneut über Varianten eines dreigleisigen Ausbaus des Schienennetzes zwischen Lüneburg und Uelzen informiert. Nachdem sie bereits im Februar und im April den geladenen Vertretern aus der Region ihre fachlichen Einschätzungen zu zwei Varianten vorgestellt hatten (siehe auch PIs der Hansestadt Lüneburg vom 28. Februar 2019 und vom 4. April 2019), ging es dieses Mal auch um die dritte zu untersuchende Variante mit Ortsumfahrungen: Diese sieht vor, dass Lüneburg und Deutsch-Evern westlich eng umfahren werden. Dafür müssten die Züge zwischen Radbruch und Bardowick ausscheren und sich vor Bienenbüttel wieder einfädeln. Nach Bienenbüttel ist erneut eine Ausfädelung vorgesehen, um Bad Bevensen zu umfahren und danach wieder auf die Hauptstrecke einzufädeln. Gedacht ist an zweigleisige Strecken, die für Geschwindigkeiten bis zu 230 bzw. 250 Kilometer pro Stunde ausgebaut werden.

Was das für Lüneburg bedeuten würde, skizziert Markus Moßmann, der als Verkehrsdezernent der Hansestadt an der Sitzung in Hannover teilgenommen hat: „Neben umfangreichen Umbauten im Stadtgebiet Lüneburgs, um die Kapazitäten im Bahnhofsbereich zu erweitern,  käme also noch eine Neubaustrecke unmittelbar westlich von Lüneburg hinzu.  Auf ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen entlang der Hauptstrecke würde nach dieser Variante wohl verzichtet.“

Der Radius für die Umfahrung läge laut Gutachtern bei rund 5 Kilometern und damit sehr dicht westlich des Stadtgebietes. Moßmann: „Diese Variante mit diesen Ortsumfahrungen ist aus Lüneburger Sicht nicht akzeptabel. Im Osten die Bundesstraße bzw. Autobahn, die Haupteisenbahnstrecke im Stadtgebiet und dann noch eine Ortsumfahrung westlich davon. Die Meinung der westlich von Lüneburg gelegenen Gemeinden dürfte ähnlich sein.“ Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat des Landkreises Lüneburg, bekräftigt: „Genau diese Situation ist den Menschen in unserem Landkreis nicht zuzumuten. Das Land muss großräumig auf fachlich fundierter Grundlage nach Alternativen suchen. Deshalb fordern wir ein Raumordnungsverfahren.“

Ausführungen machten die Gutachter auch zu den technischen Möglichkeiten für die geplante Geschwindigkeitserhöhung auf 230 Stundenkilometer. Diese wären technisch und baulich nur begrenzt realisierbar und auch nicht auf der gesamten Strecke von Stelle über Lüneburg bis Uelzen machbar. Doch wenn die Züge in Folge dessen immer nur abschnittweise schneller fahren könnten, halte sich laut Gutachtern der Zugewinn in Grenzen. Moßmann erläutert: „Das bestätigt uns in unserer Kritik, dass bei dieser Variante nicht die eigentlich gewünschte Fahrzeitverkürzung erzielt werden kann.“

Es wird weitere Treffen geben. Ein nächster Termin steht noch nicht fest.

Hansestadt und Landkreis Lüneburg lehnen Alpha E entschieden ab. Sie halten den zur Diskussion stehenden dreigleisigen Ausbau nicht für ausreichend, um  mehr – und vor allem zeitnah – zusätzliche Kapazitäten für Pendler zu schaffen und zugleich dem steigenden Güterverkehr gerecht zu werden. Hansestadt und Landkreis Lüneburg fordern anstelle eines Ausbaus der Bestandsstrecke den Bau einer zweigleisigen Trasse entlang der Autobahn 7.