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Feuerwehrstellprobe in der Lünertorstraße: Zusätzliche Außengastronomie nur am Kran möglich (16.07.2020)

(sp) Lüneburg. Mit einer Stellprobe hat die Lüneburger Feuerwehr gestern unter Leitung von Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft ausgelotet, wieviel Platz die Feuerwehr im Falle eines Brandes in der Lünertorstraße benötigt, um voll einsatzfähig zu sein. Hintergrund für die Prüfung ist der Wunsch anliegender Gastronomen, Geh- und Straßenflächen für Außengastronomie zu nutzen. Da aber der Brandschutz oberste Priorität hat, wäre eine solche Sondergenehmigung nur zu erteilen, wenn Rettungswege und Arbeitsraum für die Feuerwehr gewährleistet blieben. Das ist nicht der Fall, so das Ergebnis der Stellprobe: „In dieser schmalen Straße benötigen wir die volle Straßenbreite, um unser Fahrzeug im Einsatzfall aufzustellen und arbeiten zu können“, bilanziert Diesterhöft nach der Stellprobe am Stint.
Für Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge steht damit fest: „Die Lünertorstraße ist für den Fall einer Brandbekämpfung oder notwendigen Hilfeleistung an dieser Stelle schlicht nicht breit genug. Darüber hinaus ist diese Straße im historischen Wasserviertel ein wichtiges Einfallstor für die Feuerwehr im Brandfall. Deshalb können wir hier aus Brandschutzgründen keine Außengastronomie erlauben, das wäre unverantwortlich.“"In dieser schmalen Straße benötigen wir die volle Straßenbreite, um unser Fahrzeug im Einsatzfall aufzustellen und arbeiten zu können“, bilanziert Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft nach der Stellprobe am Stint. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Auch dem Wunsch der Gastronomen, Tische und Stühle auf dem Gehweg aufzustellen und einen Teil der Lünertorstraße zur Spielstraße zu machen, um Fußgänger auf die Straße zu leiten, muss die Stadt eine Absage erteilen. „Wir haben in der Lünertorstraße erheblichen Radverkehr in beide Richtungen. Sie ist ein Teilstück einer der Hauptachsen für Radfahrer zwischen Innenstadt und Bahnhof“, sagt Lüneburgs Ordnungsamtsleiter Joachim Bodendieck. Dazu kämen Lieferverkehre zur Belieferung der Stint-Gastronomen und an- und abreisende Hotelgäste. „Die vielen Fußgänger und Touristengruppen hier auf die Straße zu schicken, wäre zu gefährlich“, so Bodendieck.

Lüneburgs Oberbürgermeister betont: „Wir verstehen den dringenden Wunsch der Gastronomen, gerade in Corona-Zeiten zusätzliche Einnahmemöglichkeiten zu generieren.“ Doch müssten der Brandschutz und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer oberste Priorität haben – hiervon könne die Stadt nicht abweichen. Dennoch möchte Mädge den Gastronomen der Lünertorstraße helfen. Er kann sich vorstellen, am Kran auf einer Holzkonstruktion zusätzliche Außengastronomie zu verwirklichen. Auch für andere Ideen sei man offen, sagt Lüneburgs Oberbürgermeister und erklört noch einmal: „Überall dort, wo Brandschutz und andere wichtige Belange es zulassen, genehmigen wir zusätzliche Außengastronomie.“ Die Stadt habe kein Interesse daran, Gastronomie zu verhindern – im Gegenteil. Dieses Vorgehen der Stadtverwaltung wurde im jüngsten Rat erneut bekräftigt. „Hier habe ich aber auch auf Schwierigkeiten hingewiesen und darauf, dass es Bereiche in Lüneburg gibt, in denen eine Sondernutzung schwer oder gar nicht zu realisieren ist“, so Mädge. „Als Stadt stehen wir in der Verantwortung, dass trotz Sondernutzung alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt wurden. Das Wohl der Bürger und die Sicherheit stehen an erster Stelle. Da darf es keine Abstriche geben – darin sind sich hoffentlich alle Beteiligten einig.“