Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Kampfmittelsuche im Hanseviertel Ost: Einige Bäume müssen weichen (01.07.2019)

(sp) Lüneburg. Insgesamt acht ehemalige Splitterschutzgräben sowie drei weitere potenziell kampfmittelbelastete Flächen gibt es auf dem Gebiet des künftigen Neubaugebiets Hanseviertel Ost. Diese Flächen, bei denen aufgrund von mehr als sieben Jahrzehnte langer militärischer Nutzung eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass diverse Munition sowie Übungsminen gefunden werden können, untersucht und bereinigt derzeit im Auftrag des Erschließungsträgers Sparkassen Hanse Immobilien der Kampfmittelräumdienst Tauber aus Hannover. Während die ersten Flächen bereits problemlos untersucht und von Munition und Schrott befreit werden konnten, stehen jetzt Bereiche an, in denen die Suche komplizierter wird, erklärt Mathias Leibner: "Wir haben hier Bäume stehen, die die Suche erschweren oder sogar verhindern, dass wir alle Störkörper entfernen können." Es sei daher damit zu rechnen, dass einige der Bäume, darunter auch vier größere Linden, im Zuge der Kampfmittelsuche von der Fachfirma gefällt werden müssen.

Kampfmittelbeseitiger Mathias Leibner erklärt, wie dabei vorgegangen wird: "Als erstes sondieren wir das oberste Erdreich, um herauszufinden, ob eine Fällung überhaupt erforderlich wird. In dem Fall wird der betreffende Baum oberirdisch durchtrennt und auf einer bereits sondierten Fläche abgelegt. Der Stumpf wird nach Freisondierung der unmittelbaren Umgebung herausgezogen und anschließend der weitere Bereich bis auf den gewachsenen Boden von Kampfmitteln befreit." Die Entscheidung, ob ein Baum für die Untersuchungen fallen müsse oder nicht, sei dabei jeweils eine Einzelfallentscheidung. Dafür könne man anschließend mit großer Sicherheit eine mögliche Gefahr für das zukünftige Wohngebiet ausschließen.

Vor allem in den Splittergräben hatten die Kampfmittelexperten bereits jede Menge Schrott und punktuell auch Kampfmittel gefunden. "Diese Gräben wurden im Krieg angelegt, um Deckung zu bieten. Besonders gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Zeit danach wurde hier allerlei verscharrt und die Gräben wurden zugeschüttet." Mit dem Fund von Blindgängern rechnen die Kampfmittelexperten - anders als etwa im Baugebiet Wittenberger Bahn - im Hanseviertel-Ost nicht. Das Gebiet wurde zwar militärisch genutzt, Hinweise auf eine Belastung durch alliierte Abwurfgeschosse gebe es aber kaum.

Um die Flächen im Neubaugebiet bebauen zu können, ist die bestmögliche Kampfmittelfreiheit eine wichtige Voraussetzung. Deshalb sollen die letzten Vorkehrungen im aktuellen Untersuchungsabschnitt bis Anfang August abgeschlossen werden. Der beiden übrigen Flächen mit potenzieller Belastung werden die Kampfmittelexperten sich dann in zwei weiteren Untersuchungsabschnitten annehmen.