Ansprechpartner & mehr

Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Kampfmittelsuche im Hanseviertel Ost geht weiter - Bäume müssen weichen (13.12.2019)

(sp) Lüneburg. Insgesamt acht ehemalige Splitterschutzgräben sowie drei größere potenziell kampfmittelbelastete Flächen hatten die Experten zu Beginn der Erschließung auf dem Gebiet des künftigen Neubaugebiets Hanseviertel Ost ausgemacht. Seit Anfang des Jahres werden diese Flächen im Auftrag des Erschließungsträgers Sparkassen Hanse Immobilien durch den Kampfmittelräumdienst Tauber aus Hannover untersucht und die Kampfmittel geborgen und entsorgt. Nachdem alle Splitterschutzgräben und zwei Flächen bereits kampfmittelbefreit werden konnten, steht nun die kleine Waldfläche im Nordosten angrenzend an das künftige Gewerbegebiet an.

„Bei ersten Sondierungen in dem Bereich haben wir bereits Infanteriemunition und den Rest einer Stabbrandbombe gefunden“, sagt Kampfmittelbeseitiger Mathias Leibner. Damit habe sich der Kampfmittel-Verdacht dringend bestätigt, so Leibner. Nun müsse das gesamte Erdreich auf der Fläche umgegraben und untersucht werden. Vorher aber müssen Büsche und Bäume weichen. Konkret handelt es sich laut Peter Zurheide, Leiter des Bereichs Grünplanung bei der Stadt, um einen Bestand aus Robinien und Kiefern. „Natürlich werden wir Fläche im Anschluss wieder komplett aufforsten mit einem hochwertigen Baumbestand“, so Zurheide. Gepflanzt werden sollen dort unter anderem Stileichen und Vogelkirschen.

Bereits im Juli mussten auf einer Verdachtsfläche mehrere Bäume, darunter vier größere Linden, im Zuge der Kampfmittelsuche von der Fachfirma gefällt werden. An vielen anderen Stellen konnten allerdings erfreulicherweise trotz Sondierungen die Bäume erhalten werden.

Um Anwohner und interessierte Bürger über die Arbeiten zu informieren, bieten Hansestadt und Erschließungsträger am kommenden Dienstag, 17. Dezember, um 15 Uhr einen Vorort-Termin an. Experten des Kampfmittelräumdiensts und Peter Zurheide beantworten dann alle Fragen zu den anstehenden Fällungen und Sondierungen. Treffpunkt ist der Wendehammer am östlichen Ende der Lübecker Straße vor dem Blockheizkraftwerk.

Zum Hintergrund
Mehr als sieben Jahrzehnte wurden die Flächen auf dem ehemaligen Kasernengelände militärisch genutzt. Gefunden wurden bisher diverse Munition sowie Übungsminen und Granaten jeglicher Form.

Mit dem Fund von Blindgängern rechnen die Kampfmittelexperten anders als etwa im Baugebiet Wittenberger Bahn allerdings nicht. Denn das Gebiet wurde zwar militärisch genutzt, Hinweise auf eine Belastung durch alliierte Abwurfgeschosse gibt es aber kaum. Um die Flächen im Neubaugebiet bebauen zu können, sind entsprechende Kampfmitteluntersuchungen nach den Vorgaben der Experten eine wichtige Voraussetzung.