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Lüneburg zwischen Kaiserreich, Republik und Diktatur: Digitale Buchvorstellung des Historikers Stegmann (07.05.2020)

(sp) Lüneburg. Die Corona-Pandemie erfordert auch in Hinblick auf die Lüneburger Erinnerungs- und Gedenkkultur kreative Wege: Passend zum Gedenktag am Freitag, 8. Mai 2020, stellt Prof. Dr. Dirk Stegmann seine Publikation „Lüneburg 1918–1945: Stadtgesellschaft zwischen Kaiserreich, Republik und Diktatur“ für Interessierte ab 17 Uhr per Video-Konferenz vor.

Die Zeit zwischen Weimarer Republik und Kriegsende 1945 war für die Hansestadt Lüneburg bisher nur in Teilen erforscht, wissenschaftliche Veröffentlichungen gab es lediglich zu Einzelaspekten. Stegmanns Werk bietet nun ein umfassendes Bild für dieses wichtige Kapitel der Lüneburger Stadtgeschichte. Herausgeber der Publikation ist die Museumsstiftung Lüneburg, die Hansestadt hat die Forschungsarbeit des Historikers, der bis 2006 an Universität Lüneburg lehrte, finanziell unterstützt, weitere Unterstützung kam von der Sparkassen Stiftung Lüneburg und der VGH Stiftung. Die Publikation ist für Stegmann ein besonderer Moment: „Dieses Forschungsthema hat mich seit meiner Zeit als Professor an der Universität Lüneburg beschäftigt und immer begleitet. Ich freue mich, dass diese Publikation nach intensiver, jahrelanger Arbeit nun erscheint. Das Buch verarbeitet neben den archivalischen Quellen auch Befragungen von Zeitzeugen in den 1980er Jahren. Eine Vielzahl von Fotografien und Abbildungen erhöht hoffentlich die historisch-politische Anschaulichkeit. Ich danke dem Museum Lüneburg und dem Oberbürgermeister für die Unterstützung bei meiner Arbeit und hoffe, dass das Buch Leser findet, die sich kritisch mit diesen Kapiteln der Lüneburger Stadtgeschichte auseinandersetzen werden.“

Da die ursprünglich geplante Buchvorstellung aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste, können sich Interessierte nun noch bis Freitag, 16 Uhr, für eine Video-Konferenz mit Prof. Dr. Stegmann per E-Mail an presse@stadt.lueneburg.de anmelden.

Die Direktorin des Museums Lüneburg und Vorsitzende des Vorstands der Museumsstiftung Heike Düselder, freut sich, bei der digitalen Buchvorstellung dabei zu sein: „Ich wünsche diesem Werk die Beachtung, die es verdient, und viele interessierte und aufmerksame Leserinnen und Leser. Denn heute, 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus, ist das historische Gedächtnis wichtiger denn je.“

Auch Ulrich Mädge, Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzender des Stiftungsrats der Museumsstiftung, freut sich, dass das Werk damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann: „Unser gemeinsames Ziel war es, die Lücke zwischen Weimarer Republik und 1945 zu schließen. Ich freue mich sehr, dass dies nun dank der Arbeit von Herrn Prof. Dr. Stegmann gelungen ist und danke ihm für seine wertvolle Arbeit. Auch in den aktuellen Diskussionen zur Erinnerungskultur brauchen wir nicht allein Meinung, sondern auch als unverzichtbare Grundlage die Sachkunde und Fachlichkeit von Historikern.“

Stegmann gehört zu den profunden Kennern der Lüneburger Historie. Schon früh, als die historische Forschung über die NS-Zeit noch am Anfang stand, führte er Tonbandinterviews mit Zeitzeugen in Lüneburg durch und beschäftigte sich intensiv mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung vor und während der Diktatur der Nationalsozialisten. 1983 war Stegmann maßgeblich an der Lüneburger Ausstellung „50 Jahre „Machtergreifung“ beteiligt. Um diese geschichtlichen Hintergründe noch intensiver zu erforschen, entschieden Hansestadt und Museum 2015 gemeinsam Prof. Dr. Stegmann mit dieser Arbeit zu beauftragen. In Verbindung mit einer umfassenden Archivrecherche, unter anderem im Lüneburger Stadtarchiv sowie in den Archiven in Berlin, Hamburg, Koblenz, Hannover und Stade, hat Stegmann eine Vielzahl von Quellen wie Zeitzeugenberichte und einschlägige Zeitungen und Zeitschriften der damaligen Zeit erstmals wissenschaftlich ausgewertet, interpretiert und in den historischen Zusammenhang gestellt.

Die Publikation Stegmanns kann ab Freitag, 8. Mai, im Museumsshop des Museums Lüneburg käuflich erworben werden.