Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

„Lüneburgs Gewissen für den Umweltschutz“ – Verabschiedung von Reinhart Günzel als Sprecher des Nachhaltigkeitsrates (26.06.2019)

Feierten gemeinsam: v.l. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger , Ehrengast Reinhart Günzel, Oberbürgermeister Ulrich Mädge und das neue Sprecherteam bestehend aus Prof. Dr. Thomas Schomerus, Jürgen Enkelmann und Claudia Kutzick. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Global denken - lokal handeln. Das war schon immer der Grundsatz des Lüneburger Umwelt- und Klimaschützers.  „Reinhart Günzel hat einen ganz entscheidenden Teil dazu beigetragen, die globalen Probleme unserer Zeit vor Ort anzupacken und etwas zu verändern“, dankte Oberbürgermeister Ulrich Mädge dem engagierten Lüneburger bei einer Festveranstaltung im Huldigungssaal des Rathauses. Mit Musik, zahlreichen Gästen - unter ihnen auch BUND-Vorsitzender Hubert Weiger - und mit vielen Worten des Dankes und der Anerkennung wurde der 84-jährige Günzel jetzt als Sprecher des Nachhaltigkeitsrates verabschiedet. 14 Jahre hatte er dieses Amt inne, den Nachhaltigkeitsrat rief er 2005 selbst ins Leben. Lange bevor Schülerinnen und Schüler für ein besseres Klima demonstrierten, habe Günzel den Nachhaltigkeitsgedanken vorangetrieben und darauf gedrängt, beim Umweltschutz genauer hinzusehen, so Mädge: „Du warst und bist ein unermüdliche Sprachrohr und Gewissen für den Umweltschutz hier in Lüneburg.“

1980 wurde Günzel Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Kreisgruppe Lüneburg, von 1982 bis 1999 war er dort der Vorsitzende, seit 1985 ist er im BUND-Landesvorstand.  Dem Umweltschützer lagen besonders der Schutz der Elbe und des dortigen Biosphärenreservats am Herzen. Auch die Umsetzung der AGENDA 21 vor Ort und der Zusammenhang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialen Fragen waren stets ein zentrales Thema in der Arbeit von Günzel.

Die Vision, dass verschiedene Gruppen gemeinsam unter einem Dach für eine ökonomische, soziale und gerechte Welt arbeiten, hat Günzel als Mitbegründer des Heinrich-Böll-Hauses umgesetzt, das noch heute in Lüneburg ein Haus der Begegnung ist.

Über den BUND war Günzel schließlich im Juni 2005 Mitbegründer des Lüneburger Nachhaltigkeitsrates. „Seither bist du dessen unermüdlicher Motor und Sprecher“, dankte Mädge in seiner Rede und betonte: „Die Zeit ist heute zu kurz, um die vielen ehrenamtlicher Aufgaben in Vereinen, Verbänden und Arbeitskreise aufzuzählen, an denen du mitgewirkt hast.“

Als kleiner Lohn für diesen Einsatz erhielt Günzel bereits 2006 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2014 bekam die Hansestadt Lüneburg außerdem den deutschen Nachhaltigkeitspreis verliehen. „Das war ein starkes Zeichen für Lüneburg als nachhaltige Hansestadt und eine Auszeichnung deines jahrlangen Engagements.“

Mit dem gemeinsamen Projekt von Hansestadt und Leuphana, der „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ sei man nun weiterhin auf einem guten Weg, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN systematisch in der Hansestadt Lüneburg zu verorten. Als Kernziele mit Blick auf Lüneburgs Nachhaltigkeit nannte der Oberbürgermeister außerdem den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und des Radverkehrs, die Reduzierung des Lieferverkehrs in der Innenstadt sowie die Förderung von regenerativen Energien. Bei all diesen anstehenden Herausforderungen sei man auf engagierte Bürgerinnen und Bürger angewiesen, um gemeinsam etwas zu bewirken. „Wir hoffen daher als Hansestadt weiterhin so gut mit dem Nachhaltigkeitsrat zusammenzuarbeiten“, sagte Mädge und wünschte dem neuen Sprecherteam bestehend aus Prof. Dr. Thomas Schomerus, Jürgen Enkelmann und Claudia Kutzick sowie dem Vertreter Dr. Frank Corleis alles Gute für ihre neue Aufgabe.