Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge zur gestrigen Versteigerung der Häuser Wilhelm-Leuschner-Straße 20-48 (19.06.2019)

„Wenn man dem Verkauf etwas Gutes abgewinnen will, so ist es die Tatsache, dass der Käufer aus Deutschland kommt und noch zu den Mittelständlern gerechnet werden kann. Da sehe ich eher die Möglichkeit zu einem Gespräch, als wenn es sich um Investoren aus dem Ausland handeln würde. Der Kaufpreis hingegen ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie schon befürchtet.

Ich verhehle auch nicht, dass wir uns vorgestellt haben mit unserer städtischen Wohnungsbaugesellschaft an die Immobilie zu kommen, aber das wäre nur vertretbar zu einem realistischen Preis, bis etwa 10 Mio. Euro. Man muss ja auch sehen, dass es in den Häusern einen Sanierungsbedarf in Höhe von geschätzt 10 Mio. Euro gibt.

Wir erwarten von dem neuen Eigentümer, dass er ,die Braut jetzt nicht nur hübsch macht‘ und dann teuer weiterreicht, sondern dass er, um im Bild zu bleiben, eine langjährige gute Beziehung auf Augenhöhe gestalten möchte. Das heißt konkret, dass er die Häuser schnellstmöglich ordentlich durchsaniert und energetisch auf den Stand der Zeit bringt. Außerdem erwarten wir die Einhaltung der 30 Prozent-Klausel für bezahlbare Wohnungen und der Mietpreisbindung, wie wir das generell in städtebaulichen Verträgen vereinbaren. Natürlich ist es dem Eigentümer dann im Gegenzug möglich Städtebaufördermittel für bestimmte Aufgaben zu nutzen. Darauf werden wir in den Gesprächen mit den uns zur Verfügung stehenden Mittel hinwirken.

Im Übrigen fühle ich mich durch das heutige Ergebnis bestätigt in meiner seit Jahren in Richtung Bundesregierung und Bundesministerien geäußerten Kritik: Es kann nicht sein, dass das Sanierungsrecht ausgehebelt werden kann durch Insolvenz. Wir reden hier seit Jahren gegen die Wand. Sanierungsrecht muss auch bei Insolvenz gelten, das muss besser heute als morgen vom Bundestag geändert werden, wenn man wirklich etwas tun will, um die Wohnungssituation für die Mitte der Gesellschaft zu verbessern.“