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AGL: Neubau der Rechen- und Pumpanlage wird trotz Corona fortgeführt (02.04.2020)

Der Rohbau der neuen Rechen- und Pumpanlage. Foto: AGLPressemitteilung der AGL: Neubau wird trotz Corona fortgeführt

(info) Lüneburg. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH das im März geplante Richtfest für den Neubau der Rechen- und Pumpanlage leider absagen. Aber die Baumaßnahmen schreiten voran. Die AGL investiert rund 9,5 Mio. € in den Neubau der Rechen- und Pumpanlage, sowie der dafür notwendigen Umlegung der  zulaufenden Abwasserkanäle, mit Rohrleitungsdurchmessern von 60 cm bis 1,30 m. Eingebaut werden die neuen Schmutzwasserkanäle im geschlossenen Rohrvortrieb ohne das die Oberflächen im großen Stil zerstört werden müssen, d.h. die Rohre werden durch den Untergrund gepresst. Das anfallende Bohrgut wird noch vor Ort so aufbereitet, dass es ordnungsgemäß entsorgt werden kann.

Aktuell wird ein neuer Hauptkanal unterhalb des ESV-Sportplatzes eingebaut. In Teilbereichen ist der neue Anschlusskanal, zur Aufnahme der Abwässer aus dem Sammler Adendorf/Bardowick“ und „Sammler Erbstorfer Landstraße“, bereits ebenfalls verlegt. Auch erforderliche   Rohrleitungsneubauten, unter anderem auch Kabelleerrohrsysteme, auf dem Betriebsgelände laufen derzeit. Der Rohbau der neuen Rechen- und Pumpanlage steht. Das  Abwasser  wird  zukünftig  über  drei  neue  sogenannte  archimedische Schnecken über 8 m angehoben. Jede Schnecke hat eine Förderleistung von 1.800 m³/h.  Dieses  Förderprinzip  hat  sich  durch  einen  energieeffizienten  und verschleißarmen Betrieb bewährt. Das Abwasser fließt danach im freien Gefälle durch die nachfolgenden Anlagenteile. Mit dem Neubau der Anlage wird die Pumpenleistung von derzeit 2.500 m³/h auf maximal rund 3.600 m³/h erhöht.  Trotz der Corona-Pandemie können die Arbeiten weiterhin ausgeführt werden, da die Baumaßnahmen  örtlich  vom  täglichen  Betrieb  abgesetzt  sind.  Kontakte  zum laufendem Betrieb sind selten vorhanden und die Arbeiten können überwiegend im Freien und Einhaltung der allgemein geltenden Distanzregelungen ausgeführt werden. Das Projekt bewegt sich aktuell im geplanten Kostenrahmen und ist zeitlich nur leicht, einige wenige Wochen, in Verzug. 

Die  AGL  hat  sich,  seit  Anfang  März,  auf  die  Gefährdungen  durch  die  Corona-Pandemie betrieblich eingestellt. Die  AGL  betreibt  mit  dem Kanalsystem  und  der Kläranlage  für ca.  150.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Hansestadt und im Landkreis Lüneburgdie öffentliche Abwasserentsorgung, als sogenannte kritische Infrastruktur. Zudem leistet sie wichtige Dienstleistungen der kommunalen Daseinsfürsorge, wie z.B. die Arbeiten der Stadtreinigung.Um  unnötige  Gesundheitsgefährdungen  der  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter auszuschließen, aber auch das Risiko des Personalausfalles zu senken, sind eine Reihe von betrieblichen Maßnahmen ergriffen worden.So ist der freie, öffentliche  Zugang zum Betrieb nicht mehr möglich; Treffen zu Gesprächen finden nur noch statt, sofern sie für die Aufrechterhaltung des Betriebs unabdingbar erfolgen müssen; auch intern werden Video- und Telefonkonferenzen durchgeführt; ein Teil der Mitarbeiterschaft, vor allem aus der Verwaltung, ist rollierend im „Homeoffice“ tätig; Dienstreisen, Seminare usw. sind abgesagt; Abteilungen/Teams wurden verkleinert und neu organisiert und Schichtplanungen neu gestaltet, so dass kleinere   Arbeitsgruppen   teilweise   räumlich   und   zeitlich  entzerrt   arbeiten können; zusätzliche Desinfektionsarbeiten in kritischen Bereichen finden regelmäßig statt.

Für  den  Betrieb  sind  aktuell,  d.h.  für  die  nächsten  mindestens  ca. 2-4  Wochen, ausreichend  Schutzmaterialien  bei  Bedarf  und  Desinfektionsmittel  auf  Lager. Nachschub ist bestellt. Bereichs- und Projektleiter, die mit der Planung und Durchführung von Beschaffungs- und  Neubauprojekten  befasst  sind,  arbeiten  daran,  die  Projekte  maximal  zu beschleunigen. Damit  kann  die  AGL  ihren  Beitrag  zur  Stabilisierung  der Wirtschaft leisten.  Trotz Corona-Pandemie ist es derzeit geplant, dass unsere Gärtnerinnen und Gärtner, auch dieses Frühjahr  Blumen  und  Pflanzen  im  Stadtgebiet  ausbringen, da die Arbeiten im Freien ausgeführt werden und die Distanzregelungen eingehalten werden können.  Die  Arbeitsteams  werden  jedoch  verkleinert werden.  Eine  Änderung  zur Einschätzung der Gefährdungslage ist aber derzeit nicht ausgeschlossen.