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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Neue Gedenktafel für Dr. Hermann Reinmuth am Düvelsbrooker Weg - Erinnerungstafel für Opfer des Nationalsozialismus war zerstört worden (30.04.2020)

Lüneburgs Kulturreferentin Katrin Schmäl und Bürgermeisterin Christel John bei der Enthüllung der neuen Gedenktafel. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Er unterstützte Familien, die vom Nazi-Regime verfolgt wurden und begab sich offen in Opposition zum System – dafür bezahlte er mit seinem Leben. „Dr. Hermann Reinmuth wurde von den Nationalsozialisten ermordet, weil er sich weigerte, Ihre menschenverachtende Ideologie anzuerkennen und sich Ihnen mutig entgegenstellte“, sagte Bürgermeisterin Christel John in ihrer Rede zur Neuaufstellung der Gedenktafel für den Widerständler. Die Tafel am Düvelsbrooker Weg vor dem ehemaligen Wohnort des Gewerkschafters und Juristen war im Januar dieses Jahrs von Unbekannten gewaltsam entfernt und zerstört worden. Die Hansestadt erstattete Strafanzeige, das Verfahren wurde mittlerweile eingestellt.

„Wenn ein so wichtiges Andenken entfernt wird, dann macht das betroffen“, so John. Allerdings setze man mit dem schnellen Wiederaufstellen der Gedenktafel jetzt zugleich ein wichtiges Zeichen: „Nämlich das Signal, dass Zerstörung, Hass und Gewalt nicht gewinnen.“

Die neue Gedenktafel. Foto: Hansestadt LüneburgDie Gedenktafel war 2016 auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und der Stadt Lüneburg aufgestellt worden. Auf Wunsch des VVN wurde die neue Tafel, die jetzt aufgestellt wurde, umgestaltet. „Wir haben für die neue Gedenktafel eine wertige, dem Anlass und Inhalt entsprechend würdevolle Gestaltung gewählt, die gleichzeitig zum Design anderer Informationstafeln der Hansestadt passt", erklärte Katrin Schmäl, Lüneburgs Kulturreferentin. Schmäl bedauerte, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Einweihungsfeier in größerem Rahmen geben könne. "Eine öffentliche Einweihungsfeier dieses erinnerungskulturellen Lernortes wäre wünschenswert gewesen. Wir haben uns aber angesichts der Ungewissheit, wann derartige Veranstaltungen wieder möglich sein werden, dazu entschieden, dass wir die Tafel schnellstmöglich ersetzen möchten."

Peter Asmussen vom VVN lobte die neue Gestaltung der Tafel und sagte: „Wir würden uns wünschen, dass der Name Dr. Hermann Reinmuths künftig noch bekannter wird."