Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Neues Konzept der Hansestadt denkt Integration weiter (15.07.2019)

Das quietschorangene Heft soll als Informations- und Diskussionsgrundlage dienen. Die einzelnen „Bausteine“ des Konzeptes kreisen dabei um alltägliche Beteiligungsthemen. Grafik: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. „Ankommen und Teilhaben“ lautet der zeitgemäße Ansatz, den Lüneburg in Sachen Integration verfolgt. Dies unterstreicht die Hansestadt mit der Neuauflage ihres gleichnamigen Integrationskonzeptes, das die Erfahrungen in der Geflüchteten- und Stadtteilarbeit der letzten Jahre aufgreift und in Richtung eines lebendigen Miteinanders weiterdenkt. Die Hansestadt hatte Flüchtlingsinitiativen, Bildungsträger und andere soziale Akteure im Juni 2017 erstmals zu einem Integrationskongress eingeladen. Alle Beteiligten brachten damals ein Konzept auf den Weg, das die gemeinsamen Anstrengungen bündeln helfen sollte. Die Neuauflage geht nun auf aktuelle Herausforderungen ein und setzt einen neuen Fokus. Stadträtin Pia Steinrücke: „Angebote speziell für geflüchtete Menschen reduzieren diese auf das Merkmal ,geflüchtetʻ. Integration verstehen wir aber als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe, die in allen Lebensbereichen geschieht und an der alle Bürgerinnen und Bürger teilhaben.“

Es gehe darum, „vorhandene Angebote und Einrichtungen für allgemeine Teilhabe zu öffnen“. Das gehe die Stadt beispielsweise verstärkt bei ihren Kitas an. Nach und nach sollen diese zu Familienzentren ausgebaut werden. Ziel sei es, dass sich dort Kinder wie auch Erwachsene begegnen können – unabhängig davon, ob sie bereits einen Kitaplatz haben oder nicht. „Solche Formate der Begegnung bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und hiesige Strukturen besser verstehen zu lernen, vor allem schulen sie aber die Sprache und das Miteinander“, so die Stadträtin für Bildung, Jugend und Soziales. Orte der Bildung und des Alltags würden somit zu Lebens- und Lernorten. „Damit wollen wir vor allem den Sozialraumbezug stärken. Das heißt, dass die aufgebauten Netzwerke aus der Geflüchtetenarbeit im allgemeinen Engagement vor Ort in den Quartieren aufgehen. Hier spielen insbesondere unsere Stadtteilhäuser und die quartiersbezogene Sozial- und Nachbarschaftsarbeit eine Rolle.“ Das neue Integrationskonzept verstehe die Stadträtin daher als eine Art Leitfaden, der Handlungsräume in verschiedenen Lebensbereichen aufzeige.

Friedrich Graf, Projektmanager im Bildungsdezernat, ist mit der Redaktion des überarbeiteten Konzeptes betraut gewesen und erklärt, was der Gedanke dahinter ist: „Gesellschaft ist immer ein sich entwickelndes System, das auf Austausch beruht. Und genauso funktioniert Integration innerhalb einer Gesellschaft als aktiver, gegenseitiger Austausch- und Gewöhnungsprozess.“ Das quietschorangene Heft sei daher auch Informations- und Diskussionsgrundlage für diesen Austausch. Systematisch baut es das Thema Teilhabe auf. Die einzelnen „Bausteine“ kreisen dabei um die Themen Zusammenleben im Stadtteil, Erwerbstätigkeit, Bildung, Beteiligung und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Neu ist ein umfangreicher Anhang, der einen Überblick über alle beteiligten Akteure und Anlaufstellen gibt, außerdem wird das Thema Erwachsenenbildung stärker in den Fokus genommen, um auch neu hinzugekommenen Aspekten der Integrationsarbeit Rechnung zu tragen. Ziel sei es letztlich, so Stadträtin Pia Steinrücke, Selbstwirksamkeit zu fördern und die Menschen in ihren individuellen Stärken wahrzunehmen und zu unterstützen.

Das Integrationskonzept der Hansestadt Lüneburg ist für Interessierte ab sofort am Rathaus-Empfang (Am Ochsenmarkt, Eingang A) sowie in den Stadtteilhäusern in gebundener Form erhältlich. Außerdem kann es auf der Internetseite der Stadt unter www.hansestadtlueneburg.de/teilhabe nachgelesen werden. Für Ende dieses Jahres ist derweil eine erneute Überprüfung der gemeinsamen Bemühungen in einem zweiten Integrationskongress vorgesehen.