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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Rückblick und Ausblick der Hafen Lüneburg GmbH (06.04.2020)

Pressemitteilung der Hafen Lüneburg GmbH

Luftbild des Lüneburger Binnenhafens. Foto: Hafen Lüneburg GmbH(info) Lüneburg. 2019 war der Umschlag von Gütern und Waren über die Hafen Lüneburg GmbH und die von ihr bewirtschafteten Anlagen, im Vergleich zum Vorjahr, rückläufig. Knapp über 300.000 t sind in 2019 per Binnenschiff, über die Bahnen und auf LKW umgeschlagen worden.

Die Gründe dafür sind vielseitig. Seit August 2019 wird die Bahnverladestelle der Coca-Cola European Partners Deutschland in der Goseburg baulich erweitert, so dass die Goseburgbahn, noch bis Mitte 2020, außer Betrieb ist und dort momentan keine Waren mehr per Bahn abtransportiert werden. In 2019 hat sich zudem die Havarie an der Staustufe Geesthacht und die damit verbundene Einstellung des Schiffsverkehrs auf der Elbe merklich negativ auf den Schiffsumschlag ausgewirkt. Ebenso macht sich die schwierige Lage in der Landwirtschaft, infolge der beiden Hitzejahre 2018 und 2019 und die Auswirkungen der Düngeverordnung, auch im Hafen bemerkbar.

So ist z.B. der Umschlag von land- und forstwirtschaftlichen Produkten mit rund 60.000 t in 2019 weit unter dem ansonsten üblichen Niveau von über 90.000 t Jahrestonnage geblieben. Der Umschlag von Düngemitteln ist um 26,4 % auf eine Jahresumschlagsmenge von rund 41.000 t rückläufig gewesen. Bei dem Umschlag von Fertigprodukten ist ein Rückgang von 63,1 % auf rund 8.000 t registriert worden und ebenso rückläufig war der Umschlag von festen mineralischen Brennstoffen, in der Größenordnung eines Rückgangs von 64,2 % im Vergleich zum Vorjahr, somit nur noch rund 8.400 t an Kohle. Es gab aber auch positive Entwicklungen. Zuwächse gab es beim Umschlag von Erzen, Metallabfällen, Stahl und Eisen in der Höhe von 45,0 % auf rund 15.000 t und beim Hafenimport von Steinen und Erden in der Höhe von 4,4 % auf rund 170.000 t.

Ebenso gab es einen Zuwachs in der Personenschifffahrt von rund 13 % im Vergleich zum Vorjahr auf eine Anzahl von rund 1.370 Passagieren in der Ein- und Ausschiffung. Trotz der rückläufigen Jahresumschlagsmenge konnte in 2019 ein ausgeglichenes, positives Jahresergebnis von rund 50.000,00 € erwirtschaftet werden. Die Hafen Lüneburg GmbH bewirtschaftet die Infrastruktur des Hafens, d.h. das Hafenbecken und die Betriebsflächen des Hafens, sowie die Lüneburger Industriebahnen (Hafen- und Goseburgbahn) und betreibt das operative Umschlagsgeschäft des Hafens.

Somit gibt es in Lüneburg „den Hafen aus einer Hand“. In den letzten Jahren, seit 2014, hat die Gesellschaft ca. 4,7 Mio. € in die Grunderneuerungen der Industriebahnen, in die Modernisierung des Hafens, die Entschlammung des Hafenbeckens und die Anschaffung eines neuen mobilen Hafenbaggers investiert. In 2019 konnte ein Großteil der Projekte abgeschlossen werden.

Ermöglicht wurden die Investitionen auch durch Fördermittel des Eisenbahnbundesamtes, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, des Landes Niedersachsen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), und Unterstützung durch die Gesellschafter, vor allem auch der Hansestadt und des Landkreises Lüneburg. Die in 2018 und 2019 neu geschaffenen Anlagen, so z.B. der Schiffsliegeplatz 7, inklusive neuer Lagerflächen, und eine neue Verladestraße sind aktuell vollständig in betrieblicher Nutzung befindlich.

Derzeit in der Realisierung befindlich ist die Grunderneuerung der Stromversorgung des Hafens und der Neubau einer E-Ladestation für Schiffe, E-LKW und Sportboote, inkl. der Schaffung einer Betankungsmöglichkeit mit Wasserstoff für Schiffseinheiten die mit einer H2-Brennstoffzelle betrieben werden können. In Zusammenarbeit mit der Berliner Hafen- und Lagerhaus AG arbeitet man konkret an der Einrichtung einer Zero-Emission-Schifffahrtslinie zwischen Berlin und Hamburg, mit Zwischenstopp in Lüneburg. Das Schubboot „ELEKTRA“ ist dafür bereits seit Anfang 2020 im Bau befindlich. Es werden auch zukünftig stetig Investitionen zum Erhalt der Infrastruktur und deren Modernisierung getätigt werden müssen.

So ist für 2020 und 2021 die Erneuerung des Bahnüberganges „Auf der Hude“ in der Goseburg und die Nachrüstung einer Schrankenanlage am Bahnübergang in der „Elso-Klöver-Straße“, in der Zufahrt zum Hafen eingeplant. Die Investitionen dazu dürften sich auf rund 700.000 € belaufen, wobei nach Eisenbahnkreuzungsgesetz der Kosten von der Kommune und dem Land zu übernehmen sind. Auch ein Teil der Uferwand, an den westlich gelegenen Schiffsliegeplätzen des Hafenbeckens, muss verstärkt werden und gegebenenfalls müssen Reibehölzer oder Fender zusätzlich montiert werden. Dazu sind die Investitionskosten derzeit mit rund 800.000 € abgeschätzt, wobei 60% der Investitionskosten vom Land Niedersachsen, aus EFRE-Mitteln, gefördert werden.

Für 2020 ist damit zu rechnen, dass sich, aufgrund der Wiederinbetriebnahme der Goseburgbahn, das Volumen des Bahnumschlags weiterhin auf über 100.000 t pro Jahr stabilisieren wird. Mit der Ansiedlung eines Hafenanrainers aus der Holzbranche und der Inbetriebnahme seines Holzlogistikzentrums in 2020 besteht die Erwartung, dass sich die positive Entwicklung des Umschlages seit 2014 mittel- und langfristig verstetigt. Die Hafen Lüneburg GmbH, mit Ihrem Regionalhafen in der Metropolregion Hamburg, ist in Ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unmittelbar abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Region Nord-Ost-Niedersachsen. Bereits in 2019 war ein leichter Rückgang in der regionalen Wirtschaft, vor allem im Getreide- und Landhandel, spürbar der sich im 1. Quartal 2020 leider verstetigt hat. Auch die Corona-Krise hat bereits direkt negative Auswirkungen auf den Umschlag z.B. von forstwirtschaftlichen Produkten. Sollte es zu einer schweren Rezession kommen, so wird sich diese, zeitlich versetzt, auch bei der Hafen Lüneburg GmbH bemerkbar machen.

Trotz Corona-Krise sind die öffentlichen Infrastruktureinrichtungen, d.h. der Binnenhafen Lüneburg und die Hafenbahn, aktuell weiterhin für den Schiffs- und Bahnverkehr nutzbar. Auch der Umschlag von Waren und Gütern im Hafen wird derzeit weiter betrieben.