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Ruheorte respektieren: Landkreis bittet um Rücksicht in der Natur (17.06.2020)

(lk/mo) Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen suchen derzeit viele Menschen in Lüneburg Erholung entlang der Ilmenau – leider auch oft, ohne dabei die Bedürfnisse der Natur zu berücksichtigen. Deshalb weist der Fachdienst Umwelt mit Nachdruck darauf hin: Im Naturschutzgebiet „Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten“ dürfen die Ufer nur an den ausgewiesenen Stellen betreten werden. Zwischen der Amselbrücke in Wilschenbruch und Deutsch Evern gibt es beispielsweise Plätze an der Roten Schleuse, an der Teufelsbrücke und der Loreley. An allen anderen Orten hat die Natur Vorrang.

„Gerade in stadtnahen Gebieten stehen der Erholungswunsch der Menschen, aber auch das Ruhebedürfnis der Natur eng nebeneinander“, erläutert der Leiter des Fachdienstes Umwelt Stefan Bartscht. „Aus diesem Grund gibt es Bereiche, die für alle zugänglich sind, aber ebenfalls geschützte Ruhezonen ausschließlich für Tiere und Pflanzen. Und diese müssen unbedingt respektiert werden.“ Dass dies jedoch nicht immer geschieht, zeigt sich verstärkt zwischen der Teufelsbrücke und der Roten Schleuse. Dort, wo extensiv genutzte Weiden und andere wertvolle Flächen deutlich für den Menschen als Tabuzone gekennzeichnet sind, zeigen sich unschöne Hinterlassenschaften. „Wir finden dort Müll, beschmierte Bäume und Feuerstellen. Hinweisschilder werden zerstört oder geklaut, Flächen niedergetrampelt“, so der Fachdienstleiter. Er ruft ins Bewusstsein: „In einem Naturschutzgebiet kann man nicht einfach seinen Lieblingsplatz frei wählen – auch geschützte Arten haben Anspruch auf ihren Lebensraum.“

Um die Bereiche besser schützen zu können, haben Landkreis und Hansestadt Lüneburg einen höheren Zaun und neue Schilder aufgestellt. Zusätzlich soll im Herbst eine Bepflanzung für mehr Abgrenzung sorgen. Außerdem sind weiterhin zwei Landschaftswarte in der Gegend unterwegs. „Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Bei Zerstörung und Diebstahl erstatten wir Anzeige“, sagt Stefan Bartscht. „Ich hoffe aber auch im Sinne der nachfolgenden Generationen, dass künftig alle Menschen mit Vernunft und Rücksicht die schöne Gegend entlang der Ilmenau genießen.“

Das Naturschutzgebiet "Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten" liegt zwischen Grünhagen im Landkreis Uelzen und dem Stadtzentrum von Lüneburg. Das Gebiet ist von ganz besonderer Bedeutung für den Naturschutz. Schutzzweck ist insbesondere die Erhaltung und Entwicklung naturnaher, durchgängiger Fließgewässer, naturnaher Laubwälder sowie artenreicher Grünländer mit ihren charakteristischen und zum Teil bestandsbedrohten Pflanzen- und Tierarten. Dazu gehören Fischotter, Groppe und Bachmuschel. Wo das Betreten der Ilmenau-Uferfläche erlaubt ist, können Interessierte auf der Seite www.landkreis-lueneburg.de/karte nachschauen.