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Schausteller wollen Buden in der Innenstadt aufbauen – Verwaltung und VA klären, wo das möglich ist (27.05.2020)

(sp) Lüneburg. Praktisch null Einnahmen haben aktuell die Lüneburger Schausteller, Festivitäten sind und bleiben überregional vorerst abgesagt. Könnten mehrere kleine Angebote, also Buden mit Essen, Getränken, Süßwaren sowie das eine oder andere Fahrgeschäft an verschiedenen Stellen in der Innenstadt für sie eine Lösung sein, befristet bis zum Jahresende? Das möchte der Schaustellerverband Lüneburg und Umgebung wissen und stellte einen entsprechenden Antrag bei der Stadt. Angefragt sind vor allem Standorte in den Fußgängerzonen. Doch genau das können sich weder Verwaltung noch Verwaltungsausschuss (VA) vorstellen, wie der Austausch auf der Sitzung am Dienstag (26. Mai 2020) ergab. Der Grund: Es werde zu eng in der Innenstadt, Abstandsregelungen könnten nicht eingehalten werden. Einmütig vorstellbar seien aber ein Standort Am Sande vor der ehemaligen Einhorn-Apotheke, wenn alle sonstigen Voraussetzungen geklärt sind. Mehrheitlich vorstellbar sei auch, einen kleinen Teil des Clamartparks zu bespielen.

Am Tag nach dem VA trafen sich Schausteller und Verwaltung im Rathaus zum Gespräch. Stadtrat Markus Moßmann, in dessen Aufgabenbereich Märkte und Sondernutzungen fallen, erklärt: „Wir verstehen das Anliegen der Schausteller. Andererseits wissen wir, dass die Abstandsregeln auf lange Sicht weiter Alltag bleiben und eines der wichtigsten Instrumente darstellen, um das Corona-Virus in Schach zu halten. Es ist aber in unseren Fußgängerzonen schon wieder recht belebt. Dazu ist im  Sommer sicherlich mit mehr Städtereisen zu rechnen als sonst – kurz: Wir halten zusätzliche Stände und Buden in den Fußgängerzonen für nicht sicher praktikabel.“

Vorstellbar dagegen seien Angebote dort, wo mehr Platz zur Verfügung stehe. Sollen die Flächen wegen der Frequenz relativ innenstadtnah sein, so ergab der Austausch im VA, käme allenfalls der von den Schaustellern auch angefragte Bereich Am Sande vor der ehemaligen Einhorn-Apotheke in Frage. „Auch den Clamartpark können wir uns für eine Art Familienangebot vorstellen, auf einer kleinen Fläche unten zur Roten Straße hin, wo auch sonst Veranstaltungen stattfinden dürfen“, so Moßmann. Hier konnten sich die Politik mit Mehrheit anschließen, es gab aber auch zum Beispiel Befürchtungen, die dauerhafte Bespielung könne das ökologische Gefüge vor Ort zu sehr stören, der Boden zu stark verdichtet werden. Allerdings: Aktuell wären nur ein, zwei Karussells dort im Gespräch plus vielleicht ein allgemeines Angebot und alkoholfreie Getränke. Die Stände sollen sich abwechseln, damit mehrere Schausteller zum Zuge kommen (vor allem welche aus Lüneburg, so der Wunsch von Verwaltung und VA), so dass dann auch jeweils der genaue Standort im Park ein wenig variiert werden könnte.

Und das wären die nächsten Schritte nach dem heutigen Gespräch: Die Schausteller müssten nun für die in Frage kommenden Standorte konkrete Angebote mit Hygienekonzept vorlegen. Die Abstimmung mit dem Landkreis muss erfolgen. Nach Pfingsten kann es zu Entscheidungen über die einzelnen Standorte kommen.