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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Soziale Mieterberatung in Kaltenmoor und am Weißen Turm: Pilotprojekt soll im Sommer starten (29.05.2020)

(sp) Lüneburg. Die Wohnverhältnisse sind oft prekär, die Nebenkostenabrechnungen zum Teil intransparent und die Vermieter nur schwer erreichbar. Um die Mieterinnen und Mieter in Kaltenmoor und Am Weißen Turm künftig besser zu unterstützen und dadurch auch die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern, will die Hansestadt Lüneburg künftig in beiden Quartieren eine soziale Mieterberatung anbieten. "Viele der Menschen, die in diesen Stadtteilen leben, haben nicht die Ressourcen, um ihre Rechte und Ansprüche durchzusetzen und sich gegen Kündigungen oder unangemessene Forderungen zu wehren", erklärt Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke. "Hier wollen wir dringend helfen."

Starten soll die Mieterberatung voraussichtlich zum 1. August. Dem hatte der Verwaltungsausschuss der Hansestadt bereits im April zugestimmt und die dafür notwendigen Mittel in Höhe von 20.000 Euro bereitgestellt. Das Geld stammt aus Haushaltsersparnissen. Angeboten werden soll die Mieterberatung durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO), angedockt wird sie an das Quartiersmanagement in den beiden Stadtteilen. "Die Mieterberatung wird sich aktiv in den jeweiligen Stadtteil einbringen und möglichst präsent sein, um viele Menschen zu erreichen", so Steinrücke.

Geplant ist, in der Anfangsphase offene Sprechstunden, zunächst schwerpunktmäßig in Kaltenmoor und punktuell am Weißen Turm anzubieten. Günter Wernecke, Geschäftsführer des AWO-Regionalverbands Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Hansestadt und hält die Einrichtung der sozialen Mieterberatung für einen wichtigen Beitrag zur Gemeinwohlarbeit: „Wir stellen in unseren Sozialberatungen fest, dass die Themen Miete, Wohnverhältnisse und Energiekosten einen immer größeren Raum einnehmen.“ Umso wichtiger sei es, hier künftig eine Anlaufstelle zu schaffen.

Neben den Sprechstunden soll es möglichst auch Kooperationen mit anderen Einrichtungen geben. So seien etwa Infoveranstaltungen zu wichtigen Themen gemeinsam mit dem Mieterschutzbund, der Verbraucherzentrale oder spezialisierten Rechtsanwälten denkbar, so Wernecke.

Nach sechs Monaten soll eine Evaluation erfolgen und dem Sozial- und Gesundheitsausschuss vorgelegt werden, um etwaige Verbesserungen und Änderungen zu besprechen.  Eine Förderung der Sozialen Mieterberatung über Städtebaufördermittel im Rahmen des Verfügungsfonds ist nicht möglich. "Da dieses Beratungsangebot aber in das Gesamtkonzept unseres städtischen Quartiersmanagements passt, halten wir es für wichtig, auch unabhängig vom Städtebauförderprogramm eine Finanzierung sicherzustellen", betont Steinrücke.