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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Statement von Oberbürgermeister Ulrich Mädge zu den von Karstadt Kaufhof geplanten Filial-Schließungen (19.06.2020)

(sp) Lüneburg. „Mir fällt ein großer Stein vom Herzen, dass wir Karstadt Lüneburg behalten können, nach allem, was ich höre und lese. Diese Entscheidung ist enorm wichtig für unsere Stadt und unsere Region, vor allem aber gibt sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Stück Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten. Das ist ein großes Glück für uns und ich danke allen, die an dieser Entscheidung mitgewirkt haben. Karstadt ist und bleibt für unser Kaufhaus Lüneburger Innenstadt eine wichtige Adresse als Kundenmagnet und Frequenzbringer. Nun müssen wir sehen, dass diese Entscheidung von größtmöglicher Dauer ist.

So sehr ich mich als Oberbürgermeister für Lüneburg freue, so gut kann ich nachempfinden, dass die schlechten Nachrichten aus anderen Städten Niedersachsens die dortigen Kolleginnen und Kollegen vor ernste Herausforderungen stellen. Karstadt ist in allen unseren Städten ein wichtiger Anker. Wenn so etwas wegbricht, ist das für jede Innenstadt ein herber Verlust, der nicht so ohne Weiteres auszugleichen ist. Für kleinere Städte in strukturschwachen Regionen gilt das umso mehr. Das ist ein echter Schlag. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg mit dieser schwierigen Situation gut umzugehen.

Wenn man sich die Liste der Schließungen in Niedersachsen und anderswo anschaut, sieht man aber, dass es auch große und namhafte Orte trifft. Das heißt auch: Niemand kann sich sicher fühlen, das macht etwas mit den Menschen. Das Karstadt-Management, aber auch die Politik sollten das im Blick behalten und ihr Möglichstes tun, damit vor allem die Familien, die bei Karstadt ihr Geld verdienen, nicht alle paar Jahre aufs Neue solche Zitterpartien durchstehen müssen. Wichtig ist, dass wir hier Unterstützung auch von der Landes- und Bundesregierung und insbesondere auch von den Mitarbeiter-Vertretungen, den Gewerkschaften bekommen, um den Einzelhandel zu unterstützen. Hier sind auch die verkaufsoffenen Sonntage ein Stichwort. Ich bin mit vielen meiner Kollegen einig, dass wir die verkaufsoffenen Sonntage, die in diesem Halbjahr ausgefallen sind, im nächsten Halbjahr nachholen sollten. Vielleicht vier bis sechs Termine, Weihnachten und der 27. Dezember sind natürlich ausgenommen.

Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen, die Corona-Pandemie beschleunigt diese zum Teil noch. Ich wünsche den betroffenen Städten, dass sie sich nicht entmutigen lassen und mit neuen Ideen gemeinsam dem Wandel entgegenstellen, um die Innenstädte möglichst lebendig zu erhalten. Jeder und jede Einzelne kann mit dem eigenen Einkaufsverhalten auch dazu beitragen. Das sollten wir uns immer vor Augen führen. Dazu ist ein agiles und fantasievolles Marketing in den Städten gefragt, um das Leben in den Geschäften wieder in Gang zu bringen und die Strukturen zu unterstützen. Die jeweiligen Stadtgesellschaften als Ganzes und in ihren Teilen müssen zeigen, was ihnen eine lebendige Innenstadt wert ist. Wir alle sollten schätzen, was wir an einer lebendigen Innenstadt haben und darauf aufpassen.“