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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Statistik der AGL: Müllmenge aus den Papierkörben steigt 2019 auf Rekordniveau (02.04.2020)

Pressemitteilung der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL)

(info) Lüneburg. Jetzt liegt bei der Abwasser,  Grün  &  Lüneburger  Service  GmbH die jährliche „Müllstatistik“ für 2019 vor.  Demnach sind die Müllmengen aus der Stadtreinigung, die sich aus der Leerung der Papierkörbe und der Einsammlung von „wilden Müll“ auf ein Rekordniveau  von  190  t  in  2019  angestiegen  und  dass  trotz  aller Bemühungen der lokalen Wirtschaft und den Fertigungsbetrieben den Anteil von Verpackungsmüll zu senken zu wollen. Im letzten   Jahrzehnt  ist  die Müllmenge   aus   der   Leerung   der Papierkörbe  und der  Einsammlung  von  „wilden Müll“ von 138 t in 2010 bis auf 190 t in 2019 deutlich angestiegen – eine Zunahme von fast 40 Prozent.

Durch eine Projektgruppe der Leuphana Universität wurde, in 2018 und 2019, exemplarisch die Zusammensetzung  des  Mülls untersucht. In Hinblick auf die Problematik der Plastikabfälle sind demnach in 2019 ca. 8   % an Kunststoffabfällen oder ca. 17 t Kunststoffe und ca. 11 % an Verbundstoffen oder ca. 21 t an Verbundmaterial, welches  ebenfalls  Kunststoffe  enthält,  in  die  Papierkörbe  der  Stadt entsorgt worden. Auch  die  Menge  an  zu  entsorgenden Grünabfällen  ist  im  letzten Jahrzehnt deutlich angestiegen. Die Gründe hierfür liegen darin, dass anfallende  Grünabfälle  inzwischen  vollständig  aufbereitet  und  der Kompostierung zugeführten  werden  und  sich  die  Beseitigung  von Sturmschäden usw. in den letzten Jahren bemerkbar macht. Zudem ist auch die Beseitigung von Laubmassen ist in der Tonnage der Grünabfälle berücksichtigt. In 2019 sind insgesamt 821  t  an  Grünabfällen für die Kompostierung aufbereitet worden. Der Anfall von Straßenkehricht hängt Erfahrungsgemäß auch immer mit der  Intensität  des  Winterdienstes  zusammen,  da  auf den  Geh-  und Radwegen, den öffentlichen Plätzen schon seit vielen Jahren ein Sand-Salz-Gemisch zum Einsatz kommt. Je mehr Winterdiensteinsätze, desto höher die Menge an Straßenkehricht im Folgejahr. 2019 wurden 1.452 t an Straßenkehricht entsorgt. Somit sind im Bereich unseres Betriebshofes in 2019 insgesamt 2.463 t an zu entsorgenden Müllmengen angefallen. Im Bereich der Abwasserentsorgung sind in 2019 insgesamt 11.520 t an Material zu entsorgen gewesen. Davon entfallen auf die Entsorgung, der beim der Abwasserreinigung, anfallenden Klärschlämme  11.250  t und 270  t  Kanalgut sind bei der Reinigung der Kanalisation und der Straßenabläufe angefallen.

Die  anfallenden  Klärschlämme  werden  derzeit  sowohl in  der Landwirtschaft  verwendet,  als  auch  der thermischen  Entsorgungzugeführt. Gemäß  der  vom  Gesetzgeber  erlassen  Klärschlammverordnung, muss  die  AGL  bis  spätestens  2029  aus  der  landwirtschaftlichen Verwertung der Klärschlämme komplett aussteigen.

 In Kooperation  mit  HAMBURG  WASSER arbeitet die AGL bereits an einem  Entsorgungskonzept  für  die  Schlämme  aus  Lüneburg,  da  in Hamburg   die   bestehende Monoverbrennungsanlage für Klärschlämme,  die VERA,  im  Hamburger  Hafen  modernisiert  und erweitert wird. Spätestens 2029, vielleicht auch schon früher, sollen dann die in Lüneburg anfallenden Klärschlämme in Hamburg verbrannt werden. Zudem wird in Hamburg, auf dem Gelände der Kläranlage am Köhlbrandt, bereits  eine  Anlage  zur Rückgewinnung  des  Phosphates  errichtet. Phosphor   ist   ein   nur   begrenzt   vorhandener   Mineralstoff   und Grundbaustein unseres Lebens, bzw. unserer Ernährung. Um von der landwirtschaftlichen Verwertung unser Klärschlämme, hin zur verlässlichen Entsorgung in Hamburg, umschwenken zu können ist bei der  AGL  der Neubau  eines  Zwischenlagers  für  die  Schlämme  in Planung befindlich. Zudem  ist  die  Einrichtung  einer  Zero-Emission-Transportkette für die Transportlogistik vorgesehen. So könnten die Transporte  zukünftig  z.B.  mit  Fahrzeugen,  die  über einen H2-Brennstoffzellenantrieb oder  einen   E-Antrieb mit  Akkumulatorenverfügen, erfolgen.   Insgesamt ist somit bei der AGL somit in 2019 eine Menge von 13.713 t  an  zu  entsorgenden  Material  angefallen.    Das  entspricht  ca.  625 LKW-Sattelaufliegern oder einer fast 20 km langen „LKW-Schlange“.