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Pressearchiv der Hansestadt Lüneburg

Wildschweine im Stadtgebiet: Hansestadt plant Vergrämung (09.04.2020)

Wildschweine sind im Lüneburger Stadtgebiet unterwegs. Foto: Hansestadt Lüneburg(sp) Lüneburg. Immer häufiger lassen sich Wildschweine auch in Lüneburg in innerstädtischen Gebieten nieder. Derzeit sind die Borstentiere in Ausgleichsflächen rund um Volgershall unterwegs und durchwühlen dort Gärten und Grünflächen auf der Suche nach tierischem Eiweiß. „Die Schwarzkittel haben sich in dem Gebiet um den Kalkbruchsee niedergelassen und machen von dort bevorzugt nachts Ausflüge in die angrenzenden Siedlungen“, skizziert Stadtförster Per-Ole Wittenburg die aktuelle Situation. Den Zaun zum Kalkbruchsee, der im Besitz des Lüneburger Angelvereins ist, hätten die Schweine hochgeschoben, so dass die Tiere sich derzeit ungehindert zwischen See und umliegenden Wohnsiedlungen bewegen können. Um die Wildschweine hoffentlich dauerhaft zu vertreiben, plant die Hansestadt nun eine gezielte Vergrämungsaktion. „Dabei werden wir akustische Maßnahmen, sprich Schreckschuss, nutzen sowie mit einem speziellen Granulat arbeiten, das Schalenwild-spezifische Stresshormone freisetzt und den Tieren unangenehm ist“, erklärt Wittenburg. Der Stadtförster hofft, die Tiere so dauerhaft aus dem Gebiet zu vertreiben. Um zu vermeiden, dass die Schweine nach einigen Wochen doch zurückkehren und um ein erneutes Eindringen der Schweine zu verhindern, werde der Zaun um den See rechtzeitig repariert.

Wann die Vergrämung stattfinden wird und was Anwohnerinnen und Anwohner dann zu beachten haben, darüber wird die Hansestadt zeitnah informieren.
 
Neben der Vergrämung als akute Maßnahme plant die Stadt außerdem, längerfristig wirksame Maßnahmen zu ergreifen. So werde man überall dort, wo sich Schweine regelmäßig oder sogar dauerhaft aufhalten, die Landschaft umgestalten, um sie weniger attraktiv für die Tiere zu machen. Denn als Verstecke dienen den Schweinen besonders bevorzugt dornige Brombeerbüsche, wie sie auf vielen künstlich angelegten Ausgleichsflächen in der Hansestadt zu finden sind. „Da fühlen sich Wildschweine sicher, weil sie wissen, dass dort Menschen freiwillig nicht hineingehen“, erklärt der Stadtförster. „Wir werden daher nach dem Ende der Brut- und Setzzeit die Ausgleichsflächen in Volgershall, aber auch in Jüttkenmoor in Kooperation mit der AGL so umgestalten, dass Brombeerbüsche und andere gute Wildschwein-Verstecke zurückgeschnitten werden“, sagt Wittenburg. Als Ersatz würden die Flächen aufgeforstet und so auch ökologisch aufgewertet.  
In Jüttkenmoor hatte sich Ende letzten Jahres eine Wildschweinrotte niedergelassen und Schäden in den angrenzenden Kleingärten angerichtet. Die Wildschweine waren im Januar wieder aus dem Gebiet verschwunden. Zurzeit hält sich unregelmäßig ein einzelnes Wildschwein dort auf.

Der Stadtförster macht aber auch deutlich: „Dass immer mal wieder Wildschweine in die Stadt kommen, können wir nicht verhindern. Vielmehr ist überall dort mit Wildschweinen zu rechnen, wo Grünanlagen oder Wälder an Bebauung grenzen - das ist Natur.“ Eigentümer, die in Gärten mit Wildschweinbesuchen zu tun haben, sollten ihr Grundstück daher mit einem stabilen Gartenzaun einzäunen. Bei direkten Begegnungen mit Wildschweinen rät Wittenburg, ruhig zu bleiben. „Defensives Verhalten und ruhiges Sprechen zeigen dem Tier, dass ihm keine Gefahr droht.“ Solche Begegnungen kämen allerdings tagsüber nur selten vor, da das Schwarzwild vor allem nachts aktiv ist.