Nachhaltigkeit

Verantwortungsvoll in die Zukunft

Wie könnte die Stadt für unsere Kinder und Enkel aussehen, damit möglichst alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen haben und hier gut leben können, aber nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen?

Das ist die zentrale Frage von Nachhaltigkeit – ein Thema, das in der Hansestadt Lüneburg eine immer größere Rolle spielt und zunehmend einen Teil der Stadt-Identität darstellt. Spätestens seit den 1990er Jahren sind die Bemühungen in Lüneburg greifbar: 1991 wurde Lüneburg, als eine der ersten Städte überhaupt, Mitglied im europäischen Klima-Bündnis. Die Agenda 21, beschlossen in Rio de Janeiro (1992), wurde zu einer Orientierungslinie für städtisches Handeln, zunächst vor allem im Bereich Klimaschutz und Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge (links) bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Foto: Hansestadt LüneburgWeitere Stationen auf dem Weg zur nachhaltig handelnden Stadt: Im Jahr 2005 gründete sich unter dem Dach des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) der Nachhaltigkeitsrat Lüneburg. Und auch im Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), der die Bundesregierung berät, ist Lüneburg gut vertreten. Oberbürgermeister Ulrich Mädge zählte 2010 zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises der Oberbürgermeister, der die Sicht der Städte in den RNE einbringt. Ende 2014 wurde die Hansestadt Lüneburg bei einer großen Gala in Düsseldorf mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet (Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V.). Übrigens genauso wie die Leuphana Universität.
Was macht nachhaltiges Handeln in der Hansestadt Lüneburg aus?

Vor allem hat sich die Hansestadt in den vergangenen Jahren darauf konzentriert, den „Konzern Stadt“ zusammenzuhalten, auszubauen und mit allen Töchtern zukunftsfähig aufzustellen. Eigene Gesundheitseinrichtungen, Bäder, Museen und Theater, aber vor allem auch eine eigene Wohnungsbaugesellschaft stehen für kommunale Daseinsvorsorge und bilden ein Stück Lebensqualität – sie geben der Hansestadt aber auch wichtige Steuerungsinstrumente an die Hand, um ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit für möglichst alle Bürgerinnen und Bürger anzusteuern. So kann die Stadt kommunalpolitischen Einfluss behalten bei Themen, die für alle Bevölkerungsgruppen wichtig sind. Alle Konzerntöchter sind per Beteiligungsrichtlinie dazu verpflichtet, ihre Unternehmensführung auf die Ziele nachhaltigen Handelns auszurichten.
Besonders eng arbeitet die Hansestadt auf dem Feld der Nachhaltigkeit mit der Leuphana Universität zusammen, die ebenfalls diesen Schwerpunkt hat. Aktuell arbeiten die Partner im Bundes-Wettbewerb „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Lüneburger Projekt als eines von 20 bundesweit für die Weiterarbeit ausgewählt.

Im ersten Durchgang entwickelten die Partner mit mehr als 700 Studierenden im ersten Semester sowie mehr als 200 Praxisakteuren aus Lüneburg (z.B. Verein T.U.N., Handel, Unternehmen, Marketing-Gesellschaft) gemeinsam Zukunftsbilder für verschiedene Handlungsfelder Lüneburgs, wie z.B. Mobilität, Energie, Ernährung, Arbeit, Bildung oder auch Kultur und Jugend. Quasi ein Alleinstellungsmerkmal des Lüneburger Beitrags: die bewusste Orientierung an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Ziel von Phase 2 ist es, aus den skizzierten Visionen für eine nachhaltige Zukunft in Lüneburg möglichst konkrete, umsetzungsreife Ideen erwachsen zu lassen.

Bearbeitet werden zunächst fünf Felder:

  • Stadtleben gestalten
  • Gemeinsam wirtschaften
  • Vernetzen und Versorgen
  • Dem sich wandelnden Klima begegnen
  • Gemeinsam planen und entscheiden

Dabei hält Lüneburg am bewährten Modell fest, dass jeweils Teams mit Mitgliedern aus Stadtverwaltung und Universität, Praxis und Wissenschaft zusammenarbeiten sowie natürlich Studierende – schließlich geht es um die Zukunft.
 

Definition Nachhaltigkeit lt. Brundtland-Bericht (1987)
Nachhaltig ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“
Die Bundesregierung formuliert es, daran anknüpfend, in ihrer Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (2016) so:
„Jede Generation muss ihre Aufgaben selbst lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden.“