Ansprechpartner & mehr

Bauprojekte in der Hansestadt

Ein neues Museum für Lüneburg entsteht

So soll sie aussehen, die neue Heimat des Museums Lüneburg.Das Museum Lüneburg

Aus zwei mach eins: Im Zuge der Neuordnung der Museumslandschaft schafft die Hansestadt Lüneburg mit der Zusammenlegung des ehemaligen Naturmuseums und des ehemaligen Museums für das Fürstentum Lüneburg ein zweites attraktives Standbein neben dem Deutschen Salzmuseum. An das frühere Fürstentummuseum wird ein Neubau auf dem anliegenden Grundstück an der Willy-Brandt-Straße angeschlossen. (siehe auch das Faktenblatt unter Dokumente zum Thema oder klicken Sie hier).

Mit dem Neubau entsteht das Herz- und Kernstück des Museums Lüneburg, in dem die bisher eigenständigen Sammlungsschwerpunkte des ehemaligen Fürstentum- und des Natur-Museums interdisziplinär verbunden und thematisch erweitert werden. Der Arbeitstitel lautet: natur MENSCH kultur

Mit der Museumsstiftung Lüneburg als Träger des Museums Lüneburg und des Deutschen Salzmuseums einschließlich der Stadt- und Kreisarchäologie wird ein museales Kompetenzzentrum für die Region entstehen, das sein Wissen und einen Teil seiner Ressourcen an die kleineren Museumseinrichtungen im Landkreis bzw. in der Region weitergeben soll.


Am Neubau wird gearbeitet, im Hintergrund ist der Altbau zu sehen.Wie wird das neue Museum aussehen?
Mit Mitteln des Konjunkturpakets II (1,36 Millionen Euro) hat die Hansestadt einen Teil des Altbaus des Fürstentummuseum teilweise saniert (bis Frühjahr 2011). Dabei wurden asbesthaltige Bodenbeläge entfernt, die Treppenhäuser und die Toiletten behindertengerecht umgebaut, Fahrstühle gebaut und die Fenster ausgetauscht.
Der Neubau (Architektenbüro Heidenreich & Springer, Berlin) wird aus drei lang gestreckten Gebäuden bestehen, die gegeneinander versetzt stehen. Somit ist der vor dem Museum gelegene Park vom Verkehr abgeschottet und ruhig.
Im Erdgeschoss finden die Besucher die Kasse, die Information, den Shop und das Café. Außerdem startet und endet hier der Ausstellungsrundgang. Im Untergeschoss sind die Garderoben, die WC-Anlagen, die Werkstätten und das Schaumagazin untergebracht. Im Obergeschoss befindet sich die Ausstellungsfläche. Große Glasflächen im Erdgeschoss bieten den Gästen Richtung Altstadt einen Blick auf die Ilmenau, den Wasserturm und die Johanniskirche.
Am inhaltlichen Konzept, das auf der Zusammenführung der Sammlungen beider Museen beruht, wird noch gearbeitet. Fest steht, dass sich Natur- und Kulturgeschichte den Besuchern künftig gemeinsam präsentieren.

Wann wird gebaut?
Das eh. Fürstentummuseum ist seit der Museumsnacht 2009 geschlossen. Im Frühjahr 2011 haben die Arbeiten am Neubau auf der Wiese vor dem Gebäude an der Willy-Brandt-Straße mit dem Abtragen der Erde begonnen. Es konnte dort jedoch nur Schicht für Schicht vorangehen, weil unter der Fläche Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wurden. Im April 2012 wurde dann der Grundstein gelegt. Der Rohbau soll bis November 2012 fertig sein, Ende 2014 könnte das neue Museum eröffnet werden.

Der Blick von der Willy-Brandt-Straße auf die Baustelle.Was macht die Museumsstiftung?
Zuvor gab es drei eigenständige, von Trägervereinen betriebene Museen (Salzmuseum, Fürstentummuseum und Naturmuseum). Diese Träger- sind zu Fördervereinen geworden. Sie sind gemeinsam mit der Hansestadt die Gründer der Museumsstiftung, die als Trägerin unter anderem die beiden großen Museen betreiben wird. Neben diesen Museen sollen auch die Stadtarchäologie, das Stadtarchiv, das Alte Rathaus, das ostpreußische Landesmuseum und die Kreismuseen in die Stiftung eingegliedert werden. Der Gesamtetat der Museumsstiftung liegt 2012 bei etwa 1,8 Mio. Euro.

Warum wird in Zeiten von knappen Kassen eine hohe Summe in den Neubau eines Museums gesteckt?
Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, hätte die Hansestadt für umfangreiche Brandschutz- und Sicherheitssanierungen ohnehin etwa 5 Millionen Euro in das Fürstentum- und das Naturmuseum investieren müssen. Für den Erweiterungsbau konnte sie Zuschüsse von der EU, vom Land und von Stiftungen in Höhe von mehr als 5 Millionen Euro einwerben, so dass ihr Eigenanteil bei 4,4 Millionen Euro liegt. Ursprünglich waren 15 Millionen für den Neubau angedacht, aus finanziellen Gründen hat die Stadt das Budget aber reduziert.
Um die bedeutenden Sammlungen der drei städtischen Museen zu erhalten, hat sich die Hansestadt für eine Neugestaltung der Museumslandschaft entschieden. Damit will sie in erster Linie Kinder und Jugendliche sowie Touristen ansprechen. Der Bau des neuen Museums ist nur der erste Schritt der Neuordnung der Museumslandschaft. Als zweites soll das Deutsche Salzmuseum auf dem Gelände der ehemaligen Saline erweitert werden.

 

Neuordnung der Museumslandschaft – Chronologie
Wann? Was?
   
29. Nov. 2007 Rat der Hansestadt beschließt die Neuordnung der Museumslandschaft
   
30. April 2010 20-köpfige Auswahlkommission unter Leitung von Stadtbaurätin Gundermann entscheidet: Jörg Springer, Berlin, soll den Neubau realisieren
   
4. Juni 2010 Konstituierende Sitzung des Stiftungsrates der Museumsstiftung
   
24. Januar 2011 Städtische Fachausschüsse (Kultur, Bauen) stimmen für Neubau und Errichtung der Museumsstiftung
   
3. Februar 2011 Rat der Hansestadt beschließt Errichtung und Satzung der Museumsstiftung
   
4. April 2011 Übergabe des sanierten Teils des Fürstentummuseums an die Museumsstiftung
   
14. April 2012 Grundsteinlegung für den Neubau an der Willy-Brandt-Straße
   
7. Sep. 2012 Richtfest