Hansestadt Lüneburg - (VI) Stadtbaurätin

Frau Heike Gundermann
Raum Zimmer 23
Neue Sülze 35
21335 Lüneburg

+494131 309-3160
+494131 309-3444
Info
Aufgaben
{FOTO Stadtbaurätin Heike Gundermann}
Den Denkmalschutz hat sich Lüneburgs Stadtbaurätin Heike Gundermann als Motto ins Büro gehängt. „Bewacht ein altes Bauwerk mit ängstlicher Sorgfalt… bindet es mit Eisenklammern zusammen, wo es sich löst; stützt es mit Balken, wo es sich neigt“* , heißt es auf dem Plakat an ihrer Pinnwand, ein Zitat des britischen Publizisten und Kunsthistorikers John Ruskin (1819-1900). Das Plakat hütet Heike Gundermann seit gut 20 Jahren. „Überall, wo ich gearbeitet habe, war es mit dabei“, sagt die Stadtbaurätin.

Seit Juni 1996 hängt das Plakat in Lüneburg. Bis 2026, so lange läuft ihre aktuelle Amtszeit, wird Heike Gundermann die vielen Bauprojekte der Hansestadt weiterhin planen und begleiten – zum Beispiel die aufwändige Umgestaltung des Bahnhofsgeländes, Schulen und Kitas, Straßen, Brücken und neue Baugebiete.

Rund 1400 Baudenkmäler gilt es dabei zu bewahren. „Gerade deswegen ist Lüneburg für mich so attraktiv“, erklärt Heike Gundermann.
 
Im thüringischen Arnstadt wurde Heike Gundermann 1962 geboren, absolvierte dort nach dem Abitur eine Maurerlehre und studierte anschließend in Weimar. Mit dem Hochbau-Diplom in der Tasche spezialisierte sie sich an der Technischen Universität Dresden auf Altstadtsanierung und wurde 1990 mit 28 Jahren Bauamtsleiterin in ihrer Heimatstadt. „Arnstadt ist ebenfalls eine mittelalterliche Stadt. Im Gegensatz zu Lüneburg schrumpft sie jedoch, statt zu wachsen“, erläutert Heike Gundermann ihre Motivation, an die Ilmenau überzusiedeln.

Froh ist sie darüber, dass ihre Ideen zum Denkmalschutz in der Hansestadt so positiv aufgenommen wurden. Für die Stadtbaurätin steht fest: Die jahrhundertealte Architektur hat Vorrang im Stadtbild, kurzlebige Dekoration an Geschäften und Gastronomiebetrieben muss sich unterordnen. Den Schritt hin zu Neubauten mit moderner Architektur erachtet sie gleichwohl als notwendig, denkt dabei vor allem an Wohnungen, die in Innenstadtnähe entstehen sollen.

Der Denkmalschutz ist für Heike Gundermann nicht nur Berufsalltag: Sie selbst lebt in einem mehrere Jahrhunderte alten Haus in der Lüneburger Altstadt.
 

*Herausgeber des Plakats ist der Verein Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt. Komplett lautet das Zitat dort: „Bewacht ein altes Bauwerk mit ängstlicher Sorgfalt; … zählt seine Steine wie die Edelsteine einer Krone; stellt Wachen ringsherum auf wie an den Toren einer belagerten Stadt, bindet es mit Eisenklammern zusammen, wo es sich löst; stützt es mit Balken, wo es sich neigt; kümmert euch nicht um die Unansehnlichkeit solcher Stützen: besser eine Krücke als ein verlorenes Glied. Tut dies alles zärtlich und ehrfurchtsvoll und unermüdlich, und noch so manches Geschlecht wird unter seinem Schatten erstehen, leben und wieder vergehen.“

 

 

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